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Gemeinsames Aus- und Weiterbildungszentrum für Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei

Gemeinsames Aus- und Weiterbildungszentrum für Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei

Source: Switzerland – Canton Bern Government in German

05. Mai 2026

Medienmitteilung des Regierungsrates

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Der Regierungsrat will zusammen mit der Gebäudeversicherung Bern (GVB) ein gemeinsames Aus- und Weiterbildungszentrum für Feuerwehr, Zivilschutz und Kantonspolizei realisieren. Er hat die dazugehörige Strategie und einen Kredit für die weiteren Arbeiten zuhanden des Grossen Rates verabschiedet. Das Vorhaben soll in der Gemeinde Utzenstorf umgesetzt werden.

Die Aus- und Weiterbildungszentren von Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei im Kanton Bern sind in die Jahre gekommen. Sie erfüllen die notwendigen Anforderungen in wichtigen Bereichen nicht mehr, zum Beispiel bezüglich zeitgemässer Ausbildung und Umweltauflagen. Da die Anforderungen der drei Partner des Bevölkerungsschutzes an die Infrastrukturen weitgehend vergleichbar oder sogar identisch sind, wollen der Regierungsrat und die Gebäudeversicherung Bern (GVB), welche die Aufsicht über die Berner Feuerwehren und deren Ausbildung verantwortet, unter dem Projekttitel «Sirius3» ein gemeinsames Aus- und Weiterbildungszentrum realisieren. Der Regierungsrat hat eine entsprechende Strategie genehmigt und zuhanden des Grossen Rates verabschiedet.

Nachhaltigkeit fördern und Synergien nutzen

Das gemeinsame Aus- und Weiterbildungszentrum bietet zahlreiche Vorteile. Es ermöglicht bauliche und betriebliche Synergien, attraktive Lehrgänge und erfüllt heutige Umweltstandards. Rauch und Löschwasser der Feuerwehrübungen werden umweltgerecht aufgefangen und gereinigt. «Das geplante Zentrum spart Kosten, reduziert den Flächenverbrauch, schont Ressourcen und stellt eine hohe Ausbildungsqualität sicher», sagt Stefan Dürig, CEO der GVB. Die Investitionskosten fallen rund 20 Prozent tiefer aus als bei je eigenständigen Lösungen der Partner. Daneben können Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei gemeinsam für den Ernstfall trainieren. «Das gemeinsame Training in einer zeitgemässen Infrastruktur macht Einsätze sicherer, koordinierter und qualitativ besser. Damit wird die Krisenfestigkeit im Kanton Bern weiter erhöht», betont Sicherheitsdirektor Philippe Müller.

Lokale und zentrale Ausbildung

«Sowohl bei der Feuerwehr als auch beim Zivilschutz sollen im gemeinsamen Aus- und Weiterbildungszentrum nur diejenigen Lehrgänge durchgeführt werden, für die eine teure Spezialinfrastruktur notwendig ist. Die übrigen Aus- und Weiterbildungen sollen weiterhin dezentral in den Regionen beziehungsweise Gemeinden bleiben», hält Christoph Ammann fest, Vorsteher der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion, die für den Bereich Feuerwehr und die GVB zuständig ist. Dafür braucht es keine neue Infrastruktur, da auf bestehende Anlagen wie Feuerwehrkasernen und Zivilschutzanlagen zurückgegriffen werden soll. Spezialinfrastruktur benötigen hingegen beispielsweise das Löschen von Bränden, die Rettung aus Fahrzeugen, der Umgang mit gefährlichen Stoffen bei der Feuerwehr und der Hochwasserschutz, die Rettung aus Trümmerlagen und die Simulation von komplexen Lagen beim Zivilschutz.

Die Kantonspolizei wird im neuen Zentrum die berufsorientierte Aus- und Weiterbildung ihrer rund 2300 Angehörigen mit Polizeistatus durchführen. Diese ist eine zentrale Voraussetzung für die Einsatzfähigkeit der Polizei. Dazu gehören Schiessen, persönliche Sicherheit und Taktik. Die Grundausbildung für angehende Polizistinnen und Polizisten im Kanton Bern ist nicht Bestandteil des Projekts «Sirius3».

Standort Utzenstorf favorisiert

Im Rahmen einer strukturierten und datenbasierten Evaluation wurden mögliche Standorte im Kanton geprüft. Das Aus- und Weiterbildungszentrum soll eine Grundstückfläche von rund 45 000 Quadratmetern umfassen und zentral gelegen sein. Ebenso muss der Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel und das Strassennetz gewährleistet sein. Einerseits sind möglichst kurze und zumutbare Wege für die Milizorganisationen von Feuerwehr und Zivilschutz ein entscheidendes Kriterium. Andererseits stehen Polizistinnen und Polizisten an Ausbildungstagen im Bereitschaftsdienst und müssten rasch am Einsatzort eintreffen können. Eine eingezonte Parzelle auf dem Südteil der ehemaligen Papierfabrik in der Gemeinde Utzenstorf schnitt bei der Standortevaluation am besten ab. Mit dem Grundeigentümer, dem Migros-Genossenschafts-Bund, wurde eine Reservationsvereinbarung abgeschlossen. Das Vorhaben wird vom Gemeinderat Utzenstorf unterstützt.

Kosten und weiteres Vorgehen

Die künftige Aus- und Weiterbildungsinfrastruktur für Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei wird im Miteigentum von Kanton und der GVB stehen. Für den Bau wird mit Gesamtkosten von rund 160 Millionen Franken gerechnet. Die Kosten des Kantons für die Bereiche Zivilschutz und Kantonspolizei belaufen sich auf rund 100 Millionen Franken. Die restlichen Kosten trägt die GVB für den Bereich der Feuerwehr. Planung und Projektierung werden von der GVB in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Stellen geleitet und von ihr vorfinanziert. Sollte sich der Kanton im weiteren Projektverlauf ganz oder teilweise aus dem Projekt zurückziehen, soll er die bereits angefallenen Planungskosten anteilsmässig mittragen. Ein entsprechendes Kreditgeschäft für eine mögliche Ausfallentschädigung von maximal fünf Millionen Franken wird dem Grossen Rat zeitgleich mit der Strategie in der Herbstsession 2026 vorgelegt.

Die Unterstützung des Vorhabens durch den Grossen Rat ist Voraussetzung für die Projektierung. Das gemeinsame Aus- und Weiterbildungszentrum für Feuerwehr, Zivilschutz und Kantonspolizei wird frühestens Anfang der 2030er-Jahre realisiert.

Am Projekt «Sirius3» beteiligte Partner

Die operative Führung des Projekts «Sirius3» liegt bei der Gebäudeversicherung Bern (GVB). Sie verantwortet als öffentlich-rechtliche Anstalt das Feuerwehrinspektorat des Kantons Bern und ist damit für die Ausbildung der Angehörigen der Feuerwehr zuständig. Alle relevanten Partner sind in die Projektorganisation eingebunden. Auf Seiten des Kantons sind die Sicherheitsdirektion mit dem Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär und der Kantonspolizei Bern, die Bau- und Verkehrsdirektion sowie die Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion als für den Bereich Feuerwehr und die GVB zuständige Direktion am Vorhaben beteiligt. 

Dokumentation

Livestream Point de presse des Regierungsrates

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