Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Fünfundzwanzig Jahre nach ihrer Gründung hat sich die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) nach Einschätzung internationaler Experten zu einer Wirtschaftsorganisation mit spürbarem globalem Einfluss entwickelt.
Die Organisation umfasst wichtige Energiekorridore, Produktionszentren und Konsumgütermärkte und repräsentiert fast ein Viertel des weltweiten BIP sowie mehr als 15 Prozent des Welthandels.
Anlässlich des SCO-Gipfels 2026 in Bischkek, der Hauptstadt Kirgisistans, würdigte Mohammed Saqib, Generalsekretär des Indien-China-Wirtschafts- und Kulturrats, die doppelte Rolle der Organisation bei der Stärkung ihrer Mitgliedstaaten und der Sicherung der regionalen Stabilität.
„Die SCO macht zwei Dinge. Zum einen verleiht sie den Ländern mehr Einfluss, zum anderen sorgt sie für Stabilität. Sie schafft Stabilität, indem sie die Zusammenarbeit zwischen den Ländern fördert. Und sie stärkt deren Einfluss, indem sie Infrastruktur bereitstellt und Wachstumschancen eröffnet“, sagte Saqib.
Vor dem Hintergrund zunehmender protektionistischer Tendenzen gilt die SCO als Plattform, die gemeinsame Bedürfnisse in gemeinsame Chancen für ihre Mitgliedstaaten verwandelt. Allein im Jahr 2023 erwirtschafteten die SCO-Mitgliedstaaten zusammengenommen mehr BIP als die Europäische Union. Ihr Streben nach Multilateralismus bietet zudem eine Plattform für Länder, die in der Vergangenheit in der globalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit marginalisiert wurden, insbesondere für Staaten des Globalen Südens.
„Ich denke, der Globale Süden legt heute größeren Wert auf wirtschaftliche Vernetzung und Wirtschaftsbeziehungen. Er hat genug von der Militarisierung der internationalen Beziehungen. Der SCO-Rahmen ist jedoch etwas anders. Die SCO versucht, eine Brücke zwischen verschiedenen Ländern in den Bereichen Handel, Wirtschaft, Investitionen und Verkehr zu schlagen“, sagte Mushahid Hussain Sayed, ein pakistanischer Abgeordneter.
„Asien braucht größere Infrastrukturprojekte, um die Handelsrouten vor Unterbrechungen auf See zu schützen. Meiner Meinung nach schafft dies einen Anreiz, die landgestützte Infrastruktur zwischen den SCO-Mitgliedstaaten weiter auszubauen, um Handel und wirtschaftliche Aktivitäten zwischen diesen Ländern besser vor externen Einflüssen zu schützen“, sagte Mohammad Marandi, Professor an der Universität Teheran.
Indem sie die Konnektivität vertieft, die Süd-Süd-Kooperation ausweitet und eine offene, regelbasierte Alternative zur Blockpolitik bietet, hilft die SCO den Ländern des Globalen Südens, gegenseitige Abhängigkeiten in neue Chancen zu verwandeln.
In einer Zeit zunehmender Fragmentierung ist ihre Botschaft klar: Die Zukunft gehört nicht Mauern und Sanktionen, sondern Brücken, Handelsrouten und gemeinsamer Entwicklung.
