Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Trotz massiver geopolitischer Spannungen bleibt der chinesische Markt für die US-Wirtschaft ein unverzichtbarer Umsatzbringer. Laut einer aktuellen Studie des Hurun-Forschungsinstituts erwirtschafteten die 100 führenden US-Konzerne im vergangenen Jahr in China einen Umsatz von über 362 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die 100 führenden US-Unternehmen auf dem chinesischen Markt erwirtschafteten im Jahr 2025 einen Gesamtumsatz von 362,2 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Wachstum von 1,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Für rund die Hälfte dieser Konzerne hat sich China mittlerweile zum zweitwichtigsten Absatzmarkt der Welt entwickelt, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Hurun-Forschungsinstituts hervorgeht.
Die Studie macht deutlich, dass es für US-Unternehmen längst nicht mehr nur um den Zugang zum Markt geht, sondern zunehmend um die Vertiefung der kommerziellen Zusammenarbeit.
„Der chinesische Markt macht 12 Prozent des Gesamtumsatzes der 100 Top-US-Unternehmen aus. Sechs dieser Konzerne generieren sogar mehr als die Hälfte ihrer Erlöse in China“, erklärte Rupert Hoogewerf, Vorsitzender und Chefanalyst von Hurun, der Global Times.
Besonders stark vertreten sind US-Halbleiterhersteller. Sechs der zehn obersten Plätze der Rangliste belegen Chipkonzerne. Unternehmen wie Qualcomm, Nvidia, Intel und Broadcom knackten auf dem chinesischen Markt jeweils die Umsatzmarke von zehn Milliarden US-Dollar. Ein weiteres Beispiel für diese Verflechtung ist Apple: Der Technologiekonzern setzte im vergangenen Jahr in China 64,4 Milliarden US-Dollar um. Apple arbeitet mit 200 Hauptzulieferern zusammen, von denen mehr als 70 Prozent Produktionsstätten auf dem chinesischen Festland betreiben. Die Lieferkette des iPhone-Herstellers ist somit tief in das industrielle Ökosystem Chinas integriert. Das Land bleibt Apples wichtigste Produktionsbasis und zugleich ein zentraler Wachstumsmotor.
In der jüngsten Hurun-Gesamtübersicht der größten ausländischen Unternehmen in China stellen die USA die größte Gruppe, gefolgt von Japan und Deutschland.
„Diese Zahlen spiegeln die Realität wider, da viele US-Unternehmen in China kontinuierlich hohe Gewinne einfahren. Das zeigt nicht nur die Widerstandsfähigkeit und Vitalität der chinesischen Wirtschaft, sondern auch die ungebrochene Attraktivität dieses riesigen Binnenmarktes“, kommentierte Huo Jianguo, stellvertretender Vorsitzender der China Society for World Trade Organization Studies in Beijing, die Entwicklung. Trotz wachsender geopolitischer Unsicherheiten legte Chinas Wirtschaft im ersten Quartal 2026 um 5 Prozent zu und übertraf damit die Prognosen einiger internationaler Finanzinstitute. Mit einer Bevölkerung von über 1,4 Milliarden Menschen wird Chinas gigantischer Markt auch künftig erhebliche Chancen für ausländische Unternehmen bieten, so Huo – einschließlich derer aus den USA.
Auch Jeffrey Lehman, der Vorsitzende der Amerikanischen Handelskammer (AmCham) in Shanghai, betonte kürzlich in einem Interview mit der Global Times, dass der chinesische Markt für die globalen Strategien vieler US-Firmen unverzichtbar sei. Er plädierte für stabile Beziehungen zwischen Washington und Beijing, da hiervon die gesamte Weltwirtschaft profitiere.
Unterdessen traf der chinesische Handelsminister Wang Wentao am vergangenen Donnerstag mit dem stellvertretenden Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten, Rick Switzer, zusammen. Wie das chinesische Handelsministerium am Samstag auf seiner Website mitteilte, berieten beide Seiten über Folgemaßnahmen zu den Wirtschafts- und Handelsgesprächen sowie über die allgemeinen bilateralen Beziehungen.
Wang betonte, dass die Arbeitsebenen beider Länder nun zügig detaillierte Pläne ausarbeiten müssten, um die von den beiden Staatschefs vereinbarten Verhandlungsergebnisse in die Praxis umzusetzen. China sei bereit, den Dialog zu intensivieren und die Kooperation mit den USA auszuweiten, um greifbare Ergebnisse im Wirtschafts- und Handelsbereich zu erzielen und so zu einer „konstruktiven strategischen Stabilität“ beizutragen.
„Das Investitionspotenzial aufseiten der Unternehmen beider Länder ist nach wie vor enorm“, resümierte Handelsexperte Huo Jianguo. Sollten die USA ihre Restriktionen gegen chinesische Unternehmen lockern oder einstellen, stünde einem raschen Aufschwung des bilateralen Handels und der gegenseitigen Investitionen kaum etwas im Wege.
