Source: Deutsche Nachrichten
Fertigungstoleranzen lassen sich in industriellen Produktionsprozessen nicht vollständig vermeiden. Insbesondere bei komplexen Baugruppen summieren sich geringe Maßabweichungen einzelner Komponenten häufig zu größeren Spaltmaßen oder Versätzen. Konventionelle Verbindungselemente gleichen diese Abweichungen nicht aus. Dadurch können Spannungen, Nacharbeiten oder Qualitätsprobleme entstehen.
Toleranzausgleichselemente sind speziell dafür konzipiert, Montageabstände und Maßabweichungen automatisch auszugleichen. Als mehrteilige Verbindungselemente vereinen sie die Funktion eines Befestigungselements mit einem integrierten Ausgleichsmechanismus. Dadurch lassen sich Bauteile auch bei größeren Fertigungstoleranzen präzise ausrichten und dauerhaft spannungsfrei verbinden.
Automatischer Ausgleich für reproduzierbare Montageprozesse
Das Funktionsprinzip basiert auf einem zweiteiligen Aufbau aus Basiselement und beweglichem Einsteller. Zunächst wird das Basiselement dauerhaft im Bauteil befestigt. Während der Endmontage greift die Schraube in das System ein, wodurch sich der Ausgleichsmechanismus axial herausdreht, bis der vorhandene Spalt spielfrei überbrückt ist. Bei bestimmten Ausführungen erfolgt zusätzlich eine radiale Anpassung.
Sobald der Einsteller seinen Anschlag erreicht, rastet das System ein und stellt eine definierte Verbindung her. Anschließend wird die Schraube mit dem vorgesehenen Anzugsdrehmoment befestigt. So entstehen präzise ausgerichtete und spannungsfreie Verbindungen, für die keine Unterlegscheiben, Distanzstücke oder manuelle Einstellarbeiten notwendig sind.
Höhere Prozesssicherheit in automatisierten Fertigungsanlagen
Insbesondere in automatisierten Montageprozessen bieten Toleranzausgleichselemente erhebliche Vorteile. Da sie sich selbstständig an vorhandene Toleranzen anpassen, entfallen aufwendige Ausrichtungs- und Nachjustierarbeiten. Dadurch werden die Montagezeiten verkürzt und die Prozessstabilität erhöht.
Durch die automatische Anpassung werden Verformungen dünner Bleche, Verspannungen empfindlicher Baugruppen und Spannungskonzentrationen zuverlässig vermieden. Dadurch verbessert sich die Qualität der Bauteile, der Ausschuss wird reduziert und die Reproduzierbarkeit in der Serienfertigung erhöht. Auch Anwendungen mit begrenztem Bauraum oder ausschließlich einseitiger Zugänglichkeit lassen sich damit realisieren.
Vielseitige Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Industrien
Toleranzausgleichselemente werden überall dort eingesetzt, wo trotz unvermeidbarer Fertigungstoleranzen eine hohe Passgenauigkeit erforderlich ist. Im Automobilbau ermöglichen sie die präzise Ausrichtung von Türmodulen, Stoßfängern, Frontmodulen, Batteriewannen, Displays und Scheinwerfern. In Haushaltsgeräten sorgen sie für exakt ausgerichtete Türen und Verkleidungen. In elektronischen Baugruppen verbinden sie empfindliche Komponenten wie Displays oder Gehäuse spannungsfrei.
Auch in Klima- und Heizsystemen gewährleisten Toleranzausgleichselemente passgenaue Gehäuseverbindungen, reduzieren Luftlecks und minimieren Vibrationen. Aufgrund ihrer kompakten Bauweise und der Möglichkeit der vollautomatisierten Verarbeitung sind Toleranzausgleichselemente für eine Vielzahl moderner Serienanwendungen geeignet, die hohe Anforderungen an Qualität, Wirtschaftlichkeit und Prozesssicherheit stellen.
