Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Coca-Cola, Adidas, Apple und L’Oréal haben in ihren jüngsten Quartalsberichten zweistellige oder nahezu zweistellige Zuwächse in China verbucht. Der chinesische Markt bleibt damit ein zentraler Wachstumstreiber für internationale Unternehmen.
Coca-Cola steigerte im zweiten Quartal seinen Umsatz um sieben Prozent auf 13,38 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn legte um 17 Prozent auf 4,44 Milliarden US-Dollar zu. Das weltweite Absatzvolumen wuchs um fünf Prozent – getrieben von China, Indien, den USA und Brasilien. Die Region Asien-Pazifik verzeichnete ein Plus von acht Prozent.
Adidas meldete am 30. Juli Rekordumsätze: Die währungsbereinigten Erlöse stiegen um 14 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. In der Region „Großchina“ (Greater China) legten die Umsätze im Quartal um 15 Prozent zu, im ersten Halbjahr um 16 Prozent.
Apple erzielte im dritten Geschäftsquartal (per 27. Juni) einen Umsatz von 109,4 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 16 Prozent. Die Erlöse in der Region „Großchina“ stiegen um 22 Prozent auf 18,8 Milliarden US-Dollar. Konzernchef Tim Cook erklärte, das iPhone habe in dieser Region sogar einen Juni-Quartalsrekord aufgestellt, der Mac sein bestes Quartal überhaupt.
L’Oréal meldete einen Rekordumsatz im ersten Halbjahr von 23,8 Milliarden Euro, ein Plus von 6,8 Prozent. Die Region Nordasien war der größte Wachstumstreiber für die professionelle Sparte – unterstützt durch zweistellige Zuwächse in China.
Zhang Yi, Geschäftsführer des iiMedia Research Institute, betonte, dass sich globale Marken an das Tempo des Marktes anpassen müssten. „Die heutigen Gewinner standen selbst vor wenigen Jahren noch unter Druck – sie mussten sich an zuckerfreie Getränke, neue soziale Plattformen und den wachsenden Einfluss junger Konsumenten anpassen“, so Zhang.
Einige Unternehmen führen ihren Erfolg weniger auf die Marktgröße als auf Lokalisierung zurück. Coca-Cola habe Sprite + Tea mit einer Zitronennote für chinesische Verbraucher neu formuliert. Swire Coca-Cola nahm im Mai Produktionsstandorte in Kunshan und Guangzhou in Betrieb – mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 3,25 Milliarden Yuan (rund 479 Millionen US-Dollar). Adidas teilte mit, dass viele Lifestyle-Produkte inzwischen lokal entwickelt und bezogen würden. Adidas-CEO Bjørn Gulden sagte, die Strategie der lokalen Beschaffung und Entwicklung zahle sich aus und ermögliche ein „äußerst starkes“ Umsatzwachstum von 15 Prozent in der Region „Großchina“.
„Ausländische Unternehmen können China nicht länger als reine Vertragsfertigung betrachten – ihre Marktsensibilität wäre dann bei weitem nicht ausreichend“, sagte Zhang Yi. China solle vielmehr zu einer Forschungs- und Entwicklungsquelle werden.
Nach Angaben des Handelsministeriums zog China in der ersten Jahreshälfte 402,14 Milliarden Yuan (rund 59,2 Milliarden US-Dollar) an ausländischen Direktinvestitionen an; 31.617 neue Unternehmen mit ausländischer Beteiligung wurden gegründet – ein Plus von 5,3 Prozent.
Li Yong, Mitglied des Exekutivrats der China Society for WTO Studies, bezeichnete diesen Wandel als einen sich abzeichnenden Trend. Die Kapazität des chinesischen Marktes sei für andere Volkswirtschaften kaum zu erreichen.
Für Analysten ist auch die Wettbewerbsintensität Teil der Attraktivität. „Früher konnten ausländische Marken nahezu automatisch Gewinne erzielen. Das funktioniert nicht mehr – heute braucht es stärkere Innovation und tieferes Verständnis für die Verbraucher“, so Zhang.
Joe Ngai, Chef für Greater China bei McKinsey, sagte, es gebe trotz aller „De-Risking“-Rede keinen anderen Markt von vergleichbarer Größe. Er bezeichnete China als „das härteste Fitnessstudio der Welt“, das extrem wettbewerbsfähige Unternehmen hervorbringe.
