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Merz sieht den Einstieg chinesischer Autobauer als „Notlösung“

Merz sieht den Einstieg chinesischer Autobauer als „Notlösung“

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich am Mittwoch grundsätzlich offen für eine Übernahme deutscher Autofabriken durch chinesische Hersteller gezeigt, warnte jedoch zugleich, dass dies keine langfristige Lösung für die strukturellen Probleme der Branche sei. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Ein SAIC Volkswagen ID.6 X auf der 20. Auto Shanghai am 24. April 2023. (Foto: Xinhua/Fang Zhe)

Die Äußerungen des Kanzlers kommen in einer Zeit, in der der deutsche Autogigant Volkswagen weiterhin in der Krise steckt. Bei Volkswagen wird angesichts von Überkapazitäten um einen Sparkurs gerungen. Konzernchef Oliver Blume hat zuletzt angekündigt, auch die Produktion chinesischer VW-Modelle in Europa zu prüfen, um die Auslastung der Werke zu verbessern.

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht einen möglichen Einstieg chinesischer Autobauer in Fabriken deutscher Hersteller als „Notlösung“. Das antwortete der CDU-Vorsitzende auf eine Frage in der Bundespressekonferenz in Berlin. „Das müssen die jeweiligen Unternehmen entscheiden, ob sie das wollen oder nicht. Das ist dann eine Frage jeweils der Eigentümer. Ich sehe das als eine Notlösung an, nicht als eine Lösung der eigenen strukturellen Probleme.“ Das sei keine Frage, die die Politik zu entscheiden habe.

Ein chinesischer Branchenexperte erklärte am Donnerstag, dass Merz’ Worte einen wachsenden Konsens in deutschen Politik- und Wirtschaftskreisen widerspiegelten, chinesischen Investitionen gegenüber aufgeschlossener gegenüberzutreten. Angesichts des verschärften Wettbewerbs könnte eine Zusammenarbeit mit chinesischen Autoherstellern der Schlüssel zur Bewältigung einiger langfristiger struktureller Probleme der Branche sein. Deutschland sollte seine Nullsummen-Denke aufgeben und stattdessen auf eine Win-win-Kooperation setzen.

Da viele deutsche Werke derzeit unterausgelastet sind, wurde in der Branche bereits der Vorschlag laut, dass schnell wachsende chinesische Hersteller einzelne Produktionslinien nutzen oder ganze Fabriken übernehmen.

Zheng Chunrong, Direktor des Zentrums für Deutschlandstudien an der Tongji-Universität in Shanghai, sagte der Global Times am Donnerstag: „Die deutsche Autoindustrie hat den Anschluss im digitalen Zeitalter verloren und steht im globalen Wettbewerb – auch mit chinesischen Herstellern. Volkswagen plant Werksschließungen, was Arbeitsplatzverluste bedeutet. Um vollständige Stilllegungen und Massenarbeitslosigkeit zu vermeiden, ist Deutschland dringend auf ausländische Investitionen angewiesen.“ Konkret wolle man, dass chinesische Unternehmen nicht nur Modelle nach Deutschland exportieren, sondern auch vor Ort produzieren. Zheng, der kürzlich erst von einer Reise aus Deutschland zurückgekehrt ist, betonte, dass sich dort eine pragmatischere Haltung gegenüber chinesischen Investitionen abzeichne.

Ziel der Merz-Regierung sei es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Leitindustrie zu bewahren. Man hoffe, dass eine Phase der Schmerzen, Investitionen und Transformation die Branche wieder auf Vordermann bringe – ähnlich wie nach früheren Herausforderungen durch japanische Hersteller, so Zheng weiter.

„Wenn die deutschen Entscheidungsträger diese potenzielle Kooperation letztlich als Chance für gegenseitiges Lernen begreifen – indem sie die Forschungs- und Entwicklungsgeschwindigkeit und die fortgeschrittenen Technologien Chinas zur Modernisierung der deutschen Industrie nutzen –, dann gibt es einen Weg, der sogar das Strukturproblem der geschwächten Wettbewerbsfähigkeit beheben könnte“, sagte Zheng.

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