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Gewaltfreie Erziehung beginnt mit Respekt und Vertrauen

Gewaltfreie Erziehung beginnt mit Respekt und Vertrauen

Source: Swiss Kanton Nidwalden News in German
30. Oktober 2026
Wie können Kinder vor Gewalt geschützt und Eltern in schwierigen Erziehungssituationen unterstützt werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Fachpersonen am 14. Netzwerktreffen Frühe Kindheit in Stans. Im Zentrum standen die Bedeutung einer gewaltfreien Erziehung, die frühzeitige Unterstützung von Familien und die Zusammenarbeit der Fachstellen.

Das 14. Netzwerktreffen Frühe Kindheit Nidwalden vom 29. Oktober in Stans stand unter dem Motto «Gewaltfrei erziehen. Gemeinsam Eltern stärken.» Fachpersonen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich sowie aus den Gemeinden tauschten sich darüber aus, wie Kinder geschützt und Eltern im Erziehungsalltag gestärkt werden können. Bildungsdirektor Armin Odermatt eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit Annina Gujan, Fachverantwortliche Frühe Kindheit bei der kantonalen Gesundheitsförderung und Integration.
Jürgen Feigel, neuer Leiter der Abteilung Jugend, Familie, Sucht des kantonalen Sozialamts, betonte in seinem Referat, dass Gewalt in der Erziehung nicht erst bei körperlichen Übergriffen beginnt. Auch Drohungen, Beschimpfungen und wiederholte Demütigungen können Kinder in ihrer Entwicklung beeinträchtigen. Seit Juli dieses Jahres ist der Grundsatz der gewaltfreien Erziehung ausdrücklich im Schweizerischen Zivilgesetzbuch verankert. Gleichzeitig müssen die Kantone den Zugang zu Beratungsangeboten für Eltern und Kinder sicherstellen.
Gewaltfreie Erziehung bedeute keineswegs, auf Regeln und Grenzen zu verzichten, führte Feigel aus. Kinder brauchen Orientierung, verlässliche Beziehungen und Erwachsene, die ihnen Sicherheit vermitteln. Ebenso wichtig sei es, überforderte Eltern frühzeitig zu unterstützen, statt sie vorschnell zu verurteilen. Dabei müsse der Schutz des Kindes stets gewährleistet bleiben, ohne die Würde der Eltern aus den Augen zu verlieren.
Gemeinsame Verantwortung im KinderschutzAnhand konkreter Fallbeispiele diskutierten die Teilnehmenden, wie schwierige Erziehungssituationen angesprochen und Familien unterstützt werden können. Im Austausch mit Jürgen Feigel vertieften sie Fragen der professionellen Haltung und Zusammenarbeit. Eine zentrale Erkenntnis: Wirksamer Kinderschutz braucht das Zusammenspiel verschiedener Fachstellen, klare Zuständigkeiten und gegenseitiges Vertrauen.
Tanja Kaiser, Schulsozialarbeiterin beim Sozialamt, stellte das Moderationsset «Gewaltfrei erziehen» vor. Mithilfe von Karten mit typischen Alltagssituationen können Fachpersonen mit Eltern über schwierige Erziehungsmomente ins Gespräch kommen und gemeinsam gewaltfreie Handlungsmöglichkeiten erarbeiten. Erika Liem Gander von der Mütter- und Väterberatung und Ursula Niederberger von der kantonalen Abteilung Jugend, Familie, Sucht führten zudem in GUSTAF («Guter Start ins Familienleben») ein. Ein interaktives Schema hilft Fachpersonen, Belastungen in Familien frühzeitig zu erkennen, den Unterstützungsbedarf einzuschätzen und bei Bedarf geeignete Beratungs- und Hilfsangebote einzubeziehen.
Ein Netzwerk mit vielfältigen AngebotenDie Treffen des Netzwerks Frühe Kindheit Nidwalden finden regelmässig statt, um den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Fachpersonen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich zu fördern. Ziel ist es, Wissen und Erfahrungen zu teilen und Familien frühzeitig zu unterstützen. Die gute Verankerung des Themas im Kanton zeigt sich auch an zahlreichen weiterführenden Angeboten, darunter Elternworkshops, Veranstaltungen zu Erziehungsfragen und Weiterbildungen für Fachpersonen.

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