Source: People’s Republic of China – State Council News in German
China will sogenannte KI-Dienstleister-Ressourcenpools aufbauen und bis Ende 2027 die Zahl der Unternehmen in diesen Pools in Provinzen mit nationalen Pilotzonen für KI-Industrieinnovation auf mindestens 100 erhöhen. Auf nationaler Ebene lautet das Ziel 3.000 Unternehmen. Dies geht aus einem am Montag vom Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) veröffentlichten Rundschreiben hervor.
Alle Regionen wurden dazu aufgefordert, die KI-Dienstleister in ihrem Zuständigkeitsbereich zu erfassen – einschließlich der dort registrierten zentralstaatlichen Unternehmen – und entsprechende Dienstleister-Archive anzulegen. Auf der Grundlage relevanter Standards soll nach und nach ein nationaler Dienstleister-Ressourcenpool aufgebaut werden.
Die Sonderaktion zur Förderung von KI-Anwendungsdienstleistern diene der Umsetzung der nationalen „KI-Plus“-Initiative sowie der konkreten Aufgaben zur Förderung von KI-Anwendungsdienstleistern und zum Aufbau einer KI-Anwendungsdienstleistungskette, so das MIIT.
Das Rundschreiben schlägt vor, dass Dienstleister sich auf häufige, grundlegende und wiederverwendbare Geschäftsszenarien konzentrieren und modulare, standardisierte Lösungsbündel schnüren sollen, um eine Reihe von „kleinen, schnellen, leichten und präzisen“ KI-Produktdienstleistungen zu schaffen.
Das MIIT-Rundschreiben betone die Anwendungsaspekte von KI und zeige, dass Chinas KI-Entwicklung eine neue Phase der Umsetzung erreicht habe – nach der vorangegangenen Phase des Infrastrukturausbaus und der Modellprüfung, sagte Xiang Ligang, langjähriger Beobachter der Telekommunikations- und Technologiepolitik.
Die Förderung von KI-Dienstleistern werde Unternehmen in verschiedenen Branchen in China die KI-Infrastruktur bieten, die sie benötigen, um ihre Entwicklung zu beschleunigen, so Xiang.
KI-Dienstleister bündelten Rechenleistung, verschiedene Modelle und Speicherkapazität und könnten so Kunden bedienen, die sich die hohen Investitionen für die Nutzung von KI andernfalls nicht leisten könnten, erklärte Xiang.
Das MIIT-Rundschreiben sieht zudem vor, eine Reihe realer Anwendungsszenarien zu öffnen, um Dienstleister aktiv für Pilotprojekte vor Ort zu gewinnen, ihre technologische Forschung und Entwicklung sowie die Kommerzialisierung von Ergebnissen zu fördern, Referenzlösungen zu schaffen und einen Demonstrationseffekt zu erzielen.
Es fordert die Erprobung von Anreizen für Erstkäufe und -anwendungen sowie von Risikoausgleichsmodellen, um die Beschaffung von Dienstleistungen wie großen Sprachmodellen, Agenten und Tokens zu steigern und so die Qualität und Effizienz des branchenübergreifenden KI-Einsatzes zu verbessern.
Regionen mit entsprechenden Voraussetzungen werden dazu ermutigt, umfassende „Go-global“-Servicestrukturen aufzubauen und multilaterale Kooperationsmechanismen sowie Plattformen wie die Seidenstraßeninitiative, BRICS und den China-ASEAN-Kooperationsmechanismus zu nutzen, um die internationale Vermarktung hochwertiger KI-Anwendungsprojekte zu fördern.
Für KI-Dienstleister, die ins Ausland expandieren wollen, seien auch staatliche Beratung und Erleichterungen erforderlich, um sicherzustellen, dass Chinas erfolgreiche KI-Anwendungen wie Drohnen, intelligente und vernetzte Fahrzeuge sowie Robotik reibungslos auf die internationalen Märkte gelangen, so Xiang.
Die chinesische KI-Industrie überschritt im Jahr 2025 die Marke von 1,2 Billionen Yuan (176,7 Milliarden US-Dollar) – ein Anstieg von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, so eine Schätzung der Chinesischen Akademie für Informations- und Kommunikationstechnologie (CAICT), einem Forschungsinstitut unter dem MIIT.
