Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Mit Beginn der Hochwassersaison, die in China von Ende Juli bis Mitte August dauert, setzt das Land verstärkt auf moderne Technologien, insbesondere auf Künstliche Intelligenz (KI), um die Überwachung von Wasserständen, die Hochwasservorhersage und die Notfallreaktion zu verbessern.
In Beijing präsentierte die Rongxin Datainfo Science and Technology Co., Ltd., ein auf KI und Big Data spezialisiertes Unternehmen, eine KI-gestützte Datenagentenplattform für den Notfalleinsatz. Sie integriert Echtzeitdaten zu Niederschlägen, Flusswasserständen, Wetterprognosen, kartierten Hochwasserrisikogebieten sowie weitere relevante Informationen.
Das System erstellt dynamische Hochwasserrisikokarten, simuliert mögliche Hochwasserszenarien und gibt Frühwarnungen aus. Zudem kann es mit lokalen Notfallmanagementsystemen verbunden werden und Warnmeldungen automatisch an die zuständigen Behörden weiterleiten, um bei Bedarf den Einsatz von Rettungskräften zu unterstützen.
„Dieses KI-Datenagentensystem wird bereits in einem Dutzend Provinzregionen eingesetzt, darunter Beijing, Sichuan und Henan. Beim Aufbau einer Plattform für Notfallkommando und Einsatzkoordination in einem Kreis half das System dabei, Daten zur Katastrophenvorsorge und zum Notfallmanagement über Kreis, Gemeinden, Städte, Dörfer und Bergregionen hinweg miteinander zu vernetzen“, sagte Cheng Lili, CEO der Rongxin Datainfo Science and Technology Co., Ltd.
Auch das Ministerium für Wasserressourcen weitet den landesweiten Einsatz eines digitalen Zwillingssystems aus. Dabei handelt es sich um eine datengestützte Plattform, die ein virtuelles Abbild realer Wasserwirtschaftssysteme erstellt.
„Das digitale Zwillingssystem für die Wasserwirtschaft integriert digitale Technologien wie Big Data, Cloud Computing und KI tiefgreifend in den Betrieb der Wasserwirtschaft. Es bildet Flüsse, Seen und Wasserbauprojekte in der digitalen Welt ab und ermöglicht intelligente Simulationen. Diese Simulationen der Wasserbewirtschaftung dienen als ,intelligentes Gehirn‘ für Maßnahmen zur Hochwasser und Dürreprävention sowie für das Management und die Verteilung der Wasserressourcen“, sagte Wang Rong, stellvertretende Leiterin des Informationszentrums des Ministeriums für Wasserressourcen.
Im Einzugsgebiet des Perlflusses in Südchina kann ein HydroMPM System (Hydro Multi Processes Modeling), das auf dem digitalen Zwillingssystem basiert, innerhalb von nur drei Minuten eine vorausschauende Simulation des Hochwasserverlaufs im nördlichen Teil des Einzugsgebiets für einen Prognosezeitraum von 72 Stunden erstellen.
In den vergangenen Jahren hat diese digitale Zwillingstechnologie dazu beigetragen, mehr als 81 Milliarden Kubikmeter Hochwasser zurückzuhalten und über 1.700 Städte und Gemeinden vor Überflutungen zu schützen.
„Seit Beginn der diesjährigen Hochwassersaison wurden insgesamt 549.000 Hochwasservorhersagen erstellt und veröffentlicht. Zudem wurden 2.437 Wasserstandswarnungen ausgegeben, die allesamt zeitnah und präzise an die Einsatzkräfte der Hochwasserbekämpfung übermittelt wurden“, sagte Wang.
