Source: Deutsche Nachrichten
Wenn Liefertermine unter Druck geraten, Durchlaufzeiten steigen oder der Output hinter den Erwartungen bleibt, erscheint eine Investition in zusätzliche Maschinen oder Automatisierung oft als naheliegende Lösung. Doch neue Technik beseitigt nicht automatisch Wartezeiten, ungeklärte Zuständigkeiten, fehlendes Material oder instabile Arbeitsabläufe. Wer vor einer Investition den tatsächlichen Engpass nicht kennt, riskiert, Kapazität an der falschen Stelle aufzubauen.
Erst den Engpass belegen, dann investieren
In vielen Produktionsbereichen entsteht der Eindruck mangelnder Kapazität dort, wo Aufträge sichtbar liegen bleiben. Die Ursache kann jedoch an einer vorgelagerten Schnittstelle, in schwankenden Rüstabläufen, verspäteten Freigaben oder einer unzureichenden Materialbereitstellung liegen. Eine zusätzliche Maschine erhöht dann zwar die theoretische Leistung eines Arbeitsschrittes, verbessert aber nicht zwingend den Durchsatz des Gesamtprozesses.
„Eine Investition ist wirtschaftlich nur dann überzeugend, wenn sie den nachweisbaren Engpass trifft“, erklärt Andreas Oschatz, Geschäftsführer der Oschatz Consulting GmbH. „Deshalb sollte vor der technischen Lösung zunächst der reale Material- und Informationsfluss betrachtet werden. Oft zeigt sich dabei, dass organisatorische Maßnahmen schneller wirken und deutlich weniger Kapital binden.“
Der reale Ablauf ist entscheidend
Eine Ablauf- und Prozessanalyse bildet nicht den vorgesehenen, sondern den tatsächlich gelebten Prozess ab. Erfasst werden unter anderem Bearbeitungs-, Liege- und Wartezeiten, Wege, Übergaben, Rückfragen, Nacharbeit und Verantwortlichkeiten. Ergänzende Zeitstudien oder Multimomentaufnahmen können quantifizieren, welche Anteile produktiv genutzt werden und wodurch verfügbare Kapazität verloren geht.
Aus diesen Daten entsteht eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage: Ist tatsächlich zusätzliche technische Kapazität erforderlich? Reicht eine Anpassung von Layout, Materialfluss oder Arbeitsorganisation? Oder muss zunächst ein instabiler Prozess standardisiert werden, damit eine spätere Automatisierung überhaupt zuverlässig funktionieren kann?
Investitionen und Organisation gemeinsam bewerten
Dabei geht es nicht darum, Investitionen grundsätzlich infrage zu stellen. Moderne Technik kann Produktivität, Qualität und Ergonomie erheblich verbessern. Ihr wirtschaftlicher Nutzen hängt jedoch davon ab, ob Prozess, Mengenstruktur, Personalbedarf und Schnittstellen zur geplanten Lösung passen. Besonders bei Automatisierungsvorhaben sollten deshalb Sollprozess, Leistungsanforderungen und relevante Zeitdaten vor der Freigabe belastbar beschrieben sein.
Auch nach der Entscheidung bleibt die Umsetzung entscheidend. Ein priorisierter Maßnahmenplan mit Verantwortlichkeiten, Terminen und messbaren Prüfpunkten sorgt dafür, dass organisatorische Verbesserungen und technische Veränderungen zusammenwirken. So lässt sich später überprüfen, ob sich Durchsatz, Durchlaufzeit oder Kapazitätsnutzung tatsächlich verbessert haben.
Orientierung für Produktionsverantwortliche
Oschatz Consulting beschreibt auf der Unternehmenswebsite, wie Ablauf- und Prozessanalysen Engpässe, Schnittstellen und Verlustzeiten sichtbar machen und wie daraus ein umsetzbarer Sollprozess entsteht. Produktionsverantwortliche können ihre Ausgangssituation zudem in einer kostenfreien Potenzialklärung unverbindlich einordnen lassen. Weiterführende Informationen finden sich unter https://oschatz-consulting.de/… sowie unter https://oschatz-consulting.de/….
