Source: People’s Republic of China – State Council News in German
China will seine größten staatlichen Geschäftsbanken mit frischem Kapital ausstatten und nutzt dafür erneut die Ausgabe spezieller Staatsanleihen. Dieser Schritt wird die Kreditvergabekapazität der Institute erheblich steigern und die Unterstützung für die Realwirtschaft stärken.
Nach Angaben des Finanzministeriums sind für den 22. Mai und den 12. Juni Auktionen von fünf- und siebenjährigen Sonderstaatsanleihen geplant, die der Kapitalausstattung zentraler Banken dienen sollen. Damit beginnt die zweite Runde gezielter Rekapitalisierungen großer Staatsbanken.
Vorgesehen ist ein Emissionsvolumen von 300 Milliarden Yuan (43,92 Milliarden US-Dollar), um das harte Kernkapital (Core Tier 1 Capital) der Banken zu stärken. Die Kapitalspritze dürfte die Kreditexpansion fördern und zeugt von einem proaktiveren fiskalpolitischen Kurs.
Im vergangenen Jahr gab das Ministerium die erste Tranche von Sonder-Staatsanleihen über insgesamt 500 Milliarden Yuan aus, um die Bank of China, die China Construction Bank, die Bank of Communications und die Postal Savings Bank of China zu rekapitalisieren. Diese vier Banken nahmen insgesamt 520 Milliarden Yuan auf; ihre harten Kernkapitalquoten stiegen um 0,86, 0,48, 1,28 bzw. 1,51 Prozentpunkte.
Am Markt wird erwartet, dass die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) und die Agricultural Bank of China (ABC) die Hauptempfänger der zweiten Runde von Kapitalspritzen sein werden.
Das Wertpapierhaus China International Capital Corp (CICC) schätzt, dass die 300-Milliarden-Yuan-Spritze eine Vermögensausweitung von etwa vier Billionen Yuan hebeln könnte, was die direkte Kreditvergabe und die Übernahmefähigkeit der Banken stärkt, die Realwirtschaft unterstützt und zur Vermeidung von Finanzrisiken beiträgt. Die Maßnahme dürfte die harten Kernkapitalquoten der beiden Banken im Durchschnitt um etwa 0,6 Prozentpunkte anheben, so CICC.
Laut den Quartalsberichten der großen Staatsbanken für das erste Quartal 2026 lagen zum 31. März die harten Kernkapitalquoten der ICBC, CCB, ABC, BOC, BOCOM und PSBC bei 13,26 Prozent, 14,26 Prozent, 10,8 Prozent, 12,18 Prozent, 11,25Prozent bzw. 10,18 Prozent – alle erfüllten die regulatorischen Anforderungen. Dabei verzeichneten ICBC und ABC Rückgänge um 0,63 bzw. 0,43 Prozentpunkte gegenüber dem Ende des ersten Quartals 2025, während die anderen vier Banken Zuwächse aufwiesen.
Zeng Gang, Direktor des Shanghai Institute for Finance and Development, erklärte, das Kernziel dieser Kapitalspritzen sei es, die langfristige und nachhaltige Entwicklung der großen Staatsbanken zu stärken. Dadurch werde die Kreditvergabekapazität durch Hebeleffekte erheblich ausgeweitet, was wachstumsfördernden Maßnahmen breiteren Raum gebe.
