Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Ausgeweitete Visafreiheitsregelungen bescheren China einen kräftigen Anstieg des internationalen Reiseverkehrs. Parallel dazu verstärken die Behörden den Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität.
Chinas Lockerungen bei den Visabestimmungen haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 zu einem sprunghaften Anstieg ausländischer Besucher geführt. Wie Lin Yongsheng, Sprecher der Nationalen Einwanderungsbehörde (NIA), auf einer Pressekonferenz am Freitag bekannt gab, verzeichneten die Behörden im ersten Halbjahr insgesamt 369 Millionen Ein- und Ausreisen. Dies entspricht einem Zuwachs von 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und stellt einen historischen Höchststand dar.
Unter den Einreisenden befanden sich 45,91 Millionen Ausländer – ein Plus von 20,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders bemerkenswert: Mehr als 17,81 Millionen dieser ausländischen Gäste reisten visafrei ein. Das entspricht 77,7 Prozent aller ausländischen Ankünfte und einem Zuwachs von 30,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Durch den kontinuierlichen Ausbau und die Umsetzung der einseitigen Visabefreiungen sowie der Erleichterungen beim Transitvisum sei die Zahl der Einreisen von Ausländern von Januar bis Juni rasant gestiegen, betonte Lin.
Nach Angaben des Außenministeriums gewährt China derzeit Bürgern aus 50 Ländern die einseitige visafreie Einreise. Zudem bietet das Land Reisenden aus 55 Staaten einen 240-stündigen visafreien Transit an. Diese politischen Maßnahmen haben in den sozialen Medien im Ausland den Trend „China Travel“ weiter verstärkt und das Land als Reiseziel weltweit noch attraktiver gemacht. Zu den zehn wichtigsten Herkunftsländern gehörten Südkorea, Russland, Malaysia, Vietnam, Thailand, Singapur, die USA, Japan, die Mongolei und Australien. Auf diese Länder entfielen insgesamt 62 Prozent aller internationalen Einreisen.
Parallel dazu erhöht sich laut dem Behördensprecher die Attraktivität des chinesischen Reisepasses, da immer mehr Staaten ebenfalls visafreie Regelungen für chinesische Staatsbürger einführen. Seit Jahresbeginn haben unter anderem die Türkei, Brasilien, der Sudan und Kambodscha einseitige Visaerleichterungen für Inhaber regulärer chinesischer Pässe angekündigt. Angespornt durch diese Entwicklung unternahmen Bewohner des chinesischen Festlands im ersten Halbjahr mehr als 88,02 Millionen Auslandsreisen, was einer Steigerung von 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Neben dem Reiseboom zog die Einwanderungsbehörde auch Bilanz im Kampf gegen die grenzüberschreitende Kriminalität. In den ersten sechs Monaten des Jahres verschärften die Behörden ihre Maßnahmen zur Grenzsicherung. Insgesamt wurden 11.400 Fälle von Straftaten gegen das Grenzmanagement untersucht und mehr als 22.400 Verdächtige festgenommen. Die Ermittler zerschlugen 157 größere kriminelle Vereinigungen und stellten 88 Großverfahren unter besondere behördliche Aufsicht. Durch internationale Kooperationen im Bereich der Strafverfolgung konnten zudem mehrere Schleuser und weitere Verdächtige im Ausland gefasst werden.
Für die zweite Jahreshälfte kündigte Lin verstärkte Fahndungen und eine engere internationale Kooperation an, um die Drahtzieher von Menschenschmuggel-Netzwerken zu fassen. Gleichzeitig gingen die Behörden rigoros gegen illegale Einwanderung und Beschäftigung vor: Dies führte zur Festnahme und Abschiebung von 11.900 Personen.
An Häfen und Grenzen intensivierten die Sicherheitskräfte zudem den Kampf gegen den illegalen Handel. Neben der Beschlagnahmung von 603 Schusswaffen und über 27.000 Schuss Munition wurden 209 Drogenfälle aufgeklärt, 305 Verdächtige verhaftet und 4,37 Tonnen Rauschgift sichergestellt.
