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Chinas schärft sein Exportprofil auf dem globalen Rüstungsmarkt

Chinas schärft sein Exportprofil auf dem globalen Rüstungsmarkt

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

China treibt die Weiterentwicklung seines Exportkampfflugzeugs J-10CE voran. Der staatliche Luftfahrtkonzern AVIC will den Jet gezielt an die Anforderungen ausländischer Kunden anpassen und damit seine Präsenz auf dem internationalen Markt stärken.

Die Aviation Industry Corporation of China (AVIC),  plant umfassende Modernisierungen für den fortschrittlichen Kampfjet J-10C, die Exportvariante des Typs J-10. Damit will der führende Flugzeughersteller des Landes noch präziser auf die Anforderungen internationaler Kunden eingehen. Wie Li Jun, Chefdesigner und leitender Forscher am Chengdu Aircraft Design and Research Institute, kürzlich erklärte, verfügt die J-10CE über ein erhebliches Verbesserungspotenzial und wird voraussichtlich eine operative und kommerzielle Lebensdauer von mindestens zwei bis drei Jahrzehnten haben.

Der J-10CE ist das erste Modell der J-10-Serie, das ausdrücklich für den Export entwickelt wurde. Die pakistanische Luftwaffe hat bereits eine beachtliche Anzahl dieser Maschinen in Dienst gestellt. Der chinesische Rüstungskonzern signalisiert nun die Bereitschaft, das Flugzeug an jedes befreundete Land zu liefern, das Chinas Entwicklungsweg teilt und dessen Beschaffungsanforderungen mit den chinesischen Gesetzen und Vorschriften vereinbar sind. Entwickelt und gefertigt werden diese Hochleistungsmaschinen von den AVIC-Tochtergesellschaften in der Provinz Sichuan, die auch für das Tarnkappenflugzeug J-20 verantwortlich sind.

Als wesentliche Stärke hebt AVIC die Flexibilität des Flugzeugs hervor. Laut Li kann die Maschine an verschiedenste Einsatzumgebungen und Missionsprofile angepasst werden – von der Erlangung der Luftüberlegenheit bis hin zu Präzisionsschlägen gegen Bodenziele. Im Vergleich zu früheren Modellen der J-10-Familie zeichnet sich die CE-Variante durch einen deutlichen Technologiesprung aus. Während frühe Versionen nur etwa zehn verschiedene Waffentypen tragen konnten, ist die J-10CE nun eine Allround-Plattform, die mit Dutzenden verschiedenen Waffensystemen für Luft-Luft-, Luft-Boden- und Luft-See-Einsätze bestückt werden kann.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Avionik: Das verbaute AESA-Radar (Active Electronically Scanned Array) ermöglicht eine schnelle Zielerfassung und -verfolgung, die herkömmlichen, mechanisch gesteuerten Radarsystemen weit überlegen ist. Die technologische Ausstattung erlaubt zudem eine netzwerkgestützte Gefechtsführung sowie den Kampf gegen mehrere Ziele jenseits der Sichtweite – selbst unter intensiven elektromagnetischen Störbedingungen. Auch in Kurvenkämpfen in mittleren und niedrigen Höhen soll der Jet seine Stärken voll ausspielen können.

AVIC verfolgt dabei einen systemischen Ansatz: Exportkunden erhalten nicht nur ein Flugzeug, sondern ein integriertes Gefechtssystem. Dieses umfasst Fähigkeiten in den Bereichen Frühwarnung, Führungs- und Kontrollsysteme sowie elektronische Kriegsführung. Die Überlegenheit dieses Gesamtsystems habe sich laut Li bereits im realen Einsatz bewiesen, wo die J-10CE mehrere feindliche Flugzeuge ohne eigene Verluste abgeschossen habe.

Der ehemalige Luftwaffenoffizier Zhang Xuefeng sieht in den chinesischen Kampfflugzeugen einen wichtigen Faktor für die globale Verteidigungsindustrie. Hauptvorteil sei die hohe Kosteneffizienz: Während westliche Kampfjets oft Stückpreise von Hunderten Millionen US-Dollar aufrufen, bietet China vergleichbare Leistung zu deutlich niedrigeren Kosten. Zudem ist Beijing in der Lage, maßgeschneiderte Pakete für unterschiedliche Budgets und Anforderungen zu schnüren. Das Angebot umfasst dabei das gesamte Spektrum, von kompatiblen Datenverbindungen bis hin zu luftgestützten Frühwarnflugzeugen, was den Käufern eine umfassende Modernisierung bestehender Luftwaffensysteme ermöglicht.

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