Source: People’s Republic of China – State Council News in German
China rückt künstliche Intelligenz (KI) ins Zentrum seiner nächsten industriellen Offensive. Fabriken sollen intelligenter, kritische Lieferketten widerstandsfähiger werden und die größte Fertigungsbasis der Welt weiterhin mit den globalen Märkten verbunden bleiben. Dies erklärten Beamte, Unternehmensvertreter und Branchenexperten am Sonntag.
Die Botschaft fiel mit der Eröffnung der World Manufacturing Convention 2026 am Sonntag in Hefei in der Provinz Anhui zusammen. Sie erfolgte nur wenige Tage, nachdem die chinesische Führung auf einer nationalen Konferenz zur fortgeschrittenen Fertigung in Beijing zu anhaltenden Anstrengungen aufgerufen hatte, die Fertigung auszubauen und zu stärken sowie die industriellen Lieferketten widerstandsfähiger und eigenständiger zu machen.
Der zeitliche Zusammenhang der beiden Veranstaltungen unterstreicht eine Verschiebung der industriellen Prioritäten des Landes. Xin Guobin, Vizeminister für Industrie und Informationstechnologie, erklärte auf der Konferenz in Anhui, China werde die intelligente Fertigung der neuen Generation priorisieren und die tiefere Integration von KI in die Produktion vorantreiben.
„China wird intelligente Fabriken fördern, Open-Source-Grundlagenmodelle und branchenspezifische KI-Modelle entwickeln, die heimische Fertigungssoftware und -hardware stärken und die kohlenstoffarme Transformation der Fabriken beschleunigen“, so Xin.
Dieser Wandel ist besonders in der Provinz Anhui sichtbar. Der dortige Parteisekretär Liang Yanshun betonte, die Fabriken der Provinz produzierten jede Minute etwa 190 Haushaltsgeräte, 50 Laptops und vier Elektrofahrzeuge.
„Diese Dynamik verdankt sich jahrzehntelanger technologischer Innovation und intelligenter Transformation in Anhui. Immer mehr in Anhui hergestellte Produkte gehen ins Ausland und kommen Verbrauchern weltweit zugute“, unterstrich er.
Ein Paradebeispiel ist ChangXin Memory Technologies. Der in Hefei ansässige Speicherchip-Hersteller teilte am Sonntag mit, die Massenproduktion seiner fünften Generation (G5) der DRAM-Technologieplattform aufgenommen zu haben. Damit habe das Unternehmen das derzeit fortschrittlichste Fertigungsniveau der Branche erreicht.
Aktuelle Daten der Provinzregierung von Anhui zeigen, dass die Umsätze der großen Industrieunternehmen der Provinz während des 14. Fünfjahresplans (2021–2025) von 3,8 Billionen Yuan auf 5,9 Billionen Yuan (866 Milliarden US-Dollar) gestiegen sind. Damit liegt Anhui landesweit auf Platz fünf.
Branchenexperten zufolge geht es im nächsten Fertigungswettlauf für China nicht mehr einfach nur darum, mehr zu produzieren, sondern intelligenter und umweltfreundlicher zu fertigen und fortschrittlichere Technologien zu entwickeln.
Tian Jietang, Leiter der Abteilung für Industrieökonomie am Entwicklungsforschungszentrum des Staatsrats, erklärte: „China braucht stärkere Kapazitäten in der fortgeschrittenen Fertigung und widerstandsfähigere Lieferketten, um dem sich verschärfenden internationalen Wettbewerb zu begegnen.“
