Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Der Bosten-See im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang im Nordwesten Chinas, Chinas größter Binnensüßwassersee, hat einen bemerkenswerten Wandel durchlaufen. Er hat sich von einem von Umweltproblemen geplagten Gewässer zu einem ökologischen Paradies und zur wichtigsten Fischereibasis der abgelegenen Region entwickelt.
Da ein Viertel der Fläche Xinjiangs von Wüste bedeckt ist, gehört die Region zu den trockensten Chinas. Dennoch bildet der Bosten-See eine grüne Oase, in der Leben gedeiht. In den letzten Jahren hat sich der See sogar zu einer Aquakulturbasis für Meeresfrüchte entwickelt.
Die Fischer vor Ort achten sorgfältig auf Überfischung. Zu kleine Fische werden nach dem Fang immer wieder freigelassen, und Jungfische werden regelmäßig in den See eingesetzt, um den Bestand zu sichern.
Vor über zehn Jahren präsentierte sich der Bosten-See noch ganz anders. Im Jahr 2012 löste der See aufgrund industrieller Verschmutzung und eines auf ein Allzeittief gesunkenen Wasserstands eine ökologische Alarmstufe aus.
„Vor 2012 war der Bosten-See deutlich kleiner. Von unserem Standort aus hätte man mehrere hundert Meter gehen müssen, um das Wasser zu erreichen. Heute breitet sich die Wasseroberfläche stetig aus und die Zahl der Fischarten steigt. Der Fang in diesem Jahr dürfte etwa 6.000 Tonnen betragen, fast doppelt so viel wie früher“, sagte Meng Xuegang, ein örtlicher Dorfbeamter.
Die wichtigste Maßnahme zur Wiederherstellung des Ökosystems war die Rückführung von Wasser. 2018 begann die Region mit einem Öko-Transfer, bei dem Wasser aus dem Kaidu-Fluss in den See geleitet wurde. 2022 wurden erstmals die Schleusen der Ost- und Westarme des Qingshui-Flusses, mehrere hundert Kilometer entfernt, geöffnet, um den See zusätzlich zu speisen. In den vergangenen acht Jahren wurden insgesamt 15,4 Milliarden Kubikmeter Wasser zugeführt, wodurch der Wasserspiegel auf einem stabilen und gesunden Niveau von etwa 1.046,8 Metern gehalten wird.
Die Behörden haben zudem Verschmutzungsquellen gezielt unterbunden. Die Wasserqualität des Sees wird monatlich gründlich überwacht. 2025 hat sich die durchschnittliche Wasserqualität auf Grad III stabilisiert, was als „ziemlich gut“ eingestuft wird.
Mit dem verbesserten Ökosystem zieht der Bosten-See inzwischen auch Besucher aus dem ganzen Land an und unterstützt die touristische Entwicklung der Region.
Die Transformation des Bosten-Sees spiegelt die Wasserbewirtschaftung Xinjiangs wider. Seit 2021, dem Beginn des 14. Fünfjahresplans für die nationale sozioökonomische Entwicklung Chinas, hat Xinjiang 158 Milliarden Yuan RMB, etwa 22 Milliarden US-Dollar, in die Wasserinfrastruktur investiert. Dabei wurden 18 große und mittelgroße Stauseen sowie 28 kleinere Wasserprojekte fertiggestellt. Die Trinkwasserversorgung in ländlichen Gebieten liegt mittlerweile bei 99,4 Prozent.
