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China will neue Billionen-Yuan-Konsumfelder erschließen

China will neue Billionen-Yuan-Konsumfelder erschließen

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Die Ausweitung der Binnennachfrage werde im kommenden Jahr oberste Priorität in der chinesischen Wirtschaftspolitik haben. Das erklärte ein hochrangiger Beamter des Amtes des Zentralkomitees für Finanz- und Wirtschaftsangelegenheiten am Dienstag in einer Auswertung der Zentralen Wirtschaftsarbeitskonferenz 2025. Der Fokus liege darauf, durch strukturelle Anpassungen sowie parallel geführte Angebots- und Nachfragemaßnahmen den Konsum zu beleben.

Auf Nachfrage zur aktuellen Lage betonte der Funktionär, die Binnennachfrage habe sich in diesem Jahr insgesamt stabil entwickelt. In den ersten drei Quartalen seien 71 Prozent des Wirtschaftswachstums auf die inländische Nachfrage zurückzuführen gewesen. Konsumfördernde Maßnahmen zeigten bereits konkrete Wirkung, zudem seien gezielte Investitionsvorhaben systematisch vorangebracht worden.

China durchlaufe gegenwärtig einen Wandel: von einem konsumgetriebenen Wachstum, das vor allem durch Waren geprägt sei, hin zu einer ausgewogenen Balance zwischen Güter- und Dienstleistungskonsum. Während das Wachstum in einigen Warengütersegmenten nachlasse, bleibe die Nachfrage nach Dienstleistungen – insbesondere in den Bereichen Kultur, Tourismus, Altenpflege und Kinderbetreuung – dynamisch.

Für das kommende Jahr kündigte der Beamte eine verstärkte Abstimmung von Angebot und Nachfrage an, um synergistische Effekte zu erzielen. Geplant seien unter anderem die Erhöhung der Haushaltseinkommen, die Stabilisierung des Arbeitsmarktes sowie die Erweiterung des Waren- und Dienstleistungsangebots. Ziel sei es, neue Konsumfelder im Volumen von mehreren Billionen Yuan zu erschließen – darunter haushaltsnahe Dienstleistungen sowie gesundheits- und lebensstilorientierte Reise- und Wohnangebote.

Zusätzlich solle das Konsumpotenzial durch den Abbau überholter regulatorischer Hürden weiter freigesetzt werden. Unterstützt werden sollen etwa Regionen, die Frühjahrs- und Herbstferien an Grund- und Mittelschulen einführen, ebenso wie die konsequente Umsetzung zeitversetzter bezahlter Urlaubsregelungen für Beschäftigte.

Trotz der robusten Konsumentwicklung wies der Beamte auf eine jüngst nachlassende Investitionsdynamik hin, die den Handlungsbedarf zur Stärkung der Binnennachfrage unterstreiche. Für 2026 stünden daher Maßnahmen im Vordergrund, die einerseits die Lebensqualität der Bevölkerung verbessern und andererseits langfristige Wachstumsimpulse setzen sowie die Investitionsstabilität sichern sollen.

Die Politik werde Konsum- und Investitionsförderung künftig enger miteinander verzahnen. So werde der Ausbau konsumnaher Infrastruktur – etwa von Parkplätzen, Ladesäulen und touristischen Verkehrswegen – beschleunigt, während der Anteil öffentlicher Investitionen in Dienstleistungen wie Alten- und Kinderbetreuung sowie Gesundheitsvorsorge steigen solle. Mit Instrumenten wie Mitteln aus dem Zentralhaushalt, ultra-langfristigen Sonderanleihen und kommunalen Zweckanleihen werde die staatliche Investitionslenkung weiter gestärkt.

Parallel sollten die Rahmenbedingungen für private Investitionen verbessert werden. Geplant seien eine stärkere Beteiligung von Privatunternehmen an Großprojekten – etwa im Eisenbahn- oder Kernkraftsektor – sowie die Lenkung von Privatkapital in Zukunftsfelder wie Hochtechnologieindustrie und moderne Dienstleistungen. Konkrete Maßnahmen zur Vertrauensbildung bei Investoren seien in Vorbereitung.

„Durch das Zusammenwirken von Investitionen und Konsum sowie das abgestimmte Handeln von Staat und Markt sind wir überzeugt, dass im kommenden Jahr alle Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum der Binnennachfrage gegeben sind“, so der Beamte.

MIL OSI