Source: Deutsche Nachrichten
Eine alte Berechnung zu öffnen, gehört in vielen Konstruktionsabteilungen zum Alltag. Das Bauteil soll geändert, eine bestehende Maschine weiterentwickelt oder eine Kundenvariante abgeleitet werden. Die Datei ist schnell gefunden. Schwieriger wird es bei der Frage, was damals eigentlich gerechnet wurde.
Warum wurde genau dieser Lastfall angesetzt? Woher stammt der Sicherheitsfaktor? Welche Normausgabe galt zum Zeitpunkt der Berechnung? Ist die hinterlegte Formel noch dieselbe wie damals?
Unter dem aktuellen wirtschaftlichen Druck bekommen solche Fragen zusätzliche Bedeutung. Im jüngsten Maschinenbau-Barometer von PwC nennen 85 Prozent der befragten Unternehmen steigende Kosten als Wachstumshindernis, sieben von zehn sehen auch das Regulierungsumfeld als Belastung. Gleichzeitig ziehen Auslastung und Projektgeschäft wieder an. Wer Entwicklungsarbeit effizienter gestalten will, muss deshalb auch vorhandenes technisches Wissen besser nutzbar machen, statt Berechnungen und Entscheidungen immer wieder neu zu erarbeiten.
Eine Datei ist noch kein technischer Nachweis
Viele Berechnungen überleben ihre Ersteller. Das dazugehörige Wissen tut es nicht immer.
Besonders deutlich zeigt sich das bei individuell gewachsenen Excel-Dateien, internen Tools oder Berechnungsvorlagen. Über Jahre werden Formeln ergänzt, Faktoren angepasst und neue Varianten daraus abgeleitet. Für denjenigen, der die Datei aufgebaut hat, ist die Logik meist klar. Für einen Kollegen einige Jahre später kann dieselbe Datei zur Blackbox werden.
Dabei fehlt häufig nicht einmal die Information selbst. Viel problematischer ist, dass sich nicht mehr eindeutig rekonstruieren lässt, wie eine technische Entscheidung zustande gekommen ist. Ein Ergebnis von 1,8 hilft wenig, wenn niemand mehr sicher sagen kann, welche Lastannahmen, Werkstoffkennwerte oder Sicherheitsfaktoren darin stecken.
Gerade bei sicherheitsrelevanten Bauteilen reicht es nicht, einen alten Wert zu übernehmen, weil er im vergangenen Projekt funktioniert hat. Berechnungen müssen sich von den Eingaben über Werkstoffe und Belastungen bis hin zu Normgrundlagen und Ergebnissen nachvollziehen lassen.
Ab 20. Januar 2027 gewinnt das Thema zusätzlich an regulatorischer Bedeutung. Dann gilt die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 vollständig. Hersteller müssen technische Unterlagen erstellen und grundsätzlich mindestens zehn Jahre nach dem Inverkehrbringen beziehungsweise der Inbetriebnahme für die Marktüberwachungsbehörden bereithalten. Die Unterlagen sollen eine Bewertung ermöglichen, ob die Maschine die geltenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen erfüllt.
In zehn Jahren können Projektteams mehrfach wechseln, Softwarestände verändern sich und die Person, die eine Berechnung ursprünglich erstellt hat, ist womöglich längst nicht mehr im Unternehmen. Entscheidend ist deshalb, ob sich der damalige technische Stand auch ohne dieses persönliche Wissen noch verstehen lässt.
Dokumentation darf nicht erst nach der Berechnung beginnen
Problematisch wird es vor allem dann, wenn technische Dokumentation erst nach Abschluss der eigentlichen Berechnung entsteht.
Wer Nachweise im Nachhinein aus unterschiedlichen Quellen zusammensetzt, muss Ergebnisse übertragen, Randbedingungen erneut zuordnen und Zusammenhänge rekonstruieren. Dabei entstehen Medienbrüche und Versionsprobleme. Unter Zeitdruck bleiben am Ende häufig einzelne Tabellen, Screenshots oder Ergebniswerte zurück, während die für eine spätere Bewertung entscheidenden Zusammenhänge nur unvollständig festgehalten werden.
Berechnung und Dokumentation sollten deshalb möglichst aus demselben Prozess entstehen. Sind Eingaben, Randbedingungen, Normbezüge, Rechenverfahren und Ergebnisse miteinander verbunden, bleibt auch bei späteren Änderungen nachvollziehbar, auf welcher Grundlage ein Berechnungsstand entstanden ist.
Genau an diesem Punkt setzt MDESIGN an. Der Berechnungsnachweis wird direkt aus der technischen Berechnung heraus erzeugt und kann neben den Ergebnissen auch Eingangsgrößen, Berechnungsgrundlagen, Formeln und grafische Darstellungen enthalten. Die Dokumentation muss damit nicht nachträglich aus verschiedenen Quellen rekonstruiert werden, sondern basiert auf denselben Informationen, mit denen zuvor gerechnet wurde.
Wer diesen Ablauf im eigenen Konstruktionsprozess prüfen möchte, kann MDESIGN 14 Tage kostenfrei und vollumfänglich testen. So lässt sich direkt mit eigenen Berechnungsaufgaben nachvollziehen, wie Berechnung und Dokumentation miteinander verknüpft werden können.
Auch KI ist auf nachvollziehbare Grundlagen angewiesen
Mit der zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz bekommt die Qualität technischer Informationen noch einen weiteren Aspekt. KI kann Dokumente durchsuchen, Inhalte zusammenfassen oder vorhandenes Wissen schneller zugänglich machen. Sie kann jedoch keine fehlenden Zusammenhänge ersetzen.
Ist nicht dokumentiert, woher ein Wert stammt oder auf welcher Annahme eine Berechnung beruht, bleibt diese Unsicherheit auch dann bestehen, wenn eine KI die vorhandenen Informationen aufbereitet. Gerade deshalb sollte technische Dokumentation nicht erst mit Blick auf neue KI-Anwendungen gedacht werden. Eine saubere Daten- und Wissensbasis war schon vorher notwendig – durch KI wird lediglich sichtbarer, wie wertvoll sie für die weitere Nutzung technischer Informationen ist.
Wenn aus alten Berechnungen wieder Arbeitsgrundlagen werden
Der Nutzen guter Dokumentation zeigt sich häufig nicht am Tag der Freigabe, sondern beim nächsten Zugriff auf die Konstruktion. Vielleicht muss Jahre später eine Variante entwickelt, ein Bauteil angepasst oder eine Kundenfrage beantwortet werden. Dann ist entscheidend, ob eine bestehende Berechnung tatsächlich wiederverwendet werden kann oder ob zunächst geklärt werden muss, wie belastbar die vorhandenen Ergebnisse überhaupt noch sind.
In einem Maschinenbau, in dem Entwicklungszeiten kürzer werden und gleichzeitig mehr Varianten und Nachweise zu beherrschen sind, wird genau das zum wirtschaftlichen Faktor. Technische Dokumentation sichert nicht nur Ergebnisse, sondern hält die dazugehörigen Entscheidungen verfügbar – auch dann, wenn sich Projekte, Teams und Werkzeuge längst weiterentwickelt haben.
Technische Berechnungen selbst dokumentieren
Wer nachvollziehen möchte, wie sich Berechnung und technische Dokumentation in einem durchgängigen Prozess verbinden lassen, kann MDESIGN 14 Tage kostenfrei und vollumfänglich mit eigenen Anwendungsfällen testen.
