Source: Deutsche Nachrichten
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz stellt mittelständische Unt vor neue Führungs- und Steuerungsfragen. THE MAK’ED TEAM sieht klare AI-Governance als Voraussetzung dafür, technologische Chancen zu nutzen, Risiken frühzeitig einzuordnen und AI-Anwendungen verlässlich in den Unternehmensalltag zu integrieren.
AI-Governance bezeichnet den Rahmen, mit dem Unternehmen festlegen, wie Künstliche Intelligenz ausgewählt, eingesetzt, geprüft und verantwortet wird. Für mittelständische Familienunternehmen wird dieser Rahmen besonders wichtig, weil viele Entscheidungen nah am operativen Geschäft getroffen werden und zugleich nachvollziehbar dokumentiert sein müssen.
In vielen Unternehmen entstehen derzeit AI-Initiativen in ganz unterschiedlichen Bereichen – etwa im Vertrieb, im Personalwesen, in der IT oder in der Wissensarbeit. Häufig ist jedoch noch nicht verbindlich geregelt, welche Daten verwendet werden dürfen, wer Anwendungen prüft und wann Datenschutz, IT-Sicherheit oder Geschäftsführung einzubeziehen sind.
„In vielen Familienunternehmen fehlt es nicht an AI-Ideen, sondern an klaren Zuständigkeiten und nachvollziehbaren Entscheidungskriterien“, sagt Martin Auer, Geschäftsführer von THE MAK’ED TEAM. „Wirksame AI-Governance schafft Orientierung, ohne notwendige Entscheidungen unnötig zu verlangsamen.“
Governance als Voraussetzung für wirksame AI-Nutzung
Aus Sicht von THE MAK’ED TEAM entwickelt sich AI-Governance für Familienunternehmen zu einem praktischen Führungsinstrument. Sie schafft Klarheit darüber, welche Anwendungen eingesetzt werden dürfen, welche Risiken zu prüfen sind, wer Verantwortung trägt und wie Entscheidungen dokumentiert werden.
Ziel ist es, wiederkehrende Fragen nicht bei jedem neuen Anwendungsfall neu zu verhandeln. Dazu zählt der Umgang mit sensiblen Daten, die fachliche Prüfung von AI-Ergebnissen, die menschliche Aufsicht und die Abgrenzung zwischen unterstützenden Anwendungen und geschäftskritischen Entscheidungen.
Ein risikobasierter Ansatz hilft, AI-Anwendungen angemessen zu steuern: einfache Unterstützungsaufgaben wie Textentwürfe, Übersetzungen oder Recherchen benötigen andere Leitplanken als Anwendungen, die sensible Informationen verarbeiten oder Entscheidungen über Menschen, Kundenbeziehungen oder geschäftskritische Prozesse beeinflussen.
Kurze Entscheidungswege gezielt nutzbar machen
Viele Familienunternehmen verfügen über Strukturen, die eine pragmatische Umsetzung begünstigen: Geschäftsführung, Fachbereiche, IT und HR können oft schnell zusammenkommen. Dieser Vorteil entfaltet jedoch nur dann Wirkung, wenn aus informellen Entscheidungen verbindliche Leitplanken entstehen.
Klare Regeln statt Einzelfallentscheidungen
Transparente Entscheidungswege sind eine zentrale Voraussetzung für den wirksamen AI-Einsatz. Fachbereiche müssen wissen, innerhalb welcher Leitplanken sie eigenständig handeln können. Anwendungen mit erhöhtem Risiko sollten zugleich frühzeitig erkannt und an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden.
THE MAK’ED TEAM empfiehlt Familienunternehmen, zunächst bestehende AI-Nutzungen sichtbar zu machen, Anwendungsfälle nach Risiko zu ordnen und daraus kurze, verständliche Richtlinien abzuleiten. So wird Governance nicht als zusätzlicher Verwaltungsaufwand verstanden, sondern als Grundlage für schnellere und bessere Entscheidungen.
„Governance sollte kein theoretisches Regelwerk bleiben, sondern im Alltag Orientierung geben – für Führung, Fachbereiche und Mitarbeitende“, sagt Katharina Auer von THE MAK’ED TEAM. „So entsteht ein gemeinsames Verständnis dafür, welche AI-Anwendungen sinnvoll, zulässig und verantwortbar sind.“
Hintergrund: AI-Governance im Mittelstand
AI-Governance umfasst unter anderem Regeln zur Datennutzung, Rollen und Verantwortlichkeiten, Freigabeprozesse, Dokumentation, menschliche Kontrolle und den Umgang mit besonders sensiblen Anwendungsfällen. Entscheidend ist eine Ausgestaltung, die zur Unternehmensgröße, zur Risikostruktur und zur bestehenden Organisation passt.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern Anwendungen, die personenbezogene Daten nutzen, Menschen bewerten oder geschäftskritische Entscheidungen beeinflussen. Dazu zählen etwa AI-gestützte Auswahl- oder Bewertungsprozesse im Personalbereich, Preis- oder Produktionsentscheidungen sowie Systeme mit Zugriff auf interne Wissens- oder Kundendatenbanken.
Ausblick
Mit der zunehmenden Verbreitung von AI-Anwendungen wird es für Familienunternehmen wichtiger, technologische Chancen mit klaren Verantwortlichkeiten zu verbinden. Eine belastbare AI-Governance kann dazu beitragen, Handlungsfähigkeit zu sichern und Vertrauen bei Mitarbeitenden, Kunden und Partnern zu stärken.
Damit wird AI-Governance zu einem Bestandteil moderner Unternehmensführung: Sie gibt Orientierung, beschleunigt Entscheidungen und ermöglicht den verantwortungsvollen Einsatz neuer Technologien.
