Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Ende 2024 erreichte die Zahl der Menschen über 60 Jahren in China 310 Millionen. Im siebten Katalog neuer Berufe, der vom Ministerium für Personalwesen und soziale Sicherheit veröffentlicht wurde, wurde unter anderem der Beruf des „Pflegedienstleisters“ aufgenommen.
Der Pflegedienstleister Lü Qin berichtet, dass er inzwischen seit fast sechs Jahren in einer Pflegeeinrichtung arbeitet. Viele Menschen würden diesen Beruf lediglich als Hilfe beim Essen und im Alltag verstehen. In Wirklichkeit sehe er sich selbst aber eher als „Lebensarchitekt“, der für Senioren einen Lebensplan für die zweite Lebenshälfte entwerfe und ihnen ein stabiles und komfortables Leben im Alter ermögliche.
„Bereits zu Beginn des Aufenthalts führen wir gemeinsam mit Ärzten und Sozialarbeitern eine dreiseitige Bewertung durch“, erklärt Lü Qin. „Sie umfasst die Beurteilung der Alltagsfähigkeiten und kognitiven Kompetenzen, die Erhebung des Gesundheitszustands und bestehender Krankheiten sowie die Einschätzung der sozialen Kontakte und der familiären Unterstützung.“
Lü Qin erklärt, dass er sich derzeit vor allem um eine besondere Gruppe kümmere: ältere Menschen mit Demenz. Dies erfordere umfangreiches Wissen über die Krankheit, gute Kommunikationsfähigkeiten und die Fähigkeit, mit den Verhaltenssymptomen der Betroffenen umzugehen. Zudem setze man nicht-medikamentöse Therapien ein, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.
Lü Qin betont, dass die Betreuung in Pflegeeinrichtungen wesentlich umfassender sei, von gesunder Ernährung über die Beobachtung von Krankheiten bis hin zu vielfältigen kulturellen und Freizeitaktivitäten. Ziel sei es, die Lebensqualität der Senioren kontinuierlich zu verbessern. Über seinen Beruf sagt er zudem: „Ich werde gebraucht und gleichzeitig auch umsorgt.“
Pflegedienstleister sei kein einfacher Beruf, sondern erfordere multidisziplinäre Fähigkeiten, erklärt Lü Qin. Auf die Frage, wie man Pflegedienstleister werde, antwortet er: „Ich habe ein Fachhochschulstudium in Altenpflege und -management absolviert und mein Praktikum in einer Pflegeeinrichtung bereits vor dem Abschluss begonnen.“ Er fügt hinzu, dass er in den sechs Jahren seitdem zum Leiter der Pflegeabteilung aufgestiegen sei.
Laut Schätzungen werde die Zahl der über 60-Jährigen in China bis etwa 2035 die Marke von 400 Millionen überschreiten und bis 2050 auf 500 Millionen ansteigen. Dann werde China eine „Super-Gesellschaft des langen Lebens“ sein. Der wachsende Silbermarkt eröffne zugleich neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Lü Qin betonte, dass der Bedarf an Altenpflege nicht nur hochbetagte, pflegebedürftige oder alleinstehende Senioren betreffe, sondern die gesamte ältere Bevölkerung. Pflegedienstleister seien multitalentierte Fachkräfte, die umfassende und professionelle Dienstleistungen – von medizinischer Betreuung über soziale Teilhabe bis hin zu Kultur, Sport, Reisen und lebenslangem Lernen – für die silberne Generation anbieten.
