Source: People’s Republic of China – State Council News in German
In der Stadt Lanzhou (Provinz Gansu) wurde am Mittwoch eine auf der digitalisierten „Wensuge Siku Quanshu“ basierende Ausstellung über die Digitale Bibliothek für kulturelles und kreatives geistiges Eigentum eröffnet.
Die Siku Quanshu, zu deutsch „Vollständige Bibliothek der Vier Schätze“, ist die umfangreichste Sammlung chinesischer Texte aller Zeiten. Mit fast 800 Millionen Schriftzeichen vereint sie bedeutende Werke vieler Epochen, von der Zeit vor der Qin-Dynastie bis zur frühen Qing-Dynastie. Die Wensuge in Lanzhou ist eine der sieben Bibliotheken, in denen die Originale aufbewahrt wurden.
Die Ausstellung zeigt ausgewählte Ergebnisse des Digitalisierungsprojekts der Bibliothek und umfasst Bereiche zu alter Kleidung, Waffen, landwirtschaftlichen Geräten, Teeservices, Musikinstrumenten, Sternkarten und exotischen Tieren.
Die Bibliothek für geistiges Eigentum enthält mehr als 500 Designelemente und Tausende hochauflösende digitale Bilder aus den alten Texten. In den zwölf Abschnitten der Ausstellung finden sich insgesamt 122 Exponate zu militärischen Formationen, astronomischen Beobachtungen und fremden Landschaften.
Ein Kapitel befasst sich beispielsweise mit den Kleidungsvorschriften für Kaiser, Kaiserinnen und Beamte verschiedener Ränge. Ein weiteres präsentiert Aufzeichnungen über exotische fremdländische Objekte wie Meerjungfrauen und das römische Kolosseum.
Ebenfalls ausgestellt ist ein Exemplar des „Wujing Zongyao“ (Überblick über die wesentlichen Militärklassiker), eines Militärhandbuchs aus dem 11. Jahrhundert, das mit Abbildungen historischer Schlachtformationen versehen ist. Daneben können sich Besucher über die Zubereitung und Anbaumethoden von Tee informieren.
Zhang Yang, Leiterin des Ausstellungsprojekts, erklärte: „Die ‚Siku Quanshu‘ galt lange Zeit als Sammlung, die nur von Gelehrten studiert wird. Aber sie enthält auch reichhaltiges Material zum Alltag.“
So sind bereits Kulturprodukte auf dem Markt erschienen, die Bestandteile der digitalen Bibliothek aufgreifen, wie etwa ein Siku Quanshu-Notizbuch oder Untersetzer.
