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Auf APEC-Veranstaltungen wird Chinas Versprechen an die Region deutlich Exklusiv

Auf APEC-Veranstaltungen wird Chinas Versprechen an die Region deutlich Exklusiv

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Von Oliver Eschke

Am 5. September versammelten sich in Shenzhen unter dem Leitmotiv „Building a Path to Shared Prosperity for the Asia-Pacific Community: Media Consensus and Action“ mehr als 400 Vertreter aus über 40 Ländern und Regionen zum Asien-Pazifik-Medienforum. Dass ausgerechnet Shenzhen, die technologisch fortschrittliche chinesische Millionenmetropole, als Gastgeber ausgewählt wurde, ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung. 

Unter dem Slogan „APEC China Year“ finden 2026 rund 300 APEC-Veranstaltungen im ganzen Land statt, zum dritten Mal nach Shanghai (2001) und Beijing (2014) wird im November auch das 33. informelle Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (APEC) in China (Shenzhen) stattfinden. Das China-Jahr ist mehr als ein nur protokollarischer Titel, es ist ein Versprechen, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ihre eigene Entwicklung eng mit dem Wohlstand ihrer Nachbarn verknüpft. Außerdem wird auf den zahlreichen von China geprägten Veranstaltungen deutlich, dass die Chinesische Modernisierung nicht nur nach innen gerichtet ist, sondern auch der gesamten Region neue Chancen eröffnen soll.

Die wichtige Rolle der Medien für die Region

Die Tatsache, dass Medienschaffende eine so wichtige Rolle spielen, hob Melissa Fleming, Untergeneralsekretärin der Vereinten Nationen für globale Kommunikation, in ihrer Videobotschaft auf der Eröffnungszeremonie des Asien-Pazifik-Medienforums hervor: „Wir brauchen Journalisten für Fakten. Wir brauchen Fakten für Vertrauen. Und wir brauchen Vertrauen für eine gemeinsame Realität.“  

Dass die Entwicklung und Zusammenarbeit im asiatisch-pazifischen Raum ohne die aktive Beteiligung der Medien in der Region nicht möglich ist, betonte Li Shulei, Direktor der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas, in seiner Grundsatzrede zur Eröffnung des Forums. „Die Tür Chinas zur Außenwelt wird sich immer weiter öffnen. Die Chinesische Modernisierung wird der Welt noch mehr Chancen für Kooperation und Entwicklung bieten, und das Potenzial für Austausch und Zusammenarbeit zwischen den Medien im asiatisch-pazifischen Raum ist enorm“, so Li. 

Er unterstrich die Notwendigkeit, ein förderliches Meinungsumfeld für Öffnung und Entwicklung in der Region zu schaffen, die positiven Ergebnisse der asiatisch-pazifischen Zusammenarbeit und Entwicklung aufzuzeigen und die Reichweite sowie den Einfluss der Medien im asiatisch-pazifischen Raum weiter auszubauen.

Eine wirtschaftliche Power-Region

Wie eng die Volkswirtschaften des asiatisch-pazifischen Raums bereits miteinander verwoben sind, lässt sich in Zahlen fassen. Von der Gründung der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (APEC) im Jahr 1989 bis 2022 ist der regionale Handel mit Waren und Dienstleistungen von rund 3,1 Billionen auf heute etwa 30 Billionen US-Dollar gewachsen. Mit dieser beinahe Verzehnfachung wurde hunderten Millionen Menschen der Weg aus der Armut geebnet. Über 60 Prozent des innerregionalen Handels entfallen inzwischen auf Zwischengüter, was ein Beleg dafür ist, wie eng die Produktionsketten der Region miteinander verzahnt sind. Zwar dämpfen internationale Unsicherheiten wie Zölle, Technologiebeschränkungen oder Investitionshürden auf der ganzen Welt den Schwung, doch für die APEC-Volkswirtschaften wird 2026 weiterhin ein Wachstum von rund 3,2 Prozent erwartet.

Auch die Handelszahlen von Guangdong, der südchinesischen Gastgeberprovinz des Asien-Pazifik-Medienforums unterstreichen den Trend zu mehr Öffnung. In den ersten sieben Monaten des Jahres erreichte der Warenaustausch der Provinz mit APEC-Volkswirtschaften 4,27 Billionen Yuan – ein Plus von 22,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Stadt Shenzhen allein steigerte ihren Handel mit APEC-Partnern im ersten Halbjahr um 33 Prozent auf 1,98 Billionen Yuan. APEC-Volkswirtschaften stehen damit für fast 69 Prozent des gesamten Außenhandels der Stadt. Der Hafen Yantian in Shenzhen eröffnete 2026 elf neue internationale Routen mit APEC-Volkswirtschaften und bedient inzwischen 53 wöchentliche Verbindungen in die APEC-Region, der Hafen Nansha in der Stadt Guangzhou sogar mehr als hundert!

In eine gemeinsame Zukunft

Am Ende des Medienforums stand mit dem „Shenzhen Consensus“ und der Gründung eines Organisationskomitees aus 16 Medienpartnern der Region nicht nur ein greifbares Ergebnis, sondern auch ein Signal, dass Zusammenarbeit sich nicht nur in Handelsstatistiken, sondern auch im gegenseitigen Verständnis der Menschen niederschlagen soll.

Wer verstehen will, warum ausgerechnet Shenzhen als Bühne für dieses Programm gewählt wurde, muss nur einen Blick auf die Stadt werfen. Aus einem einstigen Fischerdorf ist binnen weniger Jahrzehnte ein globales Zentrum für Hightech-Innovation geworden. Kaum eine Branche illustriert das eindrücklicher als die Drohnen- und Robotikindustrie. Rund 70 Prozent aller weltweit verkauften Verbraucherdrohnen und etwa die Hälfte der Industriedrohnen stammen aus Shenzhen. Mehr als 1200 Start- und Landeplätze und über 300 Logistikrouten für die sogenannte „Low-Altitude Economy“ sind in der Stadt bereits in Betrieb. Auch in der Robotik ist Shenzhen führend: 2025 wurden in der Stadt doch rund 343.400 humanoide Roboter produziert, 83 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Hinzu kommt eine boomende Elektromobilitätsindustrie. Der in Shenzhen beheimatete Hersteller BYD verkaufte 2025 rund 2,26 Millionen Elektrofahrzeuge und überholte damit Tesla als weltweit größten Anbieter reiner Elektroautos.

Diese Zahlen stehen exemplarisch für das, was China mit der Chinesischen Modernisierung meint: ein technologiegetriebenes, offenes und gemeinsames Wachstum, das nicht an der eigenen Landesgrenze haltmacht, sondern über Handel, Investitionen und Wissenstransfer der gesamten Region zugutekommen soll. 

Wenn sich im November die Politiker, Wirtschaftsführer und Experten der APEC-Volkswirtschaften erneut in Shenzhen treffen, tun sie dies also an einem Ort, der wie kaum ein anderer zeigt, wohin die Reise gehen kann – für China und für seine Partner im asiatisch-pazifischen Raum gleichermaßen.

Der Autor ist langjähriger Ostasienexperte, war lange Jahre für internationale und chinesische Organisationen tätig und arbeitet nun als freier Journalist in China. Die Meinung des Autors spiegelt die Position unserer Webseite nicht notwendigerweise wider.

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