Source: People’s Republic of China – State Council News in German
20 Jahre nachdem erstmals Züge auf der Qinghai-Xizang-Eisenbahnstrecke verkehrten – der höchsten und längsten Hochgebirgsstrecke der Welt –, verändert sie noch immer das Leben der Anwohner. Dieser Wandel ist am deutlichsten im Kreis Amdo sichtbar, der ersten Station in Xizang.
Im Juli 2006 wurde die Qinghai-Xizang-Eisenbahn, die Lhasa im Autonomen Gebiet Xizang im Südwesten Chinas mit Xining, der Hauptstadt der Provinz Qinghai, verbindet, in Betrieb genommen und beendete damit die Geschichte Xizangs ohne Eisenbahnanbindung.
Auf einer Höhe von 4.702 Metern über dem Meeresspiegel ist der Bahnhof Amdo einer der höchstgelegenen Bahnhöfe der Welt. Es ist kein großer Bahnhof – er hat nur vier Gleise –, aber für die lokale Bevölkerung ist er eine Lebensader.
Amdo ist ein kleiner Kreis mit nur etwa 40.000 Einwohnern und gilt als Tor zum nördlichen Teil Xizangs. Vor der Eröffnung der Qinghai-Xizang-Eisenbahn vor 20 Jahren brauchten die Einheimischen einen Monat, um mit dem Pferd nach Lhasa zu gelangen.
Die Eisenbahn hat das Leben der Menschen in Amdo für immer verändert, darunter auch das des 74-jährigen Kelsang, einem der ersten Fahrgäste dieser „Himmelsstraße“. Er sagt: „Vor 2006 hatte ich nur von Zügen gehört, aber nie einen gesehen, geschweige denn einen bestiegen. Ich war wirklich glücklich, den allerersten Zug nehmen zu können.“
Als die Eisenbahn ursprünglich geplant wurde, war der Bahnhof etwa sieben Kilometer von Amdo entfernt. Um die Region in die Gesamtentwicklung Xizangs einzubeziehen, ließen die Planer die Eisenbahnstrecke einen Bogen machen und verlegten den Bahnhof auf nur einen Kilometer Entfernung vom Kreis.
Dadurch wurde Amdo der erste kombinierte Personen- und Güterbahnhof beim Eintritt der Eisenbahn nach Xizang. Amdo wurde zu einer wichtigen Verbindung zwischen der Hochebene und dem Rest der Welt und erfuhr eine vollständige Neugestaltung.
Gonggar Lub, der Sohn von Kelsang, erklärt: „Dort drüben war früher leeres Land. Jetzt gibt es dort ein Gesundheitszentrum und ein Dorfkomitee. Alles wurde in den letzten Jahren gebaut.“
Der 38-jährige wurde in Amdo geboren und ist dort aufgewachsen. Er ist heute Leiter des lokalen Medienzentrums und hat ein scharfes Auge für Veränderungen.
„Damals, als wir in den Weidegebieten lebten, bekamen wir nicht jeden Tag frisches Obst oder Gemüse. Jetzt ist es sehr bequem. Wir haben in den Supermärkten eine große Auswahl an Ost und Gemüse“, so Gonggar Lub weiter.
Der Zug hat auch dazu beigetragen, dass der Kreis über verbesserte medizinische Einrichtungen, eine zuverlässige Versorgung mit Medikamenten und mehr medizinisches Personal verfügt.
Gonggar Lub sagt: „Jetzt hat jedes Dorf einen Arzt und jede Gemeinde ein Gesundheitszentrum. Die medizinischen Einrichtungen im Kreis sind sehr gut. Das Krankenhaus kann auch einige Operationen durchführen. All das ist jetzt verfügbar.“
Quan Jinbo arbeitet am Bahnhof Amdo. Während er täglich die Passagiere kommen und gehen sah, stellte er fest, dass die Gepäckstücke, die die Menschen mitbrachten, kleiner wurden. Er sagt: „Als ich 2010 in Nagqu war, reisten die Menschen mit Zelten, Yakbutter, Trockenfleisch und sogar Bettzeug. Das türmte sich zu einem kleinen Berg auf. Jetzt tragen sie nur noch sehr wenig bei sich.“
Bevor Quan vor sieben Jahren nach Amdo kam, arbeitete nur eine Person im Bahnhof. Aufgrund des deutlich gestiegenen Passagieraufkommens benötigte er dann jedoch mehr Personal
Seit der Eröffnung der Eisenbahn im Jahr 2006 wurden über eine Milliarde Tonnen Güter mit dem Zug nach Xizang hinein und aus Xizang hinaus transportiert. Von 2006 bis 2025 stieg das jährliche Frachtvolumen um das 23-fache auf über 8,31 Millionen Tonnen.
Die Eisenbahn hat nicht nur einen Kreis verändert, sondern die Lebensgrundlage der Menschen auf der gesamten Hochebene.
