Source: Deutsche Nachrichten
Schulträger in Deutschland können seit Anfang September 2026 Vorhaben für digitale Ausstattung anmelden. Bundesbildungsministerin Karin Prien hat die Verwaltungsvereinbarung zum Digitalpakt 2.0 am 31. August 2026 in Berlin unterzeichnet, nachdem alle Länder zugestimmt hatten. Nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend stehen damit in den kommenden fünf Jahren fünf Milliarden Euro für allgemeinbildende und berufsbildende Schulen bereit. Wie sich digitale Tafeln im Unterricht und in der Zusammenarbeit einsetzen lassen, beschreibt ein Grundlagenbeitrag.
Wie sich die fünf Milliarden Euro aufteilen
Bund und Länder tragen die Summe zu gleichen Teilen. Der Bund stellt 2,5 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität bereit, die Länder steuern denselben Betrag bei. Die Aufteilung innerhalb der Bundesmittel ist in der Vereinbarung festgelegt.
- 2,25 Milliarden Euro entfallen als Finanzhilfe des Bundes auf den Handlungsstrang zur digitalen Bildungsinfrastruktur.
- Davon sind 2,1375 Milliarden Euro für landesbezogene Maßnahmen vorgesehen.
- Weitere 112,5 Millionen Euro sind für länderübergreifende Vorhaben eingeplant.
- 250 Millionen Euro investiert der Bund zusätzlich in praxisorientierte Forschung.
- Die landesbezogenen Mittel verteilen sich nach dem Königsteiner Schlüssel, also nach Steueraufkommen und Einwohnerzahl.
Was mit den Mitteln angeschafft werden kann
Der Katalog der förderfähigen Vorhaben reicht von der Leitung bis zum Endgerät. Genannt sind leistungsfähige Schulnetze, kabellose Netze (WLAN), Schulserver, mobile Endgeräte sowie digitale Lehr- und Lernplattformen. Ausdrücklich aufgeführt ist auch die digitale Ausstattung der Unterrichtsräume.
Genau in diese letzte Position fallen interaktive Whiteboards und vergleichbare Anzeigeflächen. Ein fest installiertes Display ersetzt Tafel und Projektor, ein Rollständer macht dieselbe Fläche zwischen Räumen beweglich. Beide Bauformen hängen an derselben Voraussetzung, nämlich einer belastbaren Netzanbindung im Gebäude.
Ab wann Schulträger Vorhaben anmelden können
Die Vereinbarung ist zum 1. September 2026 in Kraft getreten. Laut dem Bundesministerium können durch den vorzeitigen Maßnahmenbeginn auch Vorhaben gefördert werden, die bereits ab dem 1. Januar 2026 begonnen wurden. Antragsberechtigt sind die Schulträger und die nach Landesrecht dafür vorgesehenen Stellen.
Die Länder regeln die Antragswege jeweils eigenständig. Für Schulträger heißt das, dass Beschaffungspläne und Netzausbau vor Ort aufeinander abgestimmt werden müssen. Ein Display ohne ausreichende Bandbreite bleibt eine teure Schreibfläche.
Was interaktive Whiteboards im Klassenraum leisten müssen
Ein Anzeigegerät im Unterricht arbeitet unter anderen Bedingungen als ein Bildschirm im Büro. Tageslicht, Blickwinkel aus den hinteren Reihen und wechselnde Bedienerinnen und Bediener bestimmen die Auswahl stärker als die reine Auflösung. Hinzu kommt die Anbindung an Videoverbindungen, wenn einzelne Teilnehmende zugeschaltet werden.
Welche Vorteile LED-Boards bei Präsentationen und Schulungen bieten, ordnet ein Beitrag im Fachportal der Provimedia GmbH ein. Für Schulungsräume in Betrieben gilt dieselbe Rechnung wie für Klassenzimmer: Helligkeit, Standfestigkeit und Wartbarkeit entscheiden über die Nutzungsdauer.
„Fünf Milliarden Euro über fünf Jahre klingen nach viel und sind je Schule überschaubar. Entscheidend wird deshalb sein, ob Netz, Anzeigetechnik und Fortbildung gemeinsam beschafft werden oder nacheinander“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Woran sich der Mittelabfluss messen lässt
Die Laufzeit der Vereinbarung reicht über fünf Jahre. Aussagekräftig wird deshalb nicht die Gesamtsumme sein, sondern das Tempo, in dem Länder und Schulträger die landesbezogenen Mittel abrufen. Der vorherige Digitalpakt war vor allem dafür kritisiert worden, dass Mittel lange nicht ankamen.
Im September 2026 beginnt damit die Phase, in der Ausschreibungen und Beschaffungen anlaufen. Für Anbieter von Anzeigetechnik verschiebt sich die Nachfrage vom Einzelgerät zur Raumlösung aus Display, Halterung, Kamera und Anschluss.
