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Internationale Partnerschaft gegen Armut in Beijing gegründet

Internationale Partnerschaft gegen Armut in Beijing gegründet

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

In Beijing ist ein neues internationales Bündnis gegen Armut ins Leben gerufen worden. China und 53 weitere Staaten wollen damit den Austausch von Erfahrungen in der Armutsbekämpfung vertiefen und die Umsetzung der UN-Entwicklungsziele bis 2030 stärker vorantreiben.

Am Mittwoch wurde in Beijing die „Global Partnership for Poverty Alleviation and Development“ gegründet. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, den zwischenstaatlichen Austausch bewährter Strategien zu intensivieren und Wege zu finden, um Armut weltweit an der Wurzel zu bekämpfen. Das neue Bündnis, an dem China und 53 weiteren Staaten sowie neun internationalen Organisationen mitwirken, wurde im Rahmen des zweitägigen Globalen Forums für Armutsminderung und Entwicklung 2026 vorgestellt.

Chinas Vizepremierminister Liu Guozhong betonte in seiner Rede, dieses Forum und die Gründung der Partnerschaft könne die weltweite Armutsbekämpfung auf ein neues Niveau heben. Es gehe nun darum, globale Kräfte zu bündeln und gemeinsames Handeln zu stärken. Dabei setzt die Volksrepublik vor allem auf Wissenstransfer und praktische Unterstützung. China werde Entwicklungsländer künftig durch strategische Politikplanung, Erfahrungsaustausch, den Einsatz moderner Technologien und gezielte Talentförderung dabei unterstützen, eigene Kapazitäten zur Armutsbekämpfung aufzubauen, so Liu. Zudem sei geplant, eine Reihe passgenauer Kooperationsprojekte zu fördern, die direkt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Partnerländer zugeschnitten sind. Angesichts zahlreicher Krisen forderte Liu einen breiten Konsens, um Eigenentwicklung mit marktorientierten und technologiegestützten Ansätzen zu stärken.

Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Weltgemeinschaft Gefahr läuft, die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2030 zu verfehlen. Stephen Jackson, Koordinator des UN-Entwicklungssystems in China, verlas ein Grußwort von António Guterres. Darin warnte der UN-Generalsekretär, dass Armut trotz punktueller Fortschritte nach wie vor ein „globaler Entwicklungsnotstand“ sei. Rund 800 Millionen Menschen leben demnach weiterhin in extremer Armut – sowohl in abgelegenen ländlichen Regionen als auch in den Armenvierteln großer Städte. Konflikte, der Klimawandel, soziale Ungleichheit und die drückende Schuldenlast vieler Staaten hätten die Lage verschärft. Guterres rief die Regierungen weltweit dazu auf, massiv in menschenwürdige Arbeit, Bildung, Gesundheit, ländliche Entwicklung und soziale Sicherungssysteme zu investieren, und forderte gleichzeitig stärkere finanzielle Unterstützung für die Entwicklungsländer.

Unter den Forumsteilnehmern stieß das neue Bündnis auf breite Unterstützung. Viele sehen darin eine zeitgemäße Plattform für praktisches Lernen voneinander. Vongsey Vissoth, der ständige stellvertretende Premierminister Kambodschas, begrüßte die Initiative als wichtiges Signal der Solidarität. Chinas eigener Weg zeige zudem eindrucksvoll, dass eine flächendeckende Armutsreduzierung möglich ist, wenn eine klare politische Vision, nationale Eigenverantwortung, breitenwirksames Wirtschaftswachstum, ländliche Entwicklung, Infrastrukturausbau, Arbeitsplatzbeschaffung und gezielte staatliche Unterstützung zusammenkämen.

Auch Fachleute aus der Wissenschaft hoben den Wert der Initiative hervor. So bezeichnete Robert Walker, emeritierter Professor der Universität Oxford und Professor an der Beijing Normal University, die Partnerschaft als wichtige Stütze für das Erreichen der UN-Entwicklungsziele. Der Austausch von Fachwissen dürfe jedoch kein Selbstzweck bleiben, sondern müsse in Reformen münden, die das Leben der Menschen nachhaltig verbessern. Heidi Kuhn, Gründerin der amerikanischen NGOs „Roots of Peace“ und „Pax Agricultura“ sowie Trägerin des Welternährungspreises, plädierte ebenfalls für eine engere globale Zusammenarbeit. China habe hier ein außergewöhnliches Zeichen gesetzt. Sie hoffe, dass man nun gemeinsam weltweite Initiativen für Ernährungssicherheit vorantreiben könne.

MIL OSI