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Chinas Wirtschaft bleibt robust

Chinas Wirtschaft bleibt robust

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Dank starker Exporte und rascher Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz steht die chinesische Wirtschaft auf einem soliden Fundament. Um den Aufschwung breiter abzusichern, fordern Ökonomen eine gezielte Stärkung des Binnenkonsums.

Nach Angaben von Fachleuten hat sich Chinas Wirtschaftswachstum in den ersten sechs Monaten des Jahres auf solidem Niveau stabilisiert. Vor allem die unerwartet starken Exporte und die rasche industrielle Modernisierung durch KI stützten die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Internationale Finanzinstitutionen bewerten die Aussichten daher zunehmend positiv. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für China um 0,2 Punkte auf 4,6 Prozent angehoben. Auch die Weltbank prognostiziert ein Plus von 4,4 Prozent – ein starkes Ergebnis vor dem Hintergrund eines weltweiten Wachstums von nur noch 2,5 Prozent.

Analysten sehen vor allem den Außenhandel mit Hightech‑Gütern und technologische Innovation als zentrale Treiber. Robin Xing, China-Chefökonom bei Morgan Stanley, betont, dass Chinas Lieferketten vor allem bei KI-Hardware, E-Mobilität, Energiespeichern und erneuerbaren Energien weltweit Marktanteile gewinnen. Daten des Zolls stützen diese Einschätzung: In den ersten fünf Monaten stiegen die Exporte von hochwertigen Maschinen- und Elektroerzeugnissen im Jahresvergleich um 18,4 Prozent auf 7,58 Billionen Yuan (rund 1,11 Billionen US-Dollar); sie machten damit knapp drei Fünftel der gesamten Ausfuhren des Landes aus. Nach einem starken ersten Quartal mit einem Wachstum von 5,0 Prozent erwarten viele Volkswirte für das gesamte erste Halbjahr ein Plus von etwa 4,5 bis 4,7 Prozent, während die Inflation mit einem Verbraucherpreisindex von 1,0 Prozent moderat bleibt.

Trotz der positiven Dynamik warnen Experten vor einer ungleichen Entwicklung. Von einer „K‑förmigen“ Dynamik ist die Rede: Während KI‑getriebene Industrien und der Export deutlich zulegen, bleiben der private Konsum und der Immobiliensektor zurück. Lu Ting, China-Chefökonom bei Nomura, gibt zu bedenken, dass der Exportboom bisher nicht zu einem breiten Einkommenswachstum geführt hat. Die moderne High-Tech-Produktion ist stark automatisiert und kapitalintensiv, während der träge Immobilienmarkt das Vermögen und die Konsumlaune der Privathaushalte belastet. Auch die chinesische Zentralbank wies jüngst auf diese „strukturelle Divergenz“ hin und kündigte eine weiterhin lockere Geldpolitik an.

In der zweiten Jahreshälfte gilt es daher als zentrale Herausforderung, die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen in eine spürbare Inlandsnachfrage umzuwandeln. Wen Bin, Chefökonom der China Minsheng Bank, sieht den Schlüssel in einer konsequenten Umsetzung der im aktuellen Tätigkeitsbericht der Regierung vorgesehenen Maßnahmen zur Einkommenssteigerung – etwa durch höhere Mindestlöhne, steuerliche Entlastungen und bessere Sozialleistungen. Xiong Yi, China-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, setzt zudem auf gezielte Hilfen für den Dienstleistungssektor und direkte Transferzahlungen an Familien mit Kindern. Solche Maßnahmen könnten den Konsum kurzfristig stützen und sich zugleich in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu einem langfristigen Motor der chinesischen Wirtschaft entwickeln.

MIL OSI