Source: Deutsche Nachrichten
Knapp 40 Prozent der Erwachsenen in Deutschland schlafen an Wochentagen weniger als sieben Stunden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 19. August 2026 liegt der Anteil bei 39,6 Prozent, am Wochenende bei 22,7 Prozent. Veröffentlicht wurde die Auswertung im Journal of Health Monitoring, sie beruht auf der bundesweiten Befragung Gesundheit in Deutschland aktuell aus dem Jahr 2023. Je kürzer die Nacht, desto mehr zählt, was am Kopfende passiert – wie Naturfasern Feuchtigkeit vom Kopf wegführen, beschreibt die Darstellung dazu, was Kamelhaar als Kissenfüllung ausmacht.
Wie das Robert Koch-Institut kurze Nächte misst
Grundlage der Auswertung ist eine telefonische Querschnitterhebung unter Erwachsenen ab 18 Jahren, befragt zwischen Mai 2023 und Februar 2024. Ausgewertet wurden die Angaben von 8.026 Personen zu Zubettgehzeit, Einschlafdauer und morgendlicher Aufwachzeit, getrennt nach Wochentagen und Wochenende. Als kurz gilt eine Nacht mit weniger als sieben Stunden innerhalb der zurückliegenden vier Wochen.
- 39,6 Prozent an Wochentagen und 22,7 Prozent am Wochenende unter sieben Stunden
- an Wochentagen 43,2 Prozent der Männer gegenüber 36,2 Prozent der Frauen
- 53,0 Prozent bei Männern von 45 bis 64 Jahren, 42,1 Prozent bei Frauen derselben Altersgruppe
- ab 65 Jahren 30,0 Prozent der Männer und 28,9 Prozent der Frauen
- im Mittel 5 Stunden und 58 Minuten an Wochentagen, am Wochenende drei Minuten mehr
Bei den 65-Jährigen und Älteren fällt der Unterschied zwischen Wochentagen und Wochenende laut der Erhebung weg. In allen jüngeren Altersgruppen halbiert sich der Anteil kurzer Nächte am Wochenende nahezu.
Wo die fehlenden Stunden am Tag wieder auftauchen
Laut der Erhebung des Robert Koch-Instituts beschreibt der Sprung von 39,6 auf 22,7 Prozent zwischen Wochentag und Wochenende ein Nachholen. Ein Teil der Erholung wandert damit aus dem Bett heraus und in Zeiten, für die kein Schlafplatz eingerichtet ist: in die Mittagspause, auf die Couch am Nachmittag, in die Stunde vor dem Fernseher.
Ein kurzes Nickerchen im Sitzen belastet die Halswirbelsäule anders als eine Nacht im Liegen, weil der Kopf seitlich wegkippt. Formstabile Stützen halten ihn in der Achse, wie die Darstellung dazu beschreibt, was viskoelastischer Schaum unter dem Nacken bewirkt. Viskoelastischer Schaum gibt unter Körperwärme nach und federt langsam zurück, speichert Wärme aber stärker als offenporige Füllungen.
Warum Männer zwischen 45 und 64 Jahren am häufigsten zu kurz schlafen
Die höchste Quote im gesamten Datensatz entfällt auf Männer im mittleren Alter. Laut dem Robert Koch-Institut schläft in der Gruppe der 45- bis 64-jährigen Männer mit 53,0 Prozent etwa jeder Zweite an Wochentagen weniger als sieben Stunden. Am Wochenende sinkt der Wert in dieser Gruppe auf 30,8 Prozent.
Nach Angaben des Instituts macht auch die Bildungsgruppe einen Unterschied, allerdings nur bei Männern statistisch belastbar: 35,2 Prozent in der hohen Bildungsgruppe stehen 43,3 Prozent in der niedrigen und 46,1 Prozent in der mittleren gegenüber. Als gesundheitliche Folgen kurzer Nächte nennt die Auswertung Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes mellitus sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
„Sieben Stunden lassen sich nicht herbeiräumen, wenn der Terminkalender sie nicht hergibt. Wer die Zeit nicht verlängern kann, hat nur noch die Qualität der Stunden in der Hand – und die entscheidet sich an Matratze, Decke und Kopfkissen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Zeittagebuch und Telefonbefragung messen verschiedene Dinge
Eine zweite amtliche Zahl klingt zunächst nach dem Gegenteil. Laut dem Statistischen Bundesamt schliefen Menschen ab zehn Jahren im Jahr 2022 durchschnittlich 8 Stunden und 37 Minuten pro Tag, acht Minuten mehr als zehn Jahre zuvor. Veröffentlicht wurde der Wert am 18. Juni 2024 aus der Zeitverwendungserhebung.
Beide Zahlen widersprechen sich nicht, weil sie Verschiedenes erfassen. Die Zeitverwendungserhebung zählt jede Schlafphase eines Tages im Tagebuch, einschließlich Kindern ab zehn Jahren und Ruhephasen am Tag. Die telefonische Befragung des Robert Koch-Instituts erfragt dagegen die übliche Nacht von Erwachsenen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes schlafen Paare mit Kindern im Haushalt mit 8 Stunden und 15 Minuten am kürzesten, Menschen ab 65 Jahren mit 8 Stunden und 46 Minuten am längsten.
Woran sich die nächste Erhebung messen lässt
Das Robert Koch-Institut führt sein Gesundheitsmonitoring fortlaufend weiter, die Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamtes wiederholt sich rund alle zehn Jahre. Aussagekräftiger als der Einzelwert ist deshalb der Abstand zwischen Wochentag und Wochenende, denn er zeigt, wie viel Erholung aufgeschoben wird.
Für den September 2026 folgt daraus eine Aufgabe, die sich ohne Termin erledigen lässt. Bezüge und Füllungen lassen sich außerhalb der Heizsaison in Ruhe wechseln, und eine Stütze, die den Kopf in der Achse hält, wirkt in jeder Nachtlänge.
