Post

Wildunfälle im Herbst 2026: Der Deutsche Jagdverband zählt 200.970 Rehe als Fallwild im Jagdjahr 2024/25, die Schwarzwildstrecke stieg auf 568.497

Wildunfälle im Herbst 2026: Der Deutsche Jagdverband zählt 200.970 Rehe als Fallwild im Jagdjahr 2024/25, die Schwarzwildstrecke stieg auf 568.497

Source: Deutsche Nachrichten
Im Jagdjahr 2024/25 wurden in Deutschland 200.970 Rehe als Fallwild registriert, die überwiegend im Straßenverkehr zu Tode kamen. Das geht aus der Wildunfall-Statistik hervor, die der Deutsche Jagdverband (DJV) im Februar 2026 mit seinem Handbuch 2026 veröffentlicht hat. Hinzu kommen laut DJV 13.210 Wildschweine, 5.480 Stück Damwild und 2.470 Stück Rotwild. Im Oktober 2026 häufen sich solche Unfälle, denn nach dem Ende der Sommerzeit am 25. Oktober 2026 fällt der abendliche Berufsverkehr in die Dämmerung, in der Rehe und Wildschweine ihre Einstände verlassen. Was nach einem Zusammenstoß mit einem verletzten, geflüchteten Tier zu tun ist, beschreibt das Fachportal der Provimedia GmbH in einem Beitrag zum Einsatz der Wärmebildkamera bei der Nachsuche.

Der DJV stützt seine Statistik auf die Fallwildzahlen der Bundesländer. Als Fallwild gelten Tiere, die durch nicht-jagdliche Einwirkung zu Tode kommen, überwiegend durch den Straßenverkehr; die Zahlen für Bayern, Brandenburg und Sachsen beruhen teilweise auf Hochrechnungen.

Was die Wildunfall-Statistik 2024/25 für die vier Schalenwildarten ausweist

Die Infografik des DJV nennt für das Jagdjahr vom 1. April 2024 bis 31. März 2025 vier bundesweite Werte:

  • Rehwild: 200.970 Stück Fallwild, davon 52.820 in Bayern, 30.460 in Nordrhein-Westfalen und 24.010 in Baden-Württemberg
  • Schwarzwild: 13.210 Stück, am meisten in Hessen mit 2.160 und Bayern mit 1.830
  • Damwild: 5.480 Stück, davon 1.840 in Schleswig-Holstein und 1.130 in Niedersachsen
  • Rotwild: 2.470 Stück, davon 660 in Bayern und 330 in Mecklenburg-Vorpommern

Rehe machen damit rund neun von zehn registrierten Wildunfällen mit Schalenwild aus. Die Zahl sagt nichts über Sachschäden oder verletzte Insassen, sondern zählt die Tiere, die nach einem Zusammenstoß tot aufgefunden oder von Jägern erlöst wurden.

Wo die meisten Zusammenstöße mit Rehen registriert werden

Die Verteilung folgt der Fläche und dem Straßennetz. Laut DJV entfielen im Jagdjahr 2024/25 auf Bayern 52.820 Rehe als Fallwild, auf Nordrhein-Westfalen 30.460, auf Baden-Württemberg 24.010 und auf Niedersachsen 23.000. Schleswig-Holstein kam auf 15.720, Hessen auf 15.220, Rheinland-Pfalz auf 11.070. In den Stadtstaaten blieben die Werte zweistellig bis dreistellig: Berlin 60, Bremen 240, Hamburg 470. Beim Schwarzwild lag Hessen mit 2.160 Stück Fallwild vor Bayern mit 1.830, Baden-Württemberg mit 1.770 und Brandenburg mit 1.590.

Für Autofahrer heißt das nach den Zahlen des Verbands: Das Risiko ist kein Phänomen einzelner Regionen, sondern verteilt sich über alle Flächenländer. Ein Zusammenstoß mit einem Reh kostet in der Regel das Tier das Leben, ein Zusammenstoß mit einem ausgewachsenen Wildschwein häufig auch das Fahrzeug.

Warum die Schwarzwildstrecke in Mecklenburg-Vorpommern um 37 Prozent stieg

Bundesweit erlegten Jäger laut DJV im Jagdjahr 2024/25 insgesamt 568.497 Wildschweine, nach 550.551 im Jahr davor und 462.220 im Jagdjahr 2022/23; der Höchstwert lag mit 882.231 im Jagdjahr 2019/20. Für das folgende Jagdjahr 2025/26 liegen erste Landeszahlen vor. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern meldete am 7. August 2026, dass im Land 153.308 Stück Schalenwild erlegt wurden, 18,71 Prozent mehr als im Vorjahr. Beim Schwarzwild lag die Strecke laut Ministerium um 21.873 Stück oder 36,68 Prozent über dem Jagdjahr 2024/25; beim Rehwild stieg sie um 3,78 Prozent auf 53.949 Stück. Das Ministerium begründet die verstärkte Bejagung mit der Afrikanischen Schweinepest in Polen und in Teilen Deutschlands.

Wildschweine sind nachtaktiv und im Herbst 2026 vor allem in Mais- und Rapsschlägen unterwegs, wo sie im Restlicht kaum zu erkennen sind. Welche Technik dafür infrage kommt, vergleicht das Fachportal in einem Beitrag zur Frage Wärmebildkamera oder Vorsatzgerät für die Nachtjagd.

Wie eine Wärmebildkamera nach dem Zusammenstoß hilft

Nach einem Wildunfall flüchtet ein angefahrenes Tier oft noch Hunderte Meter weit in Deckung. Die Nachsuche mit dem Hund bleibt die Regel, eine Wärmebildkamera ergänzt sie: Ein Reh mit rund 39 Grad Körpertemperatur hebt sich in der Oktobernacht von Boden und Laub ab, die auf unter zehn Grad abkühlen. Der Kontrast ist im Herbst größer als im Sommer, wenn Steine und Asphalt die Tageswärme speichern. Ein liegendes Tier erscheint im Wärmebild als heller Fleck, lange bevor es im Scheinwerferlicht zu sehen wäre; um die Art zu erkennen, braucht es kürzere Distanzen oder eine höhere Auflösung des Sensors. Für Autofahrer ist die Kamera kein Werkzeug; ihre Aufgabe nach dem Unfall ist der Anruf bei Polizei oder Jagdpächter, damit die Nachsuche beginnen kann.

Dieselbe Technik hat im Frühjahr und Frühsommer 2026 bei der Kitzrettung vor der Mahd gearbeitet: Drohnen mit Wärmebildsensor überfliegen die Wiesen im Morgengrauen, bevor der Boden warm wird. Im Herbst wandert das Gerät vom Copter in die Hand.

Wer die Streckenzahlen für das Jagdjahr 2025/26 als Nächstes meldet

„Die Statistik zählt Tiere, nicht Beinahe-Unfälle. Eine Wärmebildkamera verhindert keinen Zusammenstoß, aber sie verkürzt die Zeit, die ein angefahrenes Reh im Gebüsch liegt. Deshalb gehört sie ins Revier, und am Waldrand gehört der Fuß vom Gas“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Die bundesweite Auswertung für das Jagdjahr 2025/26 wird der DJV voraussichtlich Anfang 2027 mit seinem nächsten Handbuch vorlegen; bis dahin liefern die Länder ihre Streckenmeldungen nach und nach, Mecklenburg-Vorpommern hat den Anfang gemacht. Für die Wochen nach dem 25. Oktober 2026 gilt der Rat der Jagdverbände seit Jahren unverändert: an Waldrändern und Feldübergängen in der Dämmerung langsamer fahren und bei einem Tier am Straßenrand mit weiteren rechnen. Nach einem Zusammenstoß gehört die Suche nach dem Tier nicht in die Hand des Fahrers, sondern in die der Jäger.

MIL OSI