Source: Deutsche Nachrichten
Der deutsche Abdichtungsmarkt hat sich 2025 trotz anhaltend schwacher Baukonjunktur auf einem soliden Niveau behauptet. Die im vdd Industrieverband Dach- und Dichtungsbahnen e.V. organisierten Hersteller – sie repräsentieren rund 95 Prozent des Marktes – setzten im vergangenen Jahr insgesamt 132,4 Millionen Quadratmeter Abdichtungsbahnen ab. Gegenüber 2024 entspricht dies einem Rückgang von 5,3 Prozent, der maßgeblich auf die weiterhin angespannte Lage im Hochbau zurückzuführen ist.
Differenzierte Entwicklung nach Produktsegmenten
Die Gesamtentwicklung zeigt ein nach Werkstoffgruppen differenziertes Bild. Kunststoff- und Elastomerbahnen verzeichneten mit 26,6 Millionen Quadratmeter ein leichtes Plus von rund einem Prozent und damit als einziges Segment eine positive Jahresbilanz. Polymerbitumenbahnen kamen auf 79 Millionen Quadratmeter, was einem Rückgang von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Einfache Bitumenbahnen gingen um 10,7 Prozent auf 26,8 Millionen Quadratmeter zurück. Dieser Rückgang hängt auch mit dem Trend zu Hochwertbahnen zusammen. Insgesamt stabilisiert sich der Markt auf einem hohen Niveau, bleibt jedoch von der schwachen Bautätigkeit im Hochbau geprägt.
Flachdachabdichtungen bleiben zentraler Markt – 67,2 Mio. m² neu abgedichtete Fläche
Das Flachdach bleibt mit einer neu abgedichteten Fläche von 67,2 Mio. m² (inklusive des nicht im Verband erfassten Marktanteils von 5 %) der zentrale Absatzmarkt der Branche. Im Vergleich zum Vorjahr (69,4 Mio. m²) sank die Fläche zwar um 3,3 %, ordnet sich jedoch stabil in die Entwicklung der letzten Jahre ein: Während 2022 mit 74 Mio. m² ein Ausnahmejahr markierte, lag die Fläche 2023 bei lediglich 63,2 Mio. m². Die aktuellen Marktzahlen für 2025 bestätigen somit eine Konsolidierung auf mittlerem Niveau.
Die Werkstoffverteilung auf dem Flachdach verschiebt sich leicht: Der Anteil der Kunststoff- und Elastomerbahnen stieg von 37 auf 39 Prozent, der Anteil der Polymerbitumen- und Bitumenbahnen ging entsprechend von 63 auf 61 Prozent zurück.
Ausbildungszahlen im Dachdeckerhandwerk steigen
Ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Branche ist die Qualität der Ausführung. Positive Signale kommen aus dem Ausbildungsbereich: Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks meldet deutlich steigende Ausbildungszahlen. Die Zahl der Auszubildenden im ersten Lehrjahr ist gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent gestiegen – über alle Ausbildungsjahre hinweg beträgt der Zuwachs vier Prozent. Das Dachdeckerhandwerk ist für Planung, Verarbeitung und Qualitätssicherung von Abdichtungssystemen von zentraler Bedeutung – die positive Nachwuchsentwicklung wird daher branchenweit als wichtiges Signal für die langfristige Leistungsfähigkeit des Gewerks gewertet. Die Hersteller von Abdichtungsbahnen unterstützen die Nachwuchsarbeit im Dachdeckerhandwerk durch eine Beteiligung an der Brancheninitiative „Aktion Dach“. Durch das vollständig überarbeitete und kostenfreie technische Regelwerk „abc der Abdichtungsbahnen“ stellt der vdd allen Auszubildenden umfassendes Abdichtungswissen zu Bitumen- und Kunststoffbahnen zur Verfügung.
Ausblick 2026: Gedämpfte Erwartungen
Erwarteten die Bauverbände noch zu Beginn des Jahres für 2026 ein moderates Wachstum im Baugewerbe, so haben sich die Aussichten durch den Iran-Krieg deutlich verschlechtert. Infrastrukturprogramme, steigende Auftragseingänge und eine zunehmende Zahl von Baugenehmigungen sollten für positive Impulse sorgen, stattdessen prägen Themen wir Rohstoffknappheit, steigende Energiekosten und Inflationssorgen die aktuellen Diskussionen.
Auf einem Blick: Die im vdd organisierten Hersteller setzten 132,4 Mio. m² Abdichtungsbahnen ab – ein Rückgang von 5,3 % gegenüber 2024, der die anhaltend schwache Baukonjunktur im Hochbau widerspiegelt. Rund 67,2 Mio. m² Flachdachfläche wurden neu abgedichtet. Auf das Jahr 2026 blickt die Branche skeptisch: Die noch zu Jahresbeginn erwartete Trendwende am Bau bleibt aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen wohl aus.
