Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Intelligente Roboter und automatisierte Systeme übernehmen zunehmend die körperlich anspruchsvollsten Aufgaben in Chinas Getreidelagern und ersetzen dabei manuelle Arbeitsschritte wie das Be- und Entladen, das Nivellieren von Getreide sowie Sicherheitskontrollen.
Im Renhe-Getreidelager in der ostchinesischen Provinz Zhejiang schreitet diese Modernisierung bereits deutlich voran. Tätigkeiten, bei denen Arbeiter früher schwere Getreidesäcke tragen, Silos erklimmen oder Staub manuell beseitigen mussten, werden heute von einer neuen Generation intelligenter Anlagen übernommen.
Am Binnenhafenterminal des Lagers am Großen Kanal legt gerade ein Frachtschiff an. Ein leistungsstarkes Saugsystem wird in den Laderaum abgesenkt, saugt den Weizen nahezu wie Wasser nach oben und transportiert ihn über vollständig versiegelte Rohrleitungen direkt in die Lagerhäuser.
Vom Entladen bis zur Einlagerung geht dabei kaum ein einziges Korn verloren, zugleich bleibt die Arbeitsumgebung nahezu staubfrei. Trotz des kontinuierlichen Umschlags herrscht auf dem Gelände bemerkenswerte Ruhe – ein deutlicher Kontrast zum früheren Lärm und zur Hektik manueller Arbeitsabläufe.
„Die gesamte Getreideförderung erfolgt über vollständig geschlossene Leitungen. Dadurch bleibt der Betrieb unabhängig von Wetterbedingungen und unsere Versorgungssicherheit wird zusätzlich gestärkt“, erklärte Ma Guojun, Direktor der Lager- und Transportabteilung.
Die Modernisierung beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Entladen. Gemeinsam mit dem Saugsystem arbeiten Aufzüge, auf Deck installierte Getreideverteiler sowie hydraulische Wendeanlagen. Diese Maschinen greifen nahtlos ineinander und ermöglichen einen unterbrechungsfreien 24-Stunden-Betrieb, wodurch Effizienz und Umschlagskapazität erheblich gesteigert werden.
Auch eine weitere traditionell äußerst arbeitsintensive Aufgabe – das Nivellieren der Getreidehaufen – wurde inzwischen automatisiert. Früher mussten Arbeiter mehrere Meter tief in die Getreidemassen steigen, um das Korn manuell zu verteilen und zu glätten – eine Tätigkeit, die nicht nur anstrengend, sondern auch riskant war. Heute übernehmen sogenannte Nivellierroboter diese Aufgabe.
Das neueste Modell der zweiten Generation, das nur ein Jahr nach dem Vorgängermodell vorgestellt wurde, verfügt über ein kompakteres Design und deutlich verbesserte Leistungswerte.
„Die Leistung ist stärker, der Betrieb stabiler und die Akkulaufzeit wurde deutlich verlängert. Unsere Roboter der zweiten Generation können inzwischen rund acht Stunden mit nur einer Ladung arbeiten“, sagte Ma Luyao, technische Teamleiterin für die Nivellierroboter im Getreidedepot.
Das Renhe-Getreidelager erstreckt sich über mehr als 600 Mu (rund 40 Hektar) und setzt zur Gewährleistung von Sicherheit und Betriebsstabilität auf intelligente Überwachungssysteme. Besonders auffällig ist dabei ein vierbeiniger „Roboterhund“, der autonome Patrouillen durchführt und Anomalien in Echtzeit erkennen kann.
Bei einer Vorführung vor Ort reagierte der Roboterhund sofort mit einer klaren Sprachwarnung, als eine Person ohne vorgeschriebenen Schutzhelm einen Sicherheitsbereich betrat.
Während China seine landwirtschaftliche Modernisierung weiter vorantreibt, gilt der verstärkte Einsatz von Robotik und KI-gestützten Systemen in der Getreidelogistik als wichtiger Schritt zum Aufbau eines widerstandsfähigeren, effizienteren und nachhaltigeren nationalen Systems strategischer Lebensmittelreserven.
„Mit dem Schwerpunkt auf der integrierten Entwicklung grüner und intelligenter Technologien schaffen wir sichere, umweltfreundliche und intelligente Getreidelager, damit jedes einzelne Korn frisch bleibt. Neue hochwertige Produktivkräfte entfalten dabei enormes Potenzial zur Stärkung unserer Ernährungssicherheit und verleihen unserer zukünftigen Entwicklung neue Dynamik“, erklärte Zhang Zhongjie, Chefforscher der Akademie für Nationale Ernährungs- und Strategische Reservenverwaltung.
