Post

Notwendigkeit einer engeren Klimakooperation zwischen China und der EU

Notwendigkeit einer engeren Klimakooperation zwischen China und der EU

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Weil der Klimawandel zunehmend eine globale Herausforderung darstellt, ist nach Ansicht von Experten eine engere Zusammenarbeit zwischen China und der EU in Bezug auf Klimaschutzmaßnahmen und den grünen Übergang unerlässlich, um die globale Klima-Governance voranzubringen.

Teilansicht des 180-Megawatt-Offshore-Photovoltaikparks Xingchen in Zhangzhou in der südostchinesischen Provinz Fujian. (6. Juli 2026, Xinhua)

Westeuropa erlebte in diesem Jahr den heißesten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Hitze kostete viele Menschenleben und unterbrach die Stromversorgung, was die Dringlichkeit einer Anpassung Europas an den Klimawandel unterstreicht.

Gleichzeitig verzeichneten in mehreren europäischen Märkten in China hergestellte Klimaanlagen ein starkes Umsatzwachstum, was die steigende Nachfrage nach Lösungen zur Klimaanpassung angesichts immer häufiger auftretender Hitzewellen widerspiegelt.

Wissenschaftlern zufolge wurde die jüngste Hitzewelle teilweise durch ein anhaltendes Hochdruckgebiet, den sogenannten „Hitzedom“, verursacht. Der Klimawandel macht solche extremen Wetterereignisse häufiger und intensiver. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat gewarnt, dass ein sich verstärkendes El-Niño-Phänomen in den kommenden Monaten die Wahrscheinlichkeit von Hitzewellen, Dürren, starken Regenfällen und anderen Extremwetterereignissen in vielen Teilen der Welt erhöhen dürfte.

„Die zunehmenden Folgen extremer Wetterereignisse senden eine klare Botschaft: Wenn eine Katastrophe eintritt, bieten nationale Grenzen keinen Schutz“, betonte Wang Lei, Professor an der School of Government der Beijing Normal University. Angesichts der zunehmenden Klimarisiken ist die Zusammenarbeit zwischen China, dem weltgrößten Entwicklungsland, und der EU, dem größten Zusammenschluss entwickelter Volkswirtschaften, von globaler Bedeutung. 

Die Klimakooperation ist seit langem ein Eckpfeiler der Beziehungen zwischen China und der EU. Chinesische und europäische Staats- und Regierungschefs bekräftigten im Jahr 2025 ihr Engagement für den globalen Klimaschutz und wiesen darauf hin, dass beide Seiten über eine solide Grundlage für die Zusammenarbeit und ein breites Potenzial für die Kooperation beim grünen Übergang verfügen.

Nicholas Stern, Vorsitzender des Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment an der London School of Economics, argumentierte, dass China und die EU gemeinsam eine Führungsrolle in der globalen Klimagovernance übernehmen sollten. Dazu gehöre auch die Förderung nationaler und internationaler Rahmenbedingungen, die Investitionen in den Übergang zu Netto-Null-Emissionen und klimaresilienten Volkswirtschaften begünstigen.

„Die weitere Förderung der grünen Partnerschaft zwischen China und der EU dient den Interessen der Menschen auf beiden Seiten und bietet gleichzeitig neue Hoffnung für eine globale nachhaltige Entwicklung“, sagte Zhang Haibin, Vize-Direktor des Instituts für Kohlenstoffneutralität der Peking-Universität.

Die Drohnenaufnahme zeigt eine Ansicht des chinesisch-deutschen Ökoparks in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong. (29. Juli 2025, Xinhua)

China und die EU verfolgen eine kohlenstoffarme Entwicklung auf verschiedene Weise, erklärte Hu Bin, außerordentlicher Professor am Institut für Klimawandel und nachhaltige Entwicklung der Tsinghua-Universität in Beijing. Er verwies dabei auf Chinas Bemühungen, Klimaziele mit Wirtschaftswachstum, technologischem Fortschritt und Energiesicherheit in Einklang zu bringen. Die EU hingegen habe ihren grünen Übergang durch CO₂-Bepreisung, Regulierung und Normungssysteme vorangetrieben.

„China und Europa sind tief voneinander abhängig“, machte Hu klar und wies dafür auf neue Chancen in Bereichen wie kohlenstoffarme Standards, Wasserstoffenergie und Energiespeicherung hin.

MIL OSI