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Klimaschutzinvestitionen: 73 Prozent der mittelständischen Unternehmen sehen ihren Bedarf noch nicht als abgeschlossen an

Klimaschutzinvestitionen: 73 Prozent der mittelständischen Unternehmen sehen ihren Bedarf noch nicht als abgeschlossen an

Source: Deutsche Nachrichten
Der deutsche Mittelstand hat den größeren Teil seiner Umstellung noch vor sich. Laut einer am 2. September 2026 veröffentlichten Untersuchung von KfW Research sehen 73 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen weiteren Investitionsbedarf, um bis 2045 klimaneutral wirtschaften zu können. Erhoben wurde die Grundlage in einer Sonderbefragung zum KfW-Mittelstandspanel im September 2025. Für Geschäftsführungen verschiebt sich damit die Frage von der Absicht zur Finanzierung. Wie sich der wirtschaftliche Teil des Themas abgrenzen lässt, erläutert eine Darstellung dazu, worin sich ökonomische Nachhaltigkeit von anderen Formen unterscheidet.

Die restlichen 27 Prozent teilen sich in zwei ungleiche Gruppen. Nach Angaben der Untersuchung haben 11 Prozent bereits alle erforderlichen Investitionen getätigt, 16 Prozent sehen für den eigenen Betrieb keine Notwendigkeit, etwa weil keine fossilen Prozesse laufen.

In welchem Umfang der Mittelstand weiteren Bedarf sieht

Der Bedarf wächst mit der Betriebsgröße. Laut der Auswertung liegt der Anteil bei Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten bei 91 Prozent, bei Betrieben mit weniger als fünf Beschäftigten bei 70 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe nennen 79 Prozent weiteren Bedarf, im Dienstleistungssektor 71 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht Handlungsbedarf in mindestens drei Feldern gleichzeitig. Nach Angaben von KfW Research nennen 56 Prozent drei oder mehr Bereiche, 16 Prozent kommen auf fünf oder mehr.

Welche fünf Bereiche die Unternehmen konkret benennen

Fünf Investitionsfelder gab die Befragung vor, ergänzt um freie Nennungen. Die Rangfolge nach dem Anteil der Unternehmen mit Handlungsbedarf:

  • klimafreundliche Mobilität, etwa Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur: 57 Prozent
  • Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien: 48 Prozent
  • Energieeffizienz in Gebäuden, etwa Dämmung und Wärmepumpen: 44 Prozent
  • Materialeinsparung oder Recycling: 35 Prozent
  • Energieeffizienz in Prozess- und Anlagentechnik: 24 Prozent

Materialfragen stehen damit vor der Prozesstechnik. Welche betriebswirtschaftlichen Effekte dahinterstehen, ordnet eine Darstellung dazu, welche Vorteile eine Kreislaufwirtschaft für Betriebe bringt.

Woher das Kapital für die Umsetzung kommen soll

Eigenmittel reichen für den kommenden Schritt oft nicht mehr aus. Laut der Untersuchung gehen 60 Prozent der Unternehmen mit Investitionsbedarf davon aus, künftig externes Kapital zu benötigen. Etwa die Hälfte dieser Gruppe erwartet, die Vorhaben überwiegend oder vollständig extern zu finanzieren; genannt werden 17 und 14 Prozent.

Externes Kapital meint dabei Bankkredite, Anleihen, Beteiligungskapital oder Fördermittel. Die Studie verweist auf höhere Risikoaufschläge, mit denen Finanzierungspartner Vorhaben dieser Art belegen können.

Was der bisherige Finanzierungsmix darüber verrät

Bislang lief die Finanzierung fast ohne fremde Mittel. Nach Angaben von KfW Research haben 2024 rund drei Viertel aller mittelständischen Unternehmen mit Investitionsprojekten diese ausschließlich aus Eigenmitteln bestritten; die reine Innenfinanzierung trägt 43 Prozent des Mixes.

„Der Sprung von der Eigenmittelfinanzierung zum Kredit ist für viele Betriebe keine Rechenfrage, sondern eine Gewöhnungsfrage. Wer den ersten Antrag nie gestellt hat, stellt ihn auch beim zweiten Vorhaben ungern“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Im Jahr 2023 nutzten laut derselben Auswertung 21 Prozent der investierenden Unternehmen Kredite von Banken oder Sparkassen für Klimaschutzinvestitionen, 25 Prozent nahmen Fördermittel in Anspruch. Zwischen diesem Ausgangspunkt und den 60 Prozent, die künftig externes Kapital erwarten, liegt die eigentliche Aufgabe der kommenden Jahre.

Ob der Mittelstand sie löst, entscheidet sich weniger an der Absicht als an den Konditionen. Die nächste Welle des Mittelstandspanels wird zeigen, ob die angekündigten Vorhaben tatsächlich in Auftragsbücher übergehen.

MIL OSI