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Warum China die Weltwirtschaft vergrößern will

Warum China die Weltwirtschaft vergrößern will

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Anstelle eines „China-Schocks 2.0“ sehen Führungskräfte internationaler Unternehmen und Branchenexperten zunehmend eine „China-Chance 2.0“. Technologische Stärke und industrielle Kapazitäten des Landes könnten demnach als Wachstumsmotor für die Weltwirtschaft wirken – und nicht als Bedrohung für andere Industriestandorte.

Das Konzept stehe nicht dafür, Chinas Anteil an der globalen Fertigung zu vergrößern. Es gehe vielmehr darum, gemeinsam einen größeren Kuchen zu backen, indem chinesische Industrie- und Innovationskapazitäten tiefer in die weltweiten Lieferketten integriert werden. Diese Einschätzung äußerten Führungskräfte multinationaler Unternehmen und Branchenexperten auf dem 17. Jahrestreffen der „New Champions“ des Weltwirtschaftsforums (WEF), auch Sommer-Davos genannt, im chinesischen Dalian. Damit stellen sie der These eines drohenden „China-Schocks 2.0“ ein anderes Narrativ entgegen.

Laut Jörg Gnamm, Leiter des Bereichs „Globale Fertigung“ der Unternehmensberatung Bain & Company, wird die nächste Wachstumsphase Chinas maßgeblich durch den Export fortschrittlicher Fertigungskapazitäten, industriellen Know-hows und skalierbarer Innovationen geprägt sein. Es gehe nicht um eine Verdrängung westlicher Akteure, sondern um die gewinnbringende Verknüpfung chinesischer Stärken mit globalen Ökosystemen. In der aktuellen Debatte werde oft übersehen, wodurch sich Chinas Fertigungssektor heute wirklich auszeichne: die Kombination aus Skalierung, Geschwindigkeit und einer nahezu vollständigen Abdeckung der Wertschöpfungskette.

Aufgrund seiner lückenlosen heimischen Lieferketten und extrem kurzen Innovationszyklen bleibt Chinas industrielles Ökosystem strukturell im Vorteil. Fabriken profitieren vor Ort von der schnellen Rückkopplung zwischen Produktion, Entwicklung und Kunden. Dadurch entwickeln sich Produkte und Prozesse deutlich schneller weiter als in vielen Märkten außerhalb Chinas.

Ein klarer Belegt für diese Vorreiterrolle ist das „Global Lighthouse Network“ des Weltwirtschaftsforums. Im Juni wurden acht weitere chinesische Werke in dieses Netzwerk aufgenommen. Damit beheimatet China inzwischen 109 der weltweit 238 „Leuchtturm-Fabriken“. Diese gelten als Vorreiter für Industrie 4.0 und den großflächigen Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Big Data und Automatisierung. Laut Hou Wenhao, Partner bei McKinsey & Company, steht die chinesische Industrie damit kurz davor, von der reinen Erprobung zur großflächigen Anwendung überzugehen. Dies würde der globalen Wirtschaft neue Impulse verleihen.

Wie diese „China-Chance 2.0“ in der Praxis gelebt wird, zeigen internationale Konzerne, die tief verwurzelte lokale Ökosysteme in diesem Land aufbauen, die sowohl den Binnenmarkt als auch das globale Geschäft bedienen. Joey Wat, CEO von Yum China, vergleicht das Geschäft dort mit einem dichten „Bambuswald“, dessen eigentliche Widerstandskraft im unterirdischen Wurzelsystem aus 35 Logistikzentren und über 850 Lieferanten liegt. Gleichzeitig nutzt das Unternehmen, der Betreiber von über 18.000 Restaurants, die enorme Skalierbarkeit des chinesischen Marktes, um internationalen Lieferanten bei der Etablierung von Rückverfolgbarkeits- und Compliance-Systemen zu helfen und umgekehrt, um im Land entwickelte Innovationen – wie autonome, temperaturregulierte Lieferfahrzeuge – in seine weltweiten Filialen zu exportieren.

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