Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Besucher der Chengdu Motor Show 2026 in der südwestchinesischen Stadt Chengdu. (21. August 2026, Xinhua)
Der neueste Mercedes-Benz GLE SUV feierte auf der diesjährigen Chengdu Motor Show seine Weltpremiere – ausgestattet mit einem Fahrerassistenzsystem, das gemeinsam mit dem chinesischen Anbieter für autonome Fahrtechnologie Momenta entwickelt wurde.
Der neue GLE mit langem Radstand wird später auch das „R7 World Model“ von Momenta übernehmen, eine sich selbst verbessernde physische KI-Engine. Mercedes-Benz investierte erstmals 2017 in das chinesische Startup, und die Zusammenarbeit wurde in den letzten Jahren stetig ausgebaut.
Jahrzehntelang folgten ausländische Autohersteller einem festen Geschäftsmuster: Sie führten im Ausland entwickelte Modelle und Technologien in China ein und passten sie gezielt an die lokalen Verbraucher an. Doch da Software und künstliche Intelligenz in modernen Fahrzeugen immer wichtiger werden, hat sich diese Branchendynamik mittlerweile deutlich verändert.
Auch andere globale Autohersteller wie BMW, Volkswagen und Toyota arbeiten mit chinesischen Unternehmen auf diesem Gebiet zusammen, da Chinas sich rasant entwickelnder Automarkt eine neue Generation von Technologiezulieferern hervorbringt.
Der boomende chinesische Markt ist die treibende Kraft hinter diesem Wandel. Einst weitgehend auf Fahrzeuge im Preisbereich über 300.000 Yuan beschränkt, haben sich fortschrittliche Fahrerassistenzfunktionen allmählich auf das Segment zwischen 150.000 und 200.000 Yuan und in einigen Fällen sogar auf niedrigere Preisklassen ausgeweitet.
Auf der Chengdu Motor Show 2026 sind die Stadtnavigationshilfe und das automatisierte Parken – zwei der leistungsfähigsten derartigen Funktionen – zur Standardausstattung bei neu eingeführten Modellen geworden.
Diese rasche Einführung, gepaart mit dem harten Wettbewerb unter den Autoherstellern, hat dazu geführt, dass Technologien von Huawei und Momenta breitere Anwendung in Elektrofahrzeugsystemen, intelligentem Fahren und smarten Cockpits finden.
Momenta verfolgt seine Expansion ins Ausland auf zwei parallelen Wegen: Zum einen begleite es chinesische Autohersteller wie Chery bei deren Eintritt in ausländische Märkte, zum anderen realisiere es grenzüberschreitende, globale Fahrzeugprogramme mit internationalen Partnern wie Mercedes-Benz, General Motors, Toyota und Hyundai, sagte Gu Gongyao, Vizepräsident von Momenta.
Im Juli erhielt Momenta vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Genehmigung für landesweite Straßentests mit autonomem Fahren der Stufe 4 – ein wichtiger Meilenstein für die Expansion in Europa.
Andere chinesische Firmen für autonomes Fahren verfolgen unterschiedliche Wege für den Auslandseinstieg. Baidus Robotaxi-Dienst Apollo Go hat in Dubai vollständig fahrerlose, kommerzielle Ride-Hailing-Dienste eingeführt. WeRide betreibt kommerzielle Robotaxi-Dienste im Nahen Osten und wird autonome Shared-Mobility-Dienste in Dänemark starten. Pony.ai treibt Robotaxi-Projekte in Dubai und Katar voran.
Solche Vorhaben verdeutlichen jedoch auch, warum die globale Expansion weit mehr erfordert als einfache Software-Exporte.
Ein System, das umfassend auf chinesischen Straßen trainiert und validiert wurde, erfordert vor dem Einsatz in anderen Ländern noch weitere Überprüfungen und Anpassungen, während die kommerzielle Einführung von der Erlangung lokaler regulatorischer Genehmigungen abhängt.
Branchenbeobachtern zufolge ist die Partnerschaft zwischen Mercedes-Benz und Momenta ein Beispiel dafür, wie chinesische Firmen für intelligentes Fahren Beziehungen zu globalen Autoherstellern aufbauen und ihre Technologien im Ausland validieren.
