Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine verändert die globale Fertigungsindustrie und Lieferketten, sagte Kiva Allgood, Geschäftsführerin des Weltwirtschaftsforums (WEF), am Dienstag und lobte dabei auch Chinas langfristige Investitionen in eine „intelligente Infrastruktur“.
Allgood äußerte sich in einem Interview am Rande des 17. Jahrestreffens der Neuen Champions, auch bekannt als Sommer-Davos, in der nordostchinesischen Küstenstadt Dalian.
Das Weltwirtschaftsforum stellte am Dienstag das Rahmenwerk für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine vor – einen neuen umfassenden Leitfaden, der Unternehmen, Regierungen und Bildungseinrichtungen dabei helfen soll, die Belegschaft auf das Zeitalter des intelligenten Betriebs vorzubereiten, indem sie mit KI und anderen Zukunftstechnologien zusammenarbeiten. Das Rahmenwerk beschreibt mehr als 80 Arbeitsplätze in der Fertigung und in Lieferketten und zeigt, wie sich Arbeitsplätze, Aufgaben und Fähigkeiten voraussichtlich entwickeln werden, wenn intelligente Betriebsabläufe weiterverbreitet sind.
„Während 86 Prozent der Arbeitgeber erwarten, dass KI und informationsverarbeitende Technologien ihr Geschäft bis 2030 verändern werden, sehen 63 Prozent die Qualifikationslücken als das größte Hindernis für die Transformation“, so das WEF auf seiner Website und wies darauf hin, dass „die Ergebnisse des Global Lighthouse Network des Forums zeigen, dass die Bereitschaft der Belegschaft bereits zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird, wobei führende Standorte in die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine, digitale Fähigkeiten und neue Arbeitsweisen investieren, um die Leistung zu verbessern.“
„Bei der Mensch-Maschine-Kollaboration geht es genau um dieses Konzept: Menschen und Maschinen müssen zusammenarbeiten. Wenn wir uns das in der Praxis ansehen – wir haben gerade die neue Kohorte der Global Lighthouse Network-Gewinner bekannt gegeben –, dann zeigt sich, dass zwar 100 Prozent von ihnen KI nutzen, sie aber gleichzeitig Rahmenwerke geschaffen haben, die es ermöglichen, das Wissen und die Erfahrungen aus der Fabrikhalle oder dem Verteilzentrum in diese Systeme einfließen zu lassen. Sie arbeiten nicht im luftleeren Raum, sondern auf der Grundlage jahrzehntelanger Erkenntnisse. Genau darin liegt vermutlich die größte Transformation: Es geht nicht um eine rein technologische Evolution, sondern um eine Evolution von Technologie und Mensch gemeinsam. Es geht darum, Fähigkeiten neu zu kombinieren. Wer früher eine bestimmte Tätigkeit ausübte, hat heute Zugang zu völlig neuen Kompetenzen und kann nicht nur diese eine Aufgabe, sondern zwei, drei oder vier weitere gleichzeitig erledigen. Das befähigt ihn, zum Roboter-Operator zu werden oder eine Flotte von Robotern oder Drohnen zu steuern. Es verändert die Arbeitsweise grundlegend“, so Allgood.
Das Global Lighthouse Network zeichnet die führenden Unternehmen im Bereich der technologiegetriebenen industriellen Transformation aus und stellt sie vor. Es bietet eine neutrale Plattform für diese Vorreiter, um ihre Erkenntnisse und Erfahrungen zu teilen und so dem gesamten Ökosystem zu helfen, die nächste Transformationsstufe zu erreichen, so das WEF.
Chinas Fertigungsökosystem zeichnet sich durch langfristige Investitionen in eine „intelligente Infrastruktur“ aus, was ein Schlüsselfaktor für die starke Präsenz des Landes im Global Lighthouse Network des WEF ist, so die WEF- Geschäftsführerin.
„Es gab eine Kerninvestition in das, was wir intelligente Infrastruktur nennen. Das ist die Kombination aus traditioneller Infrastruktur plus digitaler Infrastruktur plus der Komponente der menschlichen Fähigkeiten. Es geht um Bildung, um Ausbildung, darum, junge Menschen zu inspirieren, mit ihren Händen arbeiten und Dinge erschaffen zu wollen. Für uns ist das Global Lighthouse Network ein Ort von hohem Prestige. Weltweit gibt es nur 238 davon – bei zehn Millionen Fabriken. Viele davon befinden sich in China, und das ist auch kein Zufall: Sie profitieren von den gezielten Investitionen in die intelligente Infrastruktur“, sagte Allgood.
Unter dem Motto „Innovation im großen Maßstab“ bringt der 17. Sommer-Davos, der von Dienstag bis Donnerstag läuft, mehr als 1.700 Teilnehmer aus über 90 Ländern und Regionen zusammen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie die nächste Phase der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas und die Frage, wie technologische Fortschritte in konkrete wirtschaftliche Vorteile umgewandelt werden können.
