Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Vertreter der kanadischen Automobilbranche erwarten, dass der Markteintritt chinesischer Elektrofahrzeuge die heimische E-Auto-Industrie beleben und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen wird.
Anfang dieses Jahres unterzeichnete der kanadische Premierminister Mark Carney eine Vereinbarung mit China, die die Einfuhr von bis zu 49.000 in China hergestellten Elektrofahrzeugen pro Jahr zu einem ermäßigten Zollsatz von 6,1 Prozent ermöglicht.
Ein E-Auto-Händler in Mississauga, einer Stadt unmittelbar westlich von Toronto, verfolgt die Entwicklung der chinesischen Elektrofahrzeugindustrie aufmerksam und beobachtet insbesondere deren Fortschritte bei der Entwicklung neuer Modelle.
Dessen Geschäftsführer Noah Lu erklärte, das Autohaus ziehe ernsthaft in Betracht, Elektrofahrzeuge aus China ins Sortiment aufzunehmen.
„Wir werden den Produktwert und die Qualität der Fahrzeuge bewerten und prüfen, ob sie die Erwartungen des kanadischen Marktes erfüllen – vor allem beim Preis, dem wichtigsten Faktor, aber auch beim Kundendienst. Beides ist für den kanadischen Markt von entscheidender Bedeutung“, sagte Lu.
Einem Medienbericht zufolge hat die US-amerikanische Elektroautomarke Tesla bereits damit begonnen, in China produzierte Fahrzeuge nach Kanada zu importieren. Ab diesem Monat soll zudem der chinesische Automobilkonzern Geely Elektrofahrzeuge der britischen Marke Lotus, die zum Konzern gehört, nach Kanada exportieren.
Eine aktuelle Umfrage von AutoPacific zeigt, dass mehr als die Hälfte der kanadischen Autokäufer den Kauf eines in China hergestellten Fahrzeugs in Betracht ziehen würde.
„Einen weiteren Partner zu haben, war etwas, das wir tun mussten. Auf einer übergeordneten Ebene mag dies die Beziehungen belasten, doch auf einer tieferen Ebene ist es ein klarer Schritt und eine klare Reaktion“, sagte Opher Baron, Professor für Operations Management an der Rotman School of Management der University of Toronto.
Gleichzeitig wies der Professor darauf hin, dass US-Gesetzgeber kürzlich einen Gesetzesentwurf eingebracht hätten, der verhindern soll, dass chinesische Elektrofahrzeuge auf US-Straßen unterwegs sind. Dies könnte Auswirkungen auf Menschen haben, die mit ihrem Fahrzeug von Kanada in die USA reisen möchten.
Mit Blick auf die kanadische Automobilindustrie betonten Experten die Bedeutung des Ausbaus der heimischen Produktion von Elektrofahrzeugen.
„Wir wollen nicht nur Zugang zu chinesischen Autos haben. Wir wollen sicherstellen, dass hier Arbeitsplätze in der Fertigung, der Forschung und beim Ausbau der Infrastruktur entstehen. Denn die Zukunft der Branche liegt ganz sicher nicht darin, darauf zu hoffen, dass wir in Kanada weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor produzieren werden“, sagte Daniel Breton, Präsident und CEO von Electric Mobility Canada.
Lu ist überzeugt, dass der Markteintritt neuer Marken neue Arbeitsplätze und zusätzliche Marktchancen im Bereich der Elektromobilität schaffen wird.
„Zum Beispiel bei Batterien, im Kundendienst oder im Ersatzteilmarkt – all diese Bereiche bieten enormes Marktpotenzial“, fügte er hinzu.
