Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Internationale Sportgroßereignisse, großzügigere Visaregelungen und ein wachsendes Interesse an authentischen Kulturerlebnissen abseits der ausgetretenen Pfade bescheren Chinas Tourismusmarkt in diesem Sommer einen anhaltenden Boom – sowohl bei einreisenden als auch bei ausreisenden Besuchern.
Chinesische Urlauber zeigen sich weiterhin äußerst reisefreudig, sowohl bei Auslandsreisen als auch im eigenen Land. Der Wunsch nach abwechslungsreichen Zielen und authentischen, tiefergehenden Erfahrungen prägt dabei den Trend.
Laut der führenden Home-Sharing-Plattform Airbnb wurde der chinesische Auslandstourismus erheblich durch die bevorstehende FIFA-Weltmeisterschaft 2026 angekurbelt, die von den USA, Kanada und Mexiko gemeinsam ausgerichtet wird und Mitte Juni beginnen soll.
Die Buchungen von Unterkünften durch chinesische Reisende in den drei Gastgeberländern haben sich im Jahresvergleich verdreifacht, wobei Monterrey in Mexiko besonders hervorsticht: Das Suchinteresse an der Stadt stieg sprunghaft um das Vierzehnfache – ein klares Zeichen dafür, dass chinesische Touristen zunehmend auch abseits klassischer Pfade nach spannenden Reisezielen suchen.
„Wir haben festgestellt, dass chinesische Reisende im Durchschnitt mehr als neun Nächte in den USA, Kanada und Mexiko verbringen. Sie entscheiden sich für längere Aufenthalte und erkunden mehr Städte, um die WM intensiver zu erleben“, sagte Qi Yue, Leiterin des Geschäftswachstums für Airbnb China.
Unterdessen gewinnt auch der Inbound-Tourismus in China an Dynamik, angetrieben insbesondere durch die Visumfreiheitsregelungen für immer mehr Länder. Die Sommermonate lassen einen deutlichen Anstieg der Reisebewegungen erwarten. Daten von Umetrip, einer Plattform für Echtzeit-Flugdaten, zeigen: Für Juli sind mehr als 43.000 Ankunftsflüge geplant. Bis 2. Juni wurden bereits über 1,52 Millionen Tickets gebucht, was einem Zuwachs von etwa sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Zu den beliebtesten Zielen gehören laut der Online-Reiseplattform Qunar die Metropolen Shanghai, Beijing und Guangzhou sowie Chengdu, bekannt als Heimat des Großen Pandas, die nordostchinesische Stadt Shenyang und Urumqi, Hauptstadt des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang.
Gleichzeitig gibt es Anzeichen dafür, dass internationale Touristen bei ihrer Suche nach authentischen Reiseerlebnissen abenteuerlustiger werden, da auch kleinere Städte wie Ganzhou in der ostchinesischen Provinz Jiangxi, Mianyang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan, Tongliao in der nordchinesischen Autonomen Region Innere Mongolei und Beihai im südwestchinesischen Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang immer mehr Besucher aus dem Ausland anziehen.
Besonders stark gestiegen ist die Zahl der Reisenden aus mehreren skandinavischen Ländern – eine Entwicklung, die Analysten auf die Ende letzten Jahres eingeführte Visumfreiheit zurückführen. „Schweden und Finnland verzeichneten das größte Wachstum bei China-Reisen,“ sagt Shi Ke, Forscherin am Qunar Big Data Research Institute. „Die Flugbuchungen haben sich im Jahresvergleich mehr als vervierfacht. Auch Polen, Vietnam und Dänemark meldeten Zuwächse von über 100 Prozent.“
