Post

„China Opportunity 2.0“ bedeutet breiter geteilte Entwicklungsgewinne durch Innovation

„China Opportunity 2.0“ bedeutet breiter geteilte Entwicklungsgewinne durch Innovation

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Während chinesische Hightech-Produkte weltweit weiter Marktanteile gewinnen, haben einige westliche Strategen ihre Bedrohungserzählung unter dem Schlagwort „China Shock 2.0“ neu aufgelegt – ein zwar eingängiges, aber inhaltlich hohles Narrativ.

Auf der Eröffnungszeremonie des Sommer-Davos in Dalian lieferte Ministerpräsident Li Qiang die präzisere Beschreibung: Die Welt erlebe nicht einen Schock, sondern eine „China Opportunity 2.0“ – eine neue Phase von Wachstum, getragen von Innovation, technologischem Fortschritt und tieferer Integration in die Weltwirtschaft.

Der Unterschied der beiden Narrative ist aufschlussreich. Das eine sieht Chinas Aufstieg als Bedrohung, das andere als Chance. Eines schürt Angst, das andere lädt zur Zusammenarbeit ein.

Die Alarmrufe von „China Shock 2.0“ stützen sich auf Behauptungen, Chinas Erfolg sei künstlich und schädlich. Doch Chinas Wettbewerbsfähigkeit ist das Ergebnis langjähriger Investitionen in Innovation. Das Land gibt jährlich knapp vier Billionen Yuan (586 Milliarden US-Dollar) für Forschung und Entwicklung aus, seine Forschungsquote übersteigt mit 2,8 Prozent des BIP den OECD-Durchschnitt. Chinesische Unternehmen meldeten im vergangenen Jahr weltweit die meisten internationalen Patentanmeldungen. Das sind nicht die Kennzahlen eines Landes, das auf Subventionen oder Währungsmanipulation setzt.

Chinas Fortschritt entspringt vielmehr seinem großen wettbewerbsfähigen Binnenmarkt, in dem Unternehmen ständig innovieren müssen, um zu bestehen – ein Katalysator für Innovation, den manche westliche Politiker unbequem finden, weil er den Blick auf eigene Versäumnisse lenkt.

Jahrzehntelang setzten einige fortgeschrittene Volkswirtschaften auf Finanzmärkte statt Produktion, auf kurzfristige Renditen statt langfristige Investitionen und auf politisches Theater statt Industriestrategie – mit veralteter Infrastruktur und ausgehöhlten Kapazitäten als Folge. Die Schuld bei China zu suchen, war einfacher als die eigentlichen Ursachen zu bekämpfen.

Viele Maßnahmen, die heute an China kritisiert werden – Industriepolitik, Infrastrukturinvestitionen, Technologieförderung – waren einst zentrale Elemente der eigenen Entwicklungspolitik der heutigen Industrienationen.

Statt durch Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Innovation ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen, greifen manche Länder zunehmend zu Zöllen, Sanktionen und Technologiebeschränkungen. Diese Maßnahmen bekämpfen strukturelle Schwächen kaum, erhöhen aber Kosten und zersplittern Lieferketten.

China ausschließen und gleichzeitig von ihm Offenheit verlangen, ist keine Reziprozität, sondern Heuchelei. Chinas Entwicklung ist nicht das Ergebnis einer Laune, sondern jahrzehntelanger Arbeit. Versuche der Isolierung werden China nicht von der Welt trennen, sondern die eigenen Volkswirtschaften von Wachstum und Chancen abschneiden.

Die Kernbotschaft aus Dalian: Innovationsgetriebene Zusammenarbeit, nicht technologische Eindämmung, bietet den vielversprechenden Ausweg aus der globalen Wachstumsschwäche. Die Herausforderung besteht darin, sich konstruktiv mit der zweitgrößten Volkswirtschaft auseinanderzusetzen, nicht sie einzudämmen.

Allein im Mai wuchs Chinas Außenhandel in Yuan gerechnetum knapp 17 Prozent im Jahresvergleich – die Ausfuhren stiegen um 13,8 Prozent, die Einfuhren um 21,5 Prozent. Dies unterstreicht Chinas Rolle nicht nur als Produzent, sondern auch als bedeutende Nachfragequelle.

Die Lehre aus der „China Opportunity 2.0“: Langfristorientierung in Technologie, Humankapital und Produktionskapazitäten zählt nach wie vor. Chinas Innovationsgewinne sind das Ergebnis jahrelanger Stärkung eigener Fähigkeiten und unermüdlicher Arbeit.

MIL OSI