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Das Märchen von der schmutzigen Photovoltaik

Das Märchen von der schmutzigen Photovoltaik

Source: Deutsche Nachrichten
Immer wieder werfen Kritiker der Photovoltaik vor, dass diese gar nicht „sauber“ sei, sondern für die Herstellung der PV-Module viel schmutziger Strom aufgewandt werden muss.
In einem Beitrag auf LinkedIn im September 2026 heißt es unter anderem „Solarenergie wird mit massiven fossilen Energieeinsätzen gebaut. Nur der Output wird als grün bezeichnet. Das sind die Realitäten, über die Aktivisten nie sprechen wollen.“

Zeit, die wahren Realitäten abzuklären.

Vorab sei angemerkt, dass der Anteil erneuerbarer Energien im Jahr 2025 in China, in denen die meisten PV-Module produziert werden, immerhin schon 35-38% betrug. Dass trotzdem in den Beiträgen immer wieder ausschließlich von fossilem Strom gesprochen wird, kann da nur verwundern.

Eingesetzte Rohstoffe und Energien bei PV-Anlagen

Wie jedes Produkt und jede Technologie erfordert auch eine PV-Anlage Rohstoffe und Energie für die Herstellung. Bei Solaranlagen sind dies vorrangig Polysilizium, Aluminium und Silber.

ProScienton hat bei seiner Berechnung den Rohstoff- und Energiebedarf für eine Freiflächen-PV-Anlage mit 1 Gigawatt Peakleistung (1 GWp) bewusst konservativ abgeschätzt. Dabei werden die tatsächlichen Verbrauchswerte der Jahre 2024/2025 angenommen.

Angenommen wurden

  • 3.000 Tonnen Polysilizium
  • 15.000 Tonnen Aluminium
  • 15 Tonnen Silber

Bei Aluminium entfallen lediglich rund 5.000 Tonnen auf die Module. In der Berechnung wurden aber auch die benötigten Aluminium-Mengen für die Unterkonstruktion, die Verkabelung und die Gehäuse der Wechselrichter berücksichtigt.

Erforderliche Energiemenge

Auch hier hat ProScienton konservativ abgeschätzt – wohlwissend, dass inzwischen durch effizientere Prozesse teilweise deutlich geringere Energiemengen benötigt werden.

Insgesamt werden rund 1.080 GWh Strom für die Produktion der PV-Module benötigt, was annähernd 3,9 Millionen Gigajoule entspricht.

Wie lange benötigt nun eine 1 GWp-Freiflächen-PV-Anlage zum Beispiel in Rastatt, um die Energie für die Herstellung einer solchen PV-Anlage auszugleichen?
Die Antwort ist einfach: zwischen 350 und 400 Tagen.

Demnach wäre bereits nach rund einem Kalenderjahr der ökologische Rucksack ausgeglichen. Hersteller der heute verbauten PV-Module geben inzwischen Leistungsgarantien von 25-30 Jahre. In der Praxis kann eine Freiflächen-PV-Anlage wahrscheinlich 30-40 Jahre wirtschaftlich betrieben werden.

Energie-Gutschrift durch Recycling

Das Material einer PV-Anlage ist auch nach Jahrzehnten noch vorhanden und kann recycelt werden. Und das wird von den meisten angeblich gutmeinenden Kritikern immer wieder gezielt ausgeblendet.

Durch das Recycling können aber enorme Energiemengen eingespart werden – denn für recyceltes Silber, Aluminium und Polysilizium muss deutlich weniger Energie im Fertigungsprozess eingesetzt werden.

Die erzielbaren Energie-Einsparungen durch die Nutzung der recycelten Rohstoffe gegenüber einer Neuproduktion sind enorm.
Im Falle einer 1 GWp-Freiflächen-PV-Anlage würden es rund 880 GWh sein. Der tatsächlich eingesetzte Energiebedarf für eine solche PV-Anlage würde sich im Saldo auf gerade einmal 200 GWh belaufen.

Wie lange benötigt nun eine 1 GWp-Freiflächen-PV-Anlage zum Beispiel in Rastatt, um das Energie-Saldo nach Gutschrift des Recyclings einer solchen PV-Anlage auszugleichen?
Die Antwort ist verblüffend:
Die 200 GWh Energie-Saldo würden durch eine 1 GWp-Anlage im Sommer innerhalb von rund einem Monat produziert werden.
Ein Monat Sommer-Betrieb zum Ausgleich der im Saldo aufgewandten Energiemengen – bei wahrscheinlich mehr als 30 Jahren Betriebszeit. Offensichtlicher geht es kaum, die wahre Realität darzustellen, über die ich als „Aktivist“ sehr gerne spreche.

Wahre Realität

Die Auswirkungen für die Modulproduktion sind in der Realität verschwindend gering.
Beiträge wie von besorgten Bürgern, die u. a. gezielt das Recycling nicht berücksichtigen, sind an Realitätsverweigerung nicht zu überbieten.

Denn die Realität ist nun mal, dass bei PV-Anlagen die Rohstoffe wieder verwendet werden können. Rohstoffe, die bei Verbrennungsprozessen durch den Schornstein gehen, sind dagegen nicht nur unwiederbringlich verloren, sondern tragen zusätzlich auch zur Klimaerwärmung bei.

Der ausführlichere Original-Titel kann auf der Informationsplattform des BHKW-Infozentrums eingesehen werden.

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