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Mit „Haifischhaut“ nachhaltiger fliegen: Lufthansa Group testet nächste AeroSHARK-Generation

Mit „Haifischhaut“ nachhaltiger fliegen: Lufthansa Group testet nächste AeroSHARK-Generation

Source: Lufthansa Group

Ein Airbus A319 von Lufthansa City Airlines wird zum weltweit ersten Testflugzeug für eine neue Generation der treibstoffsparenden AeroSHARK-Technologie. Auf dem Kurzstreckenflugzeug mit dem Kennzeichen „D-ABGK“ erprobt Lufthansa Technik bis Februar 2027 gemeinsam mit dem Entwicklungspartner Surventis (ehemals BASF Coatings) rund 70 transparente Folienpatches mit einer Größe von jeweils 20 x 20 Zentimetern. Diese Materialproben sind an ausgewählten Bereichen auf den Rumpfseiten sowie innen und außen an der Triebwerksverkleidung angebracht. Ihr Einsatz wird in den nächsten Monaten im regulären Flugbetrieb zwischen München und Hamburg analysiert und soll Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der AeroSHARK-Technologie liefern. Langfristiges Ziel ist es, durch den breiteren Einsatz von AeroSHARK zusätzliche Effizienzpotenziale im Flugbetrieb zu erschließen und so einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit im Luftverkehr leisten zu können.

Für die Fluggäste an Bord des Lufthansa City Airlines Flugzeugs, das den Namen der Stadt „Starnberg“ trägt, bleibt der Test dabei nahezu unsichtbar. Das Material ist transparent und optisch kaum wahrnehmbar. Auch am Flugverlauf ändert sich nichts. Zur Information macht am Eingang des Flugzeugs ein Welcome-Panel im AeroSHARK-Design interessierte Reisende auf den Test aufmerksam.

Der Patchtest: Forschung trifft Flugalltag

Bislang kommt die treibstoffsparende AeroSHARK-Folie am Rumpf und an der Triebwerksverkleidung von Langstreckenflugzeugen zum Einsatz, die für diese Technologie zugelassen sind. Mit der aktuellen Forschungs- und Entwicklungsarbeit gehen Lufthansa Technik und Surventis nun einen wichtigen Schritt weiter. Gemeinsam entwickeln sie die nächste Materialgeneration, die künftig auch auf Tragflächen, Höhen- und Seitenleitwerk eingesetzt werden soll. In diesen Bereichen wirken höhere aerodynamische Kräfte.

Mit dem jetzt gestarteten Testlauf werden verschiedene neue AeroSHARK-Materialproben unter realen Bedingungen erforscht. Die 70 Testpatches unterscheiden sich dabei hinsichtlich ihres Material- und Schichtaufbaus. Ziel der Untersuchung ist es, jenes Material zu identifizieren, das die höchste Robustheit mit einer einfachen Applikation, einer unkomplizierten Reinigung und einer rückstandsfreien Entfernung vereint. Die regelmäßigen Materialinspektionen erfolgen während der Bodenzeiten in Hamburg durch Lufthansa Technik.

Nach dem Vorbild der Natur

Bisher ist AeroSHARK die einzige für die kommerzielle Luftfahrt zugelassene Riblet-Technologie. Dabei handelt es sich um einen speziell entwickelten Oberflächenfilm mit mikroskopisch feinen Rillenstrukturen nach dem Vorbild der Haifischhaut. Die Haut von Haien weist feine in Strömungsrichtung ausgerichtete Rillen, sogenannte Riblets, auf, die den Reibungswiderstand reduzieren und die Strömungseigenschaften im Wasser verbessern. Diesen Effekt überträgt AeroSHARK auf die Luftfahrt: Der funktionale Oberflächenfilm verfügt über Riblets von nur etwa 50 Mikrometern Höhe, die präzise entlang des Luftstroms ausgerichtet sind. Er wird an Rumpf und Triebwerksverkleidung eines Flugzeugs aufgebracht und verringert den Luftwiderstand während des Flugs. Die Technologie reduziert Treibstoffverbrauch und CO₂-Emissionen bei jedem Flug – aktuell um circa 1 Prozent.

Bereits 22 Langstreckenflugzeuge der Lufthansa Group mit AeroSHARK modifiziert

Stand Juli 2026 hat die Lufthansa Group bereits 22 Flugzeuge mit AeroSHARK ausgestattet: die gesamte Boeing 777-300ER-Flotte von SWISS (zwölf Flugzeuge), fünf Boeing 777F von Lufthansa Cargo, vier Boeing 777-200ER von Austrian Airlines und eine Boeing 747-400 von Lufthansa. Auf diese Weise spart die AeroSHARK-Flotte der Lufthansa Group täglich 19 Tonnen Kerosin und 60 Tonnen CO₂ ein. AeroSHARK ist eine Technologie, die Schule macht: Auch Fluggesellschaften außerhalb der Lufthansa Group setzen die innovative Folie bereits ein und steigern damit die Treibstoffeffizienz ihrer Langstreckenflugzeuge.

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