Source: Deutsche BundesbankLeistungsbilanzüberschuss sehr kräftig zurückgegangen
Die deutsche Leistungsbilanz verzeichnete im April 2026 einen Überschuss von 13,8 Mrd €. Das Ergebnis lag um 10,7 Mrd € unter dem Niveau des Vormonats. Dahinter standen geringere Überschüsse im Warenhandel und im Bereich der „unsichtbaren“ Leistungstransaktionen, die neben Dienstleistungen auch Primär- und Sekundäreinkommen umfassen.
Im Warenhandel verminderte sich der positive Saldo im Berichtsmonat um 6,3 Mrd € auf 13,3 Mrd €, da die Einkünfte kräftiger nachgaben als die Aufwendungen. Bei den „unsichtbaren“ Leistungstransaktionen sank der Überschuss um 4,4 Mrd € auf 0,5 Mrd €. Ausschlaggebend dafür waren die um 4,5 Mrd € auf 11,0 Mrd € gefallenen Nettoeinnahmen bei den Primäreinkommen. Die wesentliche Rolle spielten dabei höhere Dividendenzahlungen an Gebietsfremde für deren Wertpapierengagements. Darüber hinaus weitete sich der Passivsaldo bei den Dienstleistungen um 2,5 Mrd € auf 5,8 Mrd € aus. Dazu trug maßgeblich bei, dass die Gesamteinnahmen zurückgingen, insbesondere wegen geringerer Einkünfte aus Telekommunikations-, EDV- und Informationsdiensten. Demgegenüber verkleinerte sich das Defizit bei den Sekundäreinkommen um 2,6 Mrd € auf 4,7 Mrd €. Wesentlich waren insgesamt rückläufige Aufwendungen; hier sanken die Ausgaben der nichtstaatlichen Sektoren und vor allem die staatlichen Zahlungen an den EU-Haushalt, die in Verbindung mit auf das Bruttonationaleinkommen bezogenen Finanzierungsleistungen stehen.
Netto-Kapitalexporte
Im April verzeichnete Deutschland Netto-Kapitalimporte von 1,0 Mrd € (nach Netto-Kapitalexporten von 19,1 Mrd € im März).
Bei den Direktinvestitionen ergaben sich im April Netto-Kapitalexporte von 13,6 Mrd € (nach 20,1 Mrd € im März). Hiesige Unternehmen erhöhten ihre Direktinvestitionen im Ausland um 7,0 Mrd €. Sie stockten ihr Beteiligungskapital im Ausland um 11,1 Mrd € auf. Bei den konzernintern vergebenen Krediten überwogen per saldo die Tilgungen (4,1 Mrd €). Ausländische Unternehmen zogen im Ergebnis Direktinvestitionsmittel aus Deutschland ab (6,6 Mrd €). Sie erhöhten zwar das Beteiligungskapital in Deutschland um 1,5 Mrd €; allerdings überwogen bei den konzernintern vergebenen Krediten auch hier die Tilgungen (8,1 Mrd €).
Im grenzüberschreitenden Wertpapierverkehr Deutschlands ergaben sich im April geringfügige Netto-Kapitalexporte von 0,2 Mrd € (nach Netto-Kapitalimporten von 1,2 Mrd € im März). Inländische Investoren erwarben per saldo ausländische Wertpapiere für 31,1 Mrd €. Dabei kauften sie Investmentzertifikate (14,3 Mrd €), Anleihen (10,0 Mrd €), Aktien (6,5 Mrd €) und Geldmarktpapiere (0,3 Mrd €). Ausländische Anleger nahmen im Ergebnis inländische Wertpapiere für 30,9 Mrd € in ihre Portfolios auf. Sie kauften Anleihen (14,8 Mrd €), Geldmarktpapiere (6,4 Mrd €), Investmentzertifikate (5,2 Mrd €) und Aktien (4,5 Mrd €).
Die Transaktionen mit Finanzderivaten führten im April per saldo zu Mittelabflüssen von 5,5 Mrd € (nach 10,8 Mrd € im März).
Der übrige Kapitalverkehr umfasst Finanz- und Handelskredite, soweit diese nicht zu den Direktinvestitionen zählen, Bankguthaben und sonstige Anlagen. In diesem Bereich ergaben sich im April Netto-Kapitalimporte von 19,5 Mrd € (nach 11,1 Mrd € im März). Unternehmen und Privatpersonen (21,6 Mrd €), die Monetären Finanzinstitute ohne Bundesbank (20,6 Mrd €) sowie der Staat (6,1 Mrd €) verzeichneten Netto-Kapitalimporte. Dagegen führten die Transaktionen über die Konten der Bundesbank zu Netto-Kapitalexporten (28,7 Mrd €). Diese ergaben sich aus den gestiegenen TARGET-Forderungen der Bundesbank gegenüber der EZB.
Die Währungsreserven der Bundesbank sanken im April – zu Transaktionswerten gerechnet – um 0,7 Mrd €.
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Die deutsche Zahlungsbilanz im April 2026
