Source: Deutsche Nachrichten
Praxisnahe Lehre ist ein Markenzeichen der Hochschule Bremen (HSB). Wie vermittelt man Studierenden möglichst konkret und anwendungsorientiert Produktions- und Logistikprozesse, wie man sie aus mittelständischen Unternehmen kennt? Und wie können die Studierenden lernen, wie man diese Prozesse möglichst effizient organisiert und analysiert? Hierfür haben zwei Professoren des Instituts für Produktionstechnik und Fabrikbetrieb (IPF) die Smart Factory realisiert. Auch Unternehmen profitieren davon: Denn die beiden Wissenschaftler bieten Schulungen an. Am Dienstag, 12. Mai 2026, wurde die Smart Factory am Campus Neustadt in der Abteilung Maschinenbau der Fakultät Natur und Technik feierlich eröffnet.
„Durch unsere Smart Factory erhalten unsere Studierenden die Möglichkeit, den kompletten Produktions- und Logistikprozess, wie er in Unternehmen vorkommt, praktisch zu erfahren und besser zu verstehen“, sagt Prof. Dr. Farian Krohne, der den Bereich zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. Joachim Schormann in den vergangenen Jahren für den Studiengang Maschinenbau konzipiert und aufgebaut hat. „Dies schafft bei den Studierenden ein grundsolides Verständnis für die Abläufe in Produktionssystemen von Unternehmen.“ Und bei allem unterstützt Kalle: Ein etwa ein Meter hoher autonomer mobiler Roboter, der in logistischen Prozessen eingesetzt wird und der in der Smart Factory den Transport aller benötigten Bauteile übernimmt.
Teilnehmende schärfen ihren wirtschaftlichen Blick
In der neugestalteten Demo-Fabrik haben die beiden Professoren für ihre Studierenden in Form einer Werkstattfertigung Arbeitsstationen für die Montage von Schraubstöcken konzipiert. Von der Produktionsplanung mittels eines in der Praxis weit verbreiteten ERP-Systems bis hin zur Auslieferung eines fertig montierten Schraubstocks werden hier alle Bestandteile eines Auftragsbearbeitungsprozesses erlebbar. Das Besondere: Die logistischen Abläufe in der Smart Factory werden softwaregestützt vollständig digital verwaltet. Roboter Kalle prüft in den entwickelten Softwaresystemen dabei eigenständig, ob auf Basis der Daten aus dem ERP-System Transportaufträge vorliegen und setzt diese eigenständig um. Während der Produktion visualisiert ein Dashboard zudem vollautomatisch und in Echtzeit relevante Produktionskennzahlen. So schärfen die Teilnehmenden ihren wirtschaftlichen Blick bezüglich der Abläufe, Ansätze zur Prozessverbesserung werden sichtbar und die Auswirkung aus der Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen nachvollziehbar.
Praxisnahes Weiterbildungsangebot für Unternehmen
Unternehmen bietet das IPF für ihre Angestellten mit Bezug zur Produktion ein praxisnahes Weiterbildungsangebot an. Im Seminar “Lean Manufacturing” in der Smart Factory lernen die Teilnehmenden, wie Prozesse durch gezielten Methodeneinsatz effizienter, flexibler und zugleich transparenter gestalten werden können. Im Produktionssystem der Smart Factory können so in einem geschützten praxisnahen Umfeld wichtige Erfahrungen gesammelt werden, um Produktionsprozesse im eigenen Unternehmen mit dem dafür notwendigen Know-how zielgerichtet zu verbessern.
Rektor: “Stärkt Profil der HSB”
„Es ist beeindruckend, was Prof. Dr. Farian Krohne und Prof. Dr. Joachim Schormann hier aufgebaut haben“, sagt der Rektor Prof. Dr. Konrad Wolf. „Die Smart Factory stärkt das Profil der HSB: Praxisnähe und Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft. Studierende und Unternehmen werden von der Smart Factory sehr profitieren. Ich danke den Kollegen für ihr Engagement.“
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