Source: Deutsche Nachrichten
Für die mentale Gesundheit ist entscheidend, wie gut Beschäftigte nach der Arbeit gedanklich loslassen können. Wer schlecht abschaltet, fühlt sich häufiger erschöpft, schläft schlechter, denkt öfter über Kündigung nach und arbeitet trotz Krankheit weiter. Nicht die Arbeitszeit selbst ist hier das Problem, sondern das, was im Kopf weiterläuft, wenn der Feierabend längst begonnen hat.
Das Problem sitzt im Kopf, nicht im Rücken
Genau da liegt die Schwachstelle vieler BGM-Maßnahmen. Ein Massagesessel oder ein Rückenkurs wirkt auf die Muskulatur, nicht auf das gedankliche Weiterarbeiten, das viele Beschäftigte abends wachhält. In der Arbeitspsychologie ist dafür der Begriff Psychological Detachment etabliert: die Fähigkeit, mental von der Arbeit loszulassen, statt Aufgaben und Konflikte gedanklich mit nach Hause zu nehmen. Fehlt dieses Detachment, bleibt der Erholungseffekt jeder noch so angenehmen Maßnahme begrenzt, weil der Kopf nicht wirklich zur Ruhe kommt.
Ein anderer Hebel: das Gehirn gezielt umschalten
Hier setzen Ansätze an, die nicht nur körperlich, sondern auch mental wirken sollen. Der Beitrag “brainLight im Test” in der Publikation Meine Gesundheit greift genau das auf: brainLight kombiniert Shiatsu-Massage mit audio-visueller Stimulation, also gezielt aufeinander abgestimmten Licht- und Tonimpulsen. Eine dort zitierte Studie an rund 390 Berufstätigen fand einen Zusammenhang zwischen regelmäßiger Anwendung und besserer mentaler Gesundheit, geringerem Burnout-Risiko und höherem Work Engagement. Die Idee dahinter passt zum Detachment-Konzept: Der Reizwechsel unterbricht das gedankliche Weiterlaufen und schafft einen echten Zustandswechsel, nicht nur eine kurze körperliche Pause.
Was das für BGM-Verantwortliche bedeutet
Wer Entspannungsangebote einführt, sollte weniger danach fragen, wie angenehm sich eine Maßnahme anfühlt, sondern ob sie beim Abschalten tatsächlich hilft. Mehr zur Studie und zum Konzept dahinter im Beitrag “brainLight im Test”, erschienen im Sonderheft “Meine Gesundheit” im Stern.
