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Geschichten vom Langen Marsch finden über Generationen hinweg Resonanz

Geschichten vom Langen Marsch finden über Generationen hinweg Resonanz

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Vor 90 Jahren legte die Zentrale Rote Armee den Langen Marsch zurück. Heute erzählt Kong Xia die Geschichten jener Zeit. Seit über 30 Jahren hat sie mehr als 1.000 Vorträge gehalten. Der Geist des Langen Marsches – Glaube, Beharrlichkeit und das Volk an erster Stelle – wirkt bis heute.

Vor einem Grab mit der Aufschrift „Grab der Roten Armee“ in Zunyi, einer Stadt in der südwestchinesischen Provinz Guizhou, erzählte Kong Xia Besuchern von dem jungen Sanitäter, der dort seine letzte Ruhe gefunden hat. Der Sanitäter war erst 18 Jahre alt, als die Rote Armee im Januar 1935 während des Langen Marsches Zunyi erreichte. Er blieb zurück, um kranke Dorfbewohner zu versorgen, verlor dabei den Kontakt zu seiner Einheit und wurde schließlich von feindlichen Truppen getötet. Unter Einsatz ihres eigenen Lebens bestatteten Einheimische heimlich seinen Leichnam.

Ein ausländischer Zuhörer sagte einmal vor diesem Grab zu ihr: „An eine gute Tat erinnert man sich, selbst nach hundert Jahren noch.“

Für Kong Xia, eine 56-jährige Freiwillige, die seit mehr als drei Jahrzehnten Geschichten über den Langen Marsch erzählt, drücken diese Worte etwas Universelles aus. Die Gefühle, die der Lange Marsch hervorruft – Güte, Beharrlichkeit, die Sehnsucht nach einem guten Leben –, sind an keine bestimmte Sprache oder Nation gebunden. 90 Jahre nach diesem epischen Zug finden die Geschichten neue Zuhörer und inspirieren Menschen in ihrem Alltag. Die Rote Armee, angeführt von der Kommunistischen Partei Chinas (KP Chinas), bestand während der chinesischen Revolution vorwiegend aus Soldaten, die aus Bauern- und Arbeiterfamilien stammten. Zwischen 1934 und 1936 legte die Zentrale Rote Armee eine Strecke von bis zu 12.500 Kilometern zurück, um die Belagerung durch die Kuomintang-Partei zu durchbrechen – ein Marsch, der später als der „Lange Marsch“ bekannt wurde.

Es war beileibe kein leichter Weg. Die Armee musste mehr als 600 Gefechte bestehen und trotzte dabei reißenden Flüssen, schneebedeckten Bergen und tückischen Graslandschaften; viele Soldaten kamen auf dem Weg ums Leben. Bis Dezember 1934 – weniger als zwei Monate nach Beginn des Marsches – hatte die Zentrale Rote Armee mehr als die Hälfte ihrer Stärke eingebüßt. Ihre Zahl schrumpfte von über 86.000 auf knapp über 30.000. Als Chinas „Stadt des historischen Wendepunkts“ nimmt Zunyi einen besonderen Platz in der Geschichte des Landes ein. Nach ihrer Ankunft im Januar 1935 berief die KP Chinas eine dreitägige Konferenz ein, um Lehren aus der Niederlage zu ziehen. Dies führte schließlich zur Korrektur der strategischen Fehler der Armee und zur Etablierung einer neuen Parteiführung unter Mao Zedong. Etwa einen Monat später errang die Rote Armee am Loushan-Pass bei Zunyi ihren ersten großen Sieg während des Marsches – ein Beweis dafür, dass die neue Strategie funktionierte.

Kong Xias Großvater, Kong Xianquan, ein Stabsoffizier der Roten Armee, erlebte diesen tiefgreifenden Wandel hautnah mit. Als er mit seiner Einheit den Pass stürmte, wurde der damals 24-Jährige am linken Bein angeschossen. Nach seinem Tod im Jahr 1988 fand man in seiner Asche sechs Granatsplitter. Im Jahr 1954 wurde Kong Xianquan der erste Kurator der Gedenkstätte für die Zunyi-Tagung. Trotz seiner Beinverletzung reiste der Veteran durch Berge und Täler und trug mehr als 1.200 wertvolle Exponate für die Gedenkstätte zusammen.

Heute führt Kong Xia das Werk ihres Großvaters fort und erzählt Geschichten vom Langen Marsch. Seit 1993 hat sie mehr als 1.000 ehrenamtliche Vorträge vor über 50.000 Zuhörern gehalten und Hunderte junger Museumsführer ausgebildet. Auch im Ruhestand sucht sie weiterhin nach neuen Wegen, diese Geschichten an die jüngere Generation zu vermitteln.

Kong Xia ist davon überzeugt, dass der Geist des Langen Marsches – der darin besteht, am Glauben festzuhalten, Rückschlägen zu trotzen und das Volk an die erste Stelle zu setzen – für die Verwirklichung des „Chinesischen Traums“ von Bedeutung ist. „Wenn heute Geschichten vom Langen Marsch erzählt werden, geschieht dies nicht, um im Elend zu verharren, sondern um den Weg in die Zukunft zu weisen“, betonte sie.

MIL OSI