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Flexibilität schlägt Standardisierung: Im Maschinenbau ist Anpassungsfähigkeit der Schlüssel

Flexibilität schlägt Standardisierung: Im Maschinenbau ist Anpassungsfähigkeit der Schlüssel

Source: Deutsche Nachrichten
Der Blick in die Nachrichten zeigt, dass alte Gewissheiten nicht mehr gelten. Das gilt auch für den Maschinenbau. Hier findet ein Paradigmenwechsel statt, in dem der deutsche Maschinenbau seine klassischen Stärken von Effizienz und Qualität durch ein hohes Maß an Standardisierung immer weniger ausspielen kann. Die Märkte sind volatil, die Innovationszyklen werden immer kürzer, eine immer stärker werdende Konkurrenz auf dem globalen Markt sorgt für steigenden Kostendruck – und auch die Anforderungen der Kunden haben sich gewandelt: Statt erprobter Standardlösungen geht der Trend zur individuell maßgeschneiderten Einzellösung – und das oft auf einem Preisniveau, das nur wenig über der Großserienfertigung liegt. In diesem Umfeld wird die Fähigkeit, sich schnell an neue Anforderungen anzupassen und die spezifischen Kundenwünsche erfüllen zu können, zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

„Die Serie fängt bei uns bei Stückzahl zwei an“: Individualisierung als neue Geschäftsstrategie

Automatic-Systeme Dreher aus Sulz am Neckar liefert Komplettlösungen zur automatisierten Blechbearbeitung an Kunden weltweit. Prokurist Thomas Kern fasst das Leistungsspektrum des Unternehmens so zusammen: „Wir stellen Maschinen alles her, die in der Blech- und in der Massivumformung vor einer Presse, in einer Presse und hinter einer Presse zum Einsatz kommen ist“. Den Paradigmenwechsel im Maschinenbau hat man bei Dreher früh wahrnehmen können – und sich entsprechend angepasst: Lag früher der Fokus stärker auf Lösungen zur effizienten Fertigung großer Stückzahlen, zum Beispiel für Karosserien, gibt es heute mehr Einzellösungen, die mehr Flexibilität in der Fertigung ermöglichen. „Bei uns ist die hochindividuelle Lösung der Standard“, sagt Thomas Kern. „Die Serie fängt bei uns bei Stückzahl zwei an. Wir sind ein One-Stop-Shop für alles, was die Zuführung und Entnahme aus einer Umformmaschine betrifft.“

Maßgeschneidert und wirtschaftlich modernisieren: Retrofit statt Ersatzinvestition

Als Anbieter von Gesamtsystemen besitzt Dreher Know-How über die gesamte Fertigungskette hinweg. Diese fachliche Breite ermöglicht auch, sich flexibel an neue Anforderungen anzupassen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Ein sehr bedeutendes davon ist der Retrofit. Darunter versteht man, die Modernisierung bestehender Anlagen. Konkret wird die noch brauchbare Mechanik mit moderner Steuerung und modernen Antrieben ausgestattet – und die Nutzungsdauer deutlich verlängert.  Für Unternehmen ist das gerade in den aktuell unsicheren Zeiten ein nachhaltiger Weg, die notwendigen Modernisierungen vorzunehmen und gleichzeitig Investitionsrisiken zu minimieren.  Durch den Retrofit steigt die Leistungsfähigkeit der bestehenden Anlage. Darüber hinaus lässt sie sich durch die moderne Steuerungstechnik auch einfacher in die vernetzte, digitale Fertigungskette integrieren, um die gestiegenen Anforderungen an die Flexibilität erfüllen zu können.

Man muss sich als Unternehmen jeden Tag neu erfinden. Aber man sollte dabei nie bei null anfangen.

Für Thomas Kern ist die Fähigkeit, bestehende Systeme weiterzuentwickeln, ein ganz wesentlicher Faktor für den Erfolg im heutigen wirtschaftlichen Umfeld des Maschinenbaus: „Man muss sich als Unternehmen jeden Tag neu erfinden. Das bedeutet aber nicht, das Rad neu zu erfinden. Es bedeutet, einen wachen Blick auf die Welt zu haben und Trends früh zu erkennen. Der Schlüssel ist, die eigenen Kernkompetenzen zu nutzen und darauf aufbauend eine innovativen Lösung zu schaffen.“ Dieses Prinzip gilt nicht nur für die Produkte und Konzepte, sondern auch für die Unternehmen selbst. So gibt es bei Dreher die klassische Trennung zwischen Vertrieb und Technik nicht mehr und auch die Art und Weise, wie Kunden von den Lösungen von Dreher überzeugt werden, hat sich verändert: „Wir sagen nicht: Die Firma Dreher hat dieses Produkt. Sondern wir fragen: Was haben Sie für eine Herausforderung?“

Fazit: Wir leben in einer Welt, in der die Veränderung die einzige Konstante ist. Um hier erfolgreich zu bleiben, müssen Unternehmen flexibel denken, technologisch breit aufgestellt sein und ihre bestehenden Lösungen und Kompetenzen intelligent weiterentwickeln.

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