Post

Campingplätze zählen 44,7 Millionen Übernachtungen — die Gebühren für Wohnmobilstellplätze stiegen seit 2020 um 32,2 Prozent

Campingplätze zählen 44,7 Millionen Übernachtungen — die Gebühren für Wohnmobilstellplätze stiegen seit 2020 um 32,2 Prozent

Source: Deutsche Nachrichten
Camping ist in Deutschland keine Nische mehr, sondern ein Neuntel des gesamten Übernachtungsgeschäfts. Laut dem Statistischen Bundesamt entfielen 2025 rund 44,7 Millionen Gästeübernachtungen auf Campingplätze — 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr und 9,0 Prozent aller 497,4 Millionen Übernachtungen im Land. Veröffentlicht wurden die Zahlen am 30. März 2026.

Der Zuwachs hat seinen Preis, und er verteilt sich ungleich. Am stärksten verteuerten sich seit 2020 die Wohnmobilstellplätze mit 32,2 Prozent — deutlich mehr als die Campingplatzgebühr mit 28,7 Prozent und mehr als die Verbraucherpreise insgesamt mit 21,9 Prozent.

Wer viel Platz braucht, zahlt den größten Aufschlag

Die drei Preisreihen laufen auseinander, obwohl sie dieselbe Leistung beschreiben: eine Nacht auf einem Platz. Der Unterschied liegt in der Fläche und der Versorgung, die ein Fahrzeug beansprucht.

Für die Ausrüstungsseite folgt daraus eine schlichte Rechnung. Wer ohne Aufbau reist und auf einem gewöhnlichen Stellplatz übernachtet, umgeht den Posten, der am schnellsten steigt — was ein Preisüberblick für Dachzelte gegen die laufenden Platzkosten stellt.

„Die Zahl, die zählt, ist nicht der Anschaffungspreis, sondern der Aufschlag pro Nacht. Der steht in keinem Prospekt und summiert sich über eine Saison“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Verdoppelt seit 2005, und der Trend hält

Der Vergleich über zwanzig Jahre zeigt die Größenordnung deutlicher als jeder Jahreswert: 21,7 Millionen Übernachtungen im Jahr 2005, 44,7 Millionen im Jahr 2025 — ein Plus von 105,5 Prozent.

Auch gegenüber der Zeit vor der Pandemie liegt das Niveau klar höher. 2019 zählten die Plätze 35,8 Millionen Übernachtungen, 2025 waren es 24,9 Prozent mehr. Der Anstieg ist damit kein Nachholeffekt, sondern eine eigene Entwicklung.

Was die Statistik für 2025 ausweist

Wie das Statistische Bundesamt berichtet, ergeben sich folgende Werte:

  • 44,7 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen im Jahr 2025.
  • Das sind 4,2 Prozent mehr als 2024 mit 42,9 Millionen.
  • Gegenüber 2019 mit 35,8 Millionen beträgt der Zuwachs 24,9 Prozent.
  • Gegenüber 2005 mit 21,7 Millionen sind es 105,5 Prozent mehr.
  • Auf Campingplätze entfielen 9,0 Prozent aller 497,4 Millionen Gästeübernachtungen.

Ausländische Gäste konzentrieren sich auf wenige Regionen

Bei Gästen aus dem Ausland verteilen sich die Übernachtungen sehr ungleich. Der Schwarzwald führt mit 735.000, gefolgt von Mosel-Saar mit 369.000 und der rheinland-pfälzischen Eifel mit 301.000.

Die weiteren Plätze belegen Bodensee-Oberschwaben mit 239.000 und das bayerische Allgäu mit 162.000. Zwischen dem ersten und dem fünften Rang liegt damit mehr als das Vierfache — wer in der Nebensaison Ruhe sucht, findet sie eher außerhalb der Spitzenregionen. Für Fahrzeuge mit Aufbau lohnt dabei ein Blick auf die kalte Jahreszeit, für die es eigene Hinweise zur Wintertauglichkeit gibt.

Ein Rekordwert sagt nichts über die einzelne Nacht

Die Übernachtungszahl misst Belegung, nicht Auslastung. Wie voll ein einzelner Platz in der Hauptsaison ist, geht daraus nicht hervor — und genau das entscheidet darüber, ob eine Reise ohne Reservierung funktioniert.

Ebenso wenig sagt die Preisreihe etwas über einzelne Plätze. Sie beschreibt einen Durchschnitt über sehr unterschiedliche Angebote, von der Wiese mit Wasseranschluss bis zur Anlage mit Strom, Sanitärgebäude und Servicestation.

Woran sich die Saison 2026 messen lässt

Die Zahlen für das laufende Jahr legt das Statistische Bundesamt im Frühjahr 2027 vor.

Für die eigene Planung bleibt die Preisreihe der brauchbarere Anhaltspunkt als die Rekordmeldung. Wenn Stellplätze schneller teurer werden als alles andere, verschiebt sich die Rechnung zugunsten von Lösungen, die mit weniger Fläche und weniger Anschlüssen auskommen — unabhängig davon, wie viele Menschen insgesamt unterwegs sind.

MIL OSI