Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Binur Edihan, eine Dorfärztin im nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang, hat ihre gesamte Karriere der Betreuung von Hirten in abgelegenen Weidegebieten gewidmet.
Jeden Sommer treiben die Hirten der Region ihr Vieh zu den abgelegenen Weidegründen im Kreis Xinyuan der Autonomen Präfektur Ili der Kasachen.
Die saisonalen Wanderungen der Hirten sind für Edihan mit großen Strapazen verbunden: Sie muss zu Pferd unterwegs sein und zahlreiche Hügel überqueren, um zu den entlegenen Weidegründen zu gelangen. Doch die in den letzten Jahren ausgebaute Infrastruktur habe ihre Arbeit spürbar vereinfacht, so Edihan.
„Früher gab es auf den Bergen kein Telefonnetz. Wenn ein Hirte eine akute Krankheit hatte, hätte es mindestens zwei oder drei Stunden gedauert, bis Hilfe kam. Als wir sie dann erreicht haben, war es manchmal schon zu spät. Jetzt gibt es Netz in den Bergregionen. Sobald sie anrufen, bereiten wir die Medikamente vor und machen uns auf den Weg in die Berge“, erzählte Edihan.
Mit ihrem Truck fuhr die Ärztin so weit wie möglich, bis zum Fuß des Hügels. Den Rest des Weges musste sie zu Pferd zurücklegen, denselben ausgefahrenen Erdweg hinauf, den sie seit drei Jahrzehnten reitet. Oben angekommen, zögerte sie keine Minute und untersuchte sofort ihre Patienten, verschrieb Schmerzmittel und gab Anweisungen zur Einnahme.
Eine der Patientinnen ist die Mutter von Aygul Hasen, die unter Rheuma und hohem Blutdruck leidet. „Trotz der großen Entfernung zögert Binur nie zu kommen. Sie misst den Blutdruck meiner Mutter und bringt immer die richtigen Medikamente mit. Jedes Mal, wenn sie da ist, fühle ich mich viel ruhiger“, sagte die Dorfbewohnerin.
Kaum hatte sich die Nachricht von Edihans Ankunft verbreitet, kamen die Hirten aus der Umgebung zu ihr. Sie nutzt jede Gelegenheit, um ihnen Ratschläge für ihre Gesundheit zu geben, in der Hoffnung, dass sie alle gesund bleiben. Im Laufe der Jahre sind die Hirten für sie längst zu einer Art Familie geworden.
„Es wäre nicht ehrlich, wenn ich sagte, ich hätte nie ans Weggehen gedacht. Als ich jung war, wollte ich in ein großes Krankenhaus. Aber wenn ich gegangen wäre, was wäre dann aus den Hirten hier geworden? Es gibt so viele alte Menschen und so viele Kinder. Wenn sie krank werden, wer kümmert sich dann um sie? Wenn ich daran denke, weiß ich, dass ich richtig gehandelt habe: Ich bin geblieben und werde hier weiterarbeiten“, sagte Edihan.
Edihan ist nicht nur Ärztin, sondern auch ein vertrautes Gesicht im Dorf. Sie kennt die Gesundheit von mehreren hundert Haushalten, jeden beim Namen. Routineuntersuchungen und Hausbesuche sind für sie eine feste Verpflichtung, und sie erfüllt sie unerschütterlich.
Ob bei Regen, Wind oder glühender Hitze – sie macht sich auf den Weg, sobald jemand ihre Hilfe braucht. Die Hirten wissen: Sie können sich auf sie verlassen.
