Source: Deutsche Nachrichten
Die öffentliche Ladeinfrastruktur in Deutschland hat eine runde Marke hinter sich gelassen. Laut dem Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur waren zum 1. Juli 2026 insgesamt 209.605 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Betrieb. Davon entfielen 155.264 auf Normalladepunkte und 54.341 auf Schnellladepunkte. Gemeinsam stellen sie eine Ladeleistung von 9,04 Gigawatt bereit. Die Zahlen schließen Meldungen aus noch nicht abgeschlossenen Anzeigeverfahren ein.
Zwei Netze mit unterschiedlicher Aufgabe
Hinter der Gesamtzahl stehen zwei verschiedene Anwendungsfälle. Normalladepunkte versorgen Fahrzeuge, die ohnehin längere Zeit stehen, Schnellladepunkte solche, die weiterfahren sollen.
Für die Alltagsplanung ist deshalb weniger die Summe wichtig als die Frage, welcher Typ am Ziel steht. Wer regelmäßig zu Hause lädt, stellt sich diese Frage seltener und stattdessen die nach der eigenen Anschlusslösung — wozu ein Blick auf Argumente für und gegen eine eigene Wandladestation gehört.
„Zweihunderttausend Ladepunkte klingen nach einem gelösten Problem. Entscheidend ist aber nicht die Zahl, sondern wo sie stehen und wie schnell sie sind“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was das Register ausweist
Das Verzeichnis weist zum Stichtag folgende Werte aus:
- Insgesamt waren 209.605 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Betrieb gemeldet.
- Davon entfielen 155.264 auf Normalladepunkte.
- Auf Schnellladepunkte entfielen 54.341 Anschlüsse.
- Die gemeinsam bereitstellbare Ladeleistung lag bei 9,04 Gigawatt.
- Enthalten sind auch Meldungen aus noch nicht abgeschlossenen Anzeigeverfahren.
Die Leistung sagt mehr als die Stückzahl
Aufschlussreich ist das Verhältnis von Anschlüssen zu Gigawatt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur lädt rund ein Viertel der Ladepunkte schnell und trägt zur bereitstellbaren Leistung aber überproportional bei, weil ein einzelner Schnellladepunkt ein Vielfaches eines Normalladepunkts abgibt.
Ein Ausbau lässt sich damit auf zwei Wegen betreiben. Mehr Anschlüsse erhöhen die Zahl gleichzeitig ladender Fahrzeuge, mehr Leistung verkürzt die Zeit pro Fahrzeug — beides verbessert die Versorgung, aber für verschiedene Fahrprofile.
Ein Register ist keine Verfügbarkeitsanzeige
Das Verzeichnis erfasst gemeldete Anschlüsse, nicht deren Zustand im Augenblick. Ob ein Ladepunkt frei, belegt oder gestört ist, geht daraus nicht hervor.
Hinzu kommt die räumliche Verteilung, die eine bundesweite Summe nicht abbildet. Für die Frage, ob eine Strecke gut versorgt ist, bleibt die Karte aussagekräftiger als die Gesamtzahl.
Was die Kosten daneben tun
Der Ausbau verändert die Verfügbarkeit, nicht den Preis. Was eine Ladung kostet, hängt vom Anbieter, vom Tarif und vom Ladeort ab — weshalb sich ein Vergleich mit dem Aufwand für das Laden zu Hause für viele Haushalte lohnt.
Woran sich der nächste Stichtag messen lässt
Die Bundesnetzagentur schreibt das Register laufend fort. Der interessantere Wert wird der Anteil der Schnellladepunkte sein, nicht die Gesamtzahl.
Der Anteil der Schnellladepunkte zeigt, ob der Ausbau in die Fläche geht oder in die Geschwindigkeit. Beides ist nötig, aber nur eines von beidem entlastet die Reiseplanung auf langen Strecken.
