Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Wenn der Frühsommer kommt, macht sich eine Lieferung malaysischer Durians, vietnamesischer Litschis und thailändischer Mangostane nach der anderen auf den weiten Weg nach China. Über die Häfen Guangxis kommen die Früchte direkt auf die Tische vieler Millionen chinesischer Familien. Als einzige Region Chinas, die mit den ASEAN-Staaten sowohl an Land als auch über See verbunden ist fungiert Guangxi als „Goldener Korridor“, Hauptumschlagplatz für den Import frischen Obsts aus den ASEAN-Staaten nach China.
Nach statistischen Angaben wird fast ein Drittel des gesamten für China bestimmten Obsts aus dem ASEAN über Guangxi importiert – jede dritte Durianfrucht geht durch den Zoll in Guangxi. Von Januar bis April dieses Jahres führten die Häfen in Guangxi insgesamt 894.700 Tonnen Obst aus den ASEAN-Staaten ein. Das sind 12,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Warenwert stieg sogar um 58,9 Prozent auf 9,525 Milliarden Yuan (1,22 Milliarden Euro).
Je effizienter die Zollabfertigung vonstatten geht, desto frischer kommen die Früchte an. Daher hat Guangxi bereits zwölf spezielle Kontrollstellen an den Straßen, Häfen, Flughäfen und Eisenbahnstrecken eingerichtet, über die das Obst ins Land kommt. In Youyiguan, Dongxing, am Hafen Qinzhou sowie dem Flughafen Nanning wird rund um die Uhr abgefertigt. An den wichtigsten Häfen gibt es nun speziell für Obstimporte bestimmte „Expressspuren“. Diese sind nach Terminbuchung 24 Stunden jeden Tag verfügbar. Außerdem kann hier die Ware schon vor Ankunft angemeldet werden und wird vor Ort bevorzugt abgefertigt: Ankunft, Kontrolle und Freigabe – alles erfolgt sofort in einem Schritt. Am Hafen Qinzhou finden Inspektionen sogar schon an Bord der Schiffe statt, noch bevor diese überhaupt in den Hafen einfahren. Damit vergehen vom Löschen der Ware bis zur Zollfreigabe im Idealfall nur dreißig Minuten.
Eine geschlossene Kühlkette sorgt dafür, dass die Früchte so schmecken, als wären sie gerade erst frisch gepflückt worden. Guangxi baut gerade ein dreistufiges Kühlnetzwerk auf, in dessen Rahmen regelmäßig direkte Kühlfrachter und -züge den Handelskorridor passieren. So erreichen thailändische Früchte schon nach 72 Stunden den chinesischen Markt, malaysische Durians schaffen den Weg von der Ernte bis zum Hafen Qinzhou bestenfalls sogar in unter 24 Stunden.
Die Region dient als große Logistik-Drehscheibe. Gestützt auf das China-ASEAN-Fruchthandelszentrum in Chongzuo und die Internationale Kühlkettenbasis Beibu Gulf haben die Städte Pingxiang und Chongzuo landesweit bedeutende Großmärkte für den grenzüberschreitenden Handel mit Obst aufgebaut. Die Ware wird hier direkt bei Ankunft sortiert und für den Weitertransport verteilt. Grenzübergänge wandeln sich so von reinen Durchgangsstationen zu nationalen Umschlagplätzen.
Eine frische Frucht verbindet zwei Länder – und ein Handelsweg erreicht unzählige Familien. Von der Ernte in die Obstschale, von der Frische Südostasiens bis zur Süße auf der Zunge – mit der Kraft dieser Handelsroute beschert Guangxi den Verbrauchern zuverlässig bezahlbares Obst für alle.
