Source: Deutsche Nachrichten
Mit dem Solarpaket I hat der Gesetzgeber die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) nach § 42b EnWG geschaffen und damit die rechtliche Hürde für Solarstrom in Mehrfamilienhäusern gesenkt. In einem aktuellen Whitepaper zeigt enwitec electronic GmbH jedoch, dass das vom Gesetzgeber vorgesehene Standard-Messkonzept D5 die wirtschaftliche Skalierung dieses Modells erheblich bremst – und stellt mit dem EPIC-System eine hardwarebasierte Alternative vor, die auf virtuelle Summenzähler verzichtet.
Die GGV ist rechtlich gelöst – aber messtechnisch teuer
Die GGV entkoppelt die Solarstromlieferung von der Reststromversorgung: Mieterinnen und Mieter behalten ihren bestehenden Stromvertrag und beziehen den PV-Strom zusätzlich vom Gebäudebetreiber, ohne dass dieser zum vollumfänglichen Energieversorger mit sämtlichen Melde- und Abrechnungspflichten wird. Für Vermieter, Bauträger und Wohnungseigentümergemeinschaften macht das Modell Solarstrom im Mehrparteienhaus erstmals praktikabel.
Das gesetzlich vorgesehene Messkonzept sieht dafür die virtuelle Bilanzierung vor: Alle Zählpunkte werden per intelligentem Messsystem (iMSys) viertelstündlich erfasst, die Werte laufen über ein Gateway an einen externen Messstellenbetreiber, der die erzeugte PV-Energie erst im Nachhinein nach einem vereinbarten Schlüssel auf die Teilnehmer verteilt. Für den Netzbetreiber bleiben dabei ausnahmslos alle Zähler abrechnungsrelevant – mit entsprechendem Aufwand.
Kein Verteilschlüssel ist auf Dauer gerecht
Genau hier liegt laut enwitec das strukturelle Problem: Keiner der drei gesetzlich zulässigen Aufteilungsschlüssel führt über die Zeit zu einer als gerecht empfundenen Verteilung.
- Beim dynamischen Schlüssel nach Verbrauch zieht ein Teilnehmer mit hohem Momentanverbrauch – etwa beim E-Auto-Laden – überproportional viel PV-Strom auf sich.
- Beim statischen Schlüssel mit festen Quoten bleibt ungenutzter Strom einzelner Parteien ungenutzt, während andere gleichzeitig teuren Netzstrom zukaufen müssen.
- Auch die Kombi-Lösung aus fixem und variablem Anteil verschiebt das Problem nur, statt es zu lösen.
Hinzu kommt der laufende Betriebsaufwand: Der flächendeckende Einbau intelligenter Messsysteme sowie die externe, monatliche Abrechnung über Dienstleister oder Software-Plattformen erzeugen dauerhafte OPEX-Kosten, die die Rendite von GGV-Projekten spürbar schmälern.
EPIC verlagert die Zuteilung in die physische Echtzeit
Mit dem EPIC-System adressiert enwitec genau diese Schwachstelle. Statt PV-Strom nachträglich rechnerisch zu verteilen, weist ein integriertes Energiemanagementsystem die Solarstrommengen in Echtzeit physisch zu – “Behind the Meter”, also hinter dem offiziellen Zähler des Netzbetreibers.
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Der Netzbezug jedes Teilnehmers läuft dabei unverändert über den bestehenden Stromvertrag und kann über einen klassischen Zähler erfasst werden; für den PV-Anteil genügen MID-zertifizierte Smart Meter. Ein teurer, flächendeckender Messstellenbetrieb mit intelligenten Messsystemen entfällt vollständig. Nach Angaben von enwitec ergeben sich daraus drei zentrale Effekte:
- Keine virtuelle Bilanzierung – die Zuteilung ist physikalisch eindeutig statt interpretationsbedürftig.
- Echtzeit statt 15-Minuten-Nachlauf – Mieter zahlen nur für Strom, der ihnen tatsächlich zugeteilt wurde.
- MID-Zähler statt iMSys-Pflicht – geringerer Installationsaufwand, keine Zwangsumrüstung mit Kostenumlage auf die Mieter.
Für Vermieter und WEGs entfällt damit ein Großteil des Verwaltungsaufwands bei Mieterwechseln; für EPC-Unternehmen und Installateure reduziert sich die Komplexität an der Schnittstelle zwischen Messkonzept, Netzanschluss und Inbetriebnahme – ein Bereich, den enwitec nach eigenen Angaben ohnehin als eines der größten operativen Risiken großer PV-Projekte identifiziert.
Wirtschaftlichkeit: Hardware-Investition statt dauerhafter OPEX
Ökonomisch verschiebt EPIC laut Whitepaper die Kostenstruktur: Statt hoher laufender Betriebskosten für externen Messstellenbetrieb und Abrechnung entsteht eine einmalige, planbare Hardware-Investition, die sich über die Anlagenlebensdauer amortisiert. In der Total-Cost-of-Ownership-Betrachtung über 20 Jahre soll das System dadurch deutlich früher die Gewinnzone erreichen als das GGV-Standardmodell mit virtueller Bilanzierung.
Komplettpaket für EPCs: von der Planung bis zur Konformitätserklärung
Über die Hardware hinaus bietet enwitec Installateuren und EPC-Unternehmen ein durchgängiges Leistungspaket: zentrales Projektmanagement, Engineering und Konfiguration, Logistik und Installation sowie die finale Synchronisation mit dem Netz inklusive Konformitätserklärung. Das modulare 19″-Rack-System ist standardmäßig für 3 bis 30 Einheiten ausgelegt und über Erweiterungsracks auch für größere Bauvorhaben skalierbar.
„Die GGV ist rechtlich gelöst, aber messtechnisch teuer. Mit EPIC verlagern wir die Zuteilung von der nachträglichen Mathematik in die physische Echtzeit – und machen Mehrparteienprojekte damit erst wirtschaftlich skalierbar”, Alexander Veit, Head of Development – enwitec electronic GmbH.
