Source: Deutsche Nachrichten
Am 1. Mai 2026 ist der neue Planerbrief Nr. 59 der Deutschen Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ) erschienen. Im Editorial erläutert Christian Luft, Associate Partner bei Drees & Sommer, welche Vor- und Nachteile zentrale und dezentrale Gebäudekühlung angesichts von Klimawandel, verdichteten Städten, höheren Dämmstandards und zunehmender Digitalisierung haben. Dezentrale Systeme bieten vor allem im Bestand Vorteile durch geringe Eingriffe in die Bausubstanz und eine bedarfsgerechte Einzelraumregelung. Zentrale Kühlsysteme eignen sich insbesondere für Neubauten sowie größere oder anspruchsvolle Nutzungen.
Weitere Themen im aktuellen Planerbrief sind das PFAS-Verbot für Feuerlöscher, die Spannungsqualität in Gebäudenetzen, die neue DIN EN 81-76 für Evakuierungsaufzüge, den Schutz von Kulturgütern sowie die neue DIN EN 1717 zum Schutz des Trinkwassers.
Der erste Beitrag informiert über das Verbot von fluorhaltigen Löschmitteln in Feuerlöschern gemäß Eintrag 82 Anhang XVII der REACH-Verordnung. Ab 23. Oktober 2026 dürfen Feuerlöscher mit PFAS-haltigen Löschmitteln nicht mehr in Verkehr gebracht werden, ab 31. Dezember 2030 ist auch der Betrieb nicht mehr erlaubt. Unternehmen sollten Wartungen nutzen, um betroffene Geräte zu identifizieren, den Austausch zu planen und eine fachgerechte Entsorgung sicherzustellen.
Im zweiten Artikel werden die Grenzen der Gebäudenetzverteilung behandelt. Erneuerbare Energien, Ladeinfrastruktur, Batteriespeicher und Wärmepumpen erhöhen die Anforderungen an die Spannungsqualität im Niederspannungsnetz. Oberschwingungen, Supraharmonische und schnelle Schaltvorgänge können unter anderem Schutzorgane auslösen, LED-Beleuchtung flackern lassen oder sensible Steuerungstechnik beeinträchtigen. Vor Erweiterungen der Ladeinfrastruktur oder der Nachrüstung von Photovoltaik empfiehlt sich daher eine Analyse der bestehenden Spannungsqualität.
Der dritte Beitrag befasst sich mit der seit Januar 2026 geltenden DIN EN 81-76. Die Norm definiert Anforderungen an Aufzüge, die im Brandfall zur Evakuierung von Menschen mit eingeschränkter Mobilität eingesetzt werden können. Dazu zählen unter anderem Vorgaben zu Tragfähigkeit, Notstromversorgung, rauchdichten Vorräumen und Betriebsarten. Für Planer, Errichter und Betreiber bedeutet dies, Evakuierungsaufzüge frühzeitig als Gesamtsystem aus Brandschutzplanung, Aufzugstechnik und Gebäudeinfrastruktur zu berücksichtigen.
Der vierte Artikel beschreibt, wie Kulturgüter vor Brand, Löschfolgeschäden, technischen Defekten und klimatischen Einflüssen geschützt werden können. Erforderlich ist ein integrierter Schutzansatz aus baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem Brandabschnitte, Branddetektion, angepasste Löschsysteme, Notfallpläne, Feuerwehrpläne mit Kulturgutschutz-Ergänzungen sowie regelmäßige Übungen mit der Feuerwehr.
Abschließend stellt der fünfte Beitrag die DIN EN 1717:2026-02 vor. Sie bildet gemeinsam mit der DIN 1988-100 die technische Grundlage für den Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen, Rückfließen, Rückdrücken und Rücksaugen in Trinkwasser-Installationen. Im Fokus stehen die Einstufung von Flüssigkeitskategorien sowie Anforderungen an Wartung und Inspektion von Sicherungsarmaturen.
Weiterhin berichtet der Planerbrief über sieben neue DGWZ-Seminare zur Elektrotechnik. Die Seminare sollen ab Sommer 2026 regelmäßig stattfinden und richten sich an Fachkräfte aus Handwerk und Industrie sowie an Mitarbeiter, die sicherheitsrelevante Tätigkeiten an elektrischen Anlagen, Maschinen oder in elektrotechnischen Bereichen ausführen.
Der Planerbrief kann auf der Website www.planerbrief.de kostenlos abonniert und heruntergeladen werden. Mit dem Planerbrief informiert die DGWZ alle zwei Monate unabhängig und neutral über neue Vorschriften, Technologien und Veranstaltungen zu Planung, Errichtung und Betrieb von Technischer Gebäudeausrüstung (TGA). Der nächste Planerbrief Nr. 60 erscheint am 1. Juli 2026.
